Harpstedter Urkundenblatt entdeckt

Sensationeller Flohmarktfund

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Das Schriftstück ist auf den 4. Dezember 1716 datiert.

Harpstedt - Von Christian Hannig. Eigentlich war die Bremerin nur auf der Suche nach einigen alten Schriften, um diese kreativ zu verarbeiten. Fündig wurde sie auf dem Flohmarkt. Zu Hause fiel ihr auf, dass sich unter den Papieren ein altes Dokument befand, bei dessen Anblick sie sofort das Gefühl hatte, dass es sich hier um etwas handelte, das zum Verarbeiten viel zu schade ist. Das perfekt erhaltene Papier zeigte die Jahreszahl 1716, war also fast 300 Jahre alt. Der altdeutsche Text darauf beginnt mit den Worten: „Es hat Gehrt Aschenbeck zu Mahlstedt allhier angezeigt, wie derselbe ohngeachtet seiner bis dahero ruhig besessenen Freiheit einigen Anfall wegen der neulich introdierten Bier- und Branntewein Accise leiden müsste.“ Es geht in dem Dokument also um die Bier- und Brandweinsteuer, die jener Mahlstedter Bürger zahlen sollte, obwohl er doch, so der weitere Wortlaut, dem Sinne nach von der Steuerpflicht befreit war.

Im Archiv der Gemeinde Harpstedt existiert zu dem Fall „Gehrt Aschenbeck zu Mahlstedt“ eine dicke Akte, denn der Vorgang beschäftigte die Obrigkreit über Jahre, genauer: von 1715 bis 1724. Der Mahlstedter fühlte sich zu Unrecht den Steuerpflichtigen gleichgestellt, konnte er doch vorbringen, dass sich in den Landschaftsakten seit 1683 ein Freiheitsbrief, der auf seinen Namen lautete, befände, und dass er damit „unter die immatrikulierten Freien zu rechnen sei.“ Aschenbeck bestand auf die Befreiung von der Alkoholsteuer, denn auf seine Eingabe empfahl zunächst der Harpstedter Amtmann H.G. Ramdohr am 4. Dezember 1716, dass man dem Mahlstedter Steuerfreiheit für den eigenen Alkoholkonsum gewähren soll. Doch damit war die Akte noch lange nicht geschlossen, das Verfahren dauerte am Ende neun Jahre. Im Harpstedter Archiv fehlte jedoch bislang jenes Blatt von 1716.

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