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Harpstedts DRK-Damen mussten Platz für eine Besprechung des Bürgermeisters machen

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Von: Leif Rullhusen

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Überraschend wurde der DRK-Handarbeitsgruppe am Donnerstag ein zugesagter Raum in der Harpstedter Begegnungsstätte gestrichen.
Überraschend wurde der DRK-Handarbeitsgruppe am Donnerstag ein zugesagter Raum in der Harpstedter Begegnungsstätte gestrichen. © Rullhusen, Leif

Eigentlich wollte der Harpstedter DRK-Handarbeitskreis seinem Hobby in der Begegnungsstätte nachgehen. Doch Bürgermeister Yves Nagel durchkreuzte die Pläne kurzfristig.

Harpstedt – Weil Harpstedts Samtgemeindebürgermeiser Yves Nagel für eine Planungsbesprechung kurzfristig Platz benötigte, musste die DRK-Handarbeitsgruppe weichen. Darüber ärgert sich Erika Hormann maßlos. Seit über 50 Jahren ist sie beim DRK in Harpstedt. Und seit nahezu vier Jahrzehnten leitet sie den Handarbeitskreis der Ortsgruppe. Doch am vergangenen Donnerstag erlebte sie eine unerfreuliche Premiere. „Das habe ich noch nicht erlebt“, erklärt die Harpstedterin.

Die Räume in der Begegnungsstätte waren reserviert

Regelmäßig trifft sie sich mit ihrer Gruppe seit dem Herbst wieder in der Begegnungsstätte an der Amtsfreiheit. Die Termine waren ausnahmslos im Voraus mit der Samtgemeindeverwaltung abgestimmt. Am Donnerstag war das monatliche Treffen vorgesehen, der kleine Versammlungsraum und die Küche in der Begegnungsstätte waren reserviert.

„Am Mittwoch habe ich mir den Termin noch einmal von der Verwaltung bestätigen lassen“, berichtet Hormann. Die sechsköpfige Seniorengruppe hatte Kuchen gebacken und die Anfahrt organisiert, als die Verwaltung am Donnerstagmorgen völlig überraschend bei der Handarbeitskreisleiterin anrief und die Zusage für die beiden Räume zurückzog. Der Grund: Bürgermeister Nagel benötigte den benachbarten größeren Raum für eine Besprechung. Kurzfristig hatten sich zu dem Termin mehr Teilnehmer angemeldet als erwartet.

Erika Hormann kritisiert das Verhalten des Bürgermeisters

Hormann ließ sich daraufhin mit Nagel verbinden. „In der Hoffnung, eine Lösung zu finden. Die beiden Termine lagen schließlich eine Stunde auseinander“, berichtet sie. „Außerdem haben wir den großen Raum, in dem das Treffen des Bürgermeisters geplant war, gar nicht benötigt.“ Sie sei aber bei Nagel auf taube Ohren gestoßen, ärgert sich Hormann. Er habe ihr geantwortet, er sei der Chef im Haus und könne bestimmen, wer in die Begegnungsstätte darf. „Er hatte überhaupt kein Einsehen“, kritisiert die Handarbeitskreisleiterin.

„Im Amtshof gibt es keinen passenden Raum, in dem diese Besprechung coronakonform möglich gewesen wäre“, begründet Nagel die Entscheidung. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens habe er sich auch dagegen entschieden, beide Veranstaltungen zuzulassen. Da die Dauer der Besprechung nicht absehbar gewesen sei, habe er Begegnungsverkehr einer großen Anzahl von Personen in der Begegnungsstätte vermeiden wollen, erläutert der Verwaltungschef. Auf den Vorschlag, auf einen anderen Tag auszuweichen, sei Hormann nicht eingegangen. Die Teilnehmerinnen ihrer Handarbeitsgruppe seien ausnahmslos im Seniorenalter, drei von ihnen sogar über 90. Deshalb hätte sie bei einer Verlegung kurzfristig bereits organisierte Transportmöglichkeiten umplanen müssen, entgegnet sie.

Yves Nagel: Die Begegnungsstätte gehört dem Flecken

Hormann fragt sich, warum Nagel zu einer Besprechung mit einem Fachbereich überhaupt die Begegnungsstätte nutzen muss. „Sie ist schließlich ein Haus der Begegnung und sollte für Alle offen sein“, erklärt sie. Nagel erwidert, die Begegnungsstätte gehöre schließlich dem Flecken und dürfe von diesem auch genutzt werden. Die Handarbeitsgruppe wich kurzfristig in das Privathaus von Erika Hormann aus. Die in der Begegnungsstätte gelagerten Materialen konnte die Gruppe allerdings nicht nutzen. Die Teilnehmerinnen improvisierten. Sie strickten und stopften Socken. Seinen nächsten geplanten Termin hat der Handarbeitskreis nun wieder am 17. Februar in der Begegnungsstätte.  ru

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