Harpstedterin mitten im ostfriesischen Konvoi zugunsten krebskranker Kinder

Motorisierter Lichterzauber für guten Zweck

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Wie einen Christbaum schmückt Sandra von der Wöste ihre Zugmaschine für den Weihnachtskonvoi zugunsten krebskranker Kinder – mit Lametta und einem leuchtenden Rentier.

Harpstedt - Von Anja Nosthoff. „Lkw-Fahrer sind nicht immer nur die Bösen, die auf der Autobahn für Staus sorgen. Wir tun auch was Gutes“, sagt Sandra von der Wöste. Die sympathische Brummifahrerin aus Harpstedt macht sich am 28. November zum dritten Mal mit ihrer Zugmaschine auf den Weg zum Moormerländer Weihnachtskonvoi zugunsten krebskranker Kinder.

Mehr als 120 wie Weihnachtsbäume geschmückte Lastwagen aus ganz Deutschland wollen dabei auf einer gut zwölf Kilometer langen Strecke rund um den Ort Neermoor die Augen von gut 20000 Zuschauern zum Leuchten bringen – und sich dabei für den Elternverein für krebskranke Kinder und ihre Familien in Ostfriesland und Umgebung einsetzen. „Neermoor, das ist ein kleines Örtchen mitten in Ostfriesland“, erklärt von der Wöste. Vor fünf Jahren startete der Spediteur Max Merkel, unterstützt von seiner Frau Jutta, dort den ersten Weihnachtskonvoi, um mit dem Spektakel Freude zu verbreiten und Menschen zum Helfen zu motivieren. Und das mit Erfolg. Längst ist seine Veranstaltung unter Brummifahrern in ganz Deutschland bekannt. Der Konvoi hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt – und die krebskranken Kinder profitieren.

„Das ist eine Aktion, die Kreise zieht – und zwar immer weitere“, meint von der Wöste. „Man macht mit, weil man helfen will, eigentlich ganz im Stillen.“ Ganz so still sind mehr 120 Trucks, die dicht an dicht im Schritttempo durch die Straßen ziehen, allerdings dann doch nicht. Und das ist auch der Sinn der Sache, denn die leuchtenden, rollenden Kraftpakete haben immerhin eine Mission, die dem guten Zweck dient. Die, um die es geht, sind übrigens stets ganz vorne mit dabei: „Die krebskranken Kinder dürfen mit einem Doppeldeckerbus vorweg fahren. Für uns alle – für die Kinder, die Zuschauer und für uns Fahrer – ist der Nachmittag jedes Jahr ein ganz besonderes Erlebnis“, erzählt von der Wöste.

Dabei müssen allerdings auch Auflagen eingehalten werden – gehupt werden darf aus Lärmschutzgründen nicht. „Das würde bei der Masse viel zu laut werden“, weiß von der Wöste. „Die Kinder, die am Rand der Strecke stehen, warten aber natürlich darauf.“ So habe sie im vergangenen Jahr tatsächlich einmal gehupt, um einen Kinderwunsch zu erfüllen – und habe prompt Strafe zahlen müssen.

Am Sonnabend geht es mit ihrer Zugmaschine samt Hund und Mann los. In Wildeshausen und Ahlhorn stößt das Trio dann noch auf mehrere Truckerkollegen, mit denen es Richtung Moormerland geht. Für von der Wöste ist die vorweihnachtliche Hilfsaktion nun fast schon Tradition. Mit Leidenschaft übt die Harpstedterin übrigens zudem ihren Beruf aus. Auch wenn das heißt, dass sie meist die ganze Woche über unterwegs ist. Bei längeren Strecken ist ihr Mann Kai mit von der Partie. Ihren Hund Kees hat sie sowieso immer dabei. „Der liebt das Lkw-Fahren“, sagt die Kraftfahrerin.

Am Wochenende widmet sich das Trio dann meist dem familieneigenen Oldtimer: Von der Wöstes basteln an ihrem alten Mercedes oder kutschieren ihn zu Oldtimer-Treffen. „Als Ausgleich“, sagt Sandra von der Wöste lachend. Bei solchen Treffen mit Übernachtung braucht man dann schon mal eine Menge Gepäck. Allerdings kommt für von der Wöstes ein Null-Acht-Fünfzehn-Anhänger nicht in Frage. „Sandra hat einfach unser altes Auto durchgeschnitten und bastelt aus der hinteren Hälfte jetzt einen Anhänger, den wir hinter unseren Oldie hängen werden“, erzählt Kai von der Wöste nicht ohne Stolz auf seine Frau.

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