Interview mit Ortsvereinschef Daniel Helms

SPD in Not: Zu wenige Namen auf den Listen

Corona erschwert die Bemühungen, Mitbürgerinnen und Mitbürger für die Ratsarbeit zu erwärmen und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, weiß der SPD-Ortsvereinsvorsitzende.
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Corona erschwert die Bemühungen, Mitbürgerinnen und Mitbürger für die Ratsarbeit zu erwärmen und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, weiß der SPD-Ortsvereinsvorsitzende.

Harpstedt – Extrem schwer fällt es der Samtgemeinde-SPD, Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine Kandidatur zur Kommunalwahl 2021 am 12. September zu erwärmen. Darüber hat unsere Zeitung mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Daniel Helms (24) gesprochen.

Frage: Wie viele Interessierte streben aktuell für die SPD ein Samtgemeinde- und/oder Mitgliedsgemeinderatsmandat an?

Helms: Auf jeden Fall bislang zu wenige für den Flecken Harpstedt, Dünsen, Kirchseelte, Groß Ippener und die Samtgemeinde. Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen, weil es noch Unentschlossene gibt. Ältere Ratsmitglieder wollen teils erneut kandidieren, teils hingegen aufhören oder aber kürzertreten – sich also nicht mehr für Samtgemeinde- und Mitgliedsgemeinderat aufstellen lassen.

Frage: Wer hört auf?

Helms: Konkrete Namen zu nennen – das fällt schwer, weil mancher sich die Entscheidung noch ein bisschen offen hält.

Frage: Wie viele Bewerber*innen bräuchte die SPD allein für die Samtgemeinde-Liste?

Helms: Zehn wären schon hilfreich.

Unsere Nominierungsversammlung, die wir „in Präsenz“ abhalten möchten, planen wir für Mitte Juni.“

Daniel Helms

Frage: Bis wann müssen die Listen stehen?

Helms: Die Wahlvorschläge müssen am 26. Juli eingereicht sein. Unsere Nominierungsversammlung, die wir „in Präsenz“ abhalten möchten, planen wir für Mitte Juni. Wegen der noch nicht sehr vollen Listen und der Coronasituation kann aber es sein, dass wir sie in den Juli verlegen.

Frage: Sind auch für jene Mitgliedsgemeinderäte SPD-Listen geplant, in denen es aktuell keine SPD-Fraktionen gibt?

Helms: Ich würde mich jedenfalls nicht dagegen wehren, wenn wir genügend Interessenten finden sollten.

Frage: Wie sieht’s mit einer eigenen Kandidatur aus?

Helms: Daraus wird leider nichts. Weil ich mich auf die letzte Phase meines Elektrotechnikstudiums an der Uni Bremen konzentrieren muss und zudem nicht weiß, wohin es mich nach meinem Abschluss verschlagen wird.

Frage: Was unternimmt die SPD, um Interessierte zur Bewerbung um ein Ratsmandat zu ermuntern?

Wenn wir uns trotz aller Appelle, sich nicht zu treffen und möglichst zu Hause zu bleiben, vor Inkoop stellten, fände ich das schon schwierig. Erfahrungen anderer Verbände haben zudem gezeigt, dass Infostände derzeit nicht gut angenommen werden.“

Daniel Helms

Helms: Früher konnten wir durch Gespräche auf Veranstaltungen wie Schützenfeste oder Gewerbeschauen Kandidaten „ziehen“. Das fällt jetzt coronabedingt weg. Wir werben viel in unseren Bekannten- und Freundeskreisen, haben da aber natürlich eine begrenzte Reichweite. Die sozialen Medien wollen wir nun stärker nutzen und dort einen Aufruf starten. Unsere Facebookseite ist unsere Hauptplattform. Die Jüngeren lassen sich deutlich besser via Instagram erreichen. Dieses Feld „bespielen“ wir über die Jusos.

Frage: Ist der klassische Infostand gar keine Option?

Helms: Wir sehen uns in einer Vorbildfunktion: Wenn wir uns trotz aller Appelle, sich nicht zu treffen und möglichst zu Hause zu bleiben, vor Inkoop stellten, fände ich das schon schwierig. Erfahrungen anderer Verbände haben zudem gezeigt, dass Infostände derzeit nicht gut angenommen werden, weil die Menschen bestrebt sind, Kontakte zu meiden. Infrage kämen sie für uns bestenfalls, wenn sich die Inzidenzen weiter nach unten bewegt haben.

Frage: Haustürgespräche lässt die Pandemie wohl auch eher nicht zu. Oder?

Helms: Von Haus zu Haus zu laufen und bei fremden Leuten zu klingeln, ist im Moment in der Tat nicht so einfach.

Frage: Müssen Interessierte, die auf SPD-Listen zur Wahl antreten wollen, in der SPD sein?

Helms: Nein. Das ist ausdrücklich nicht nötig. Auf den Listen müssen allerdings immer auch Parteimitglieder stehen.

Frage: Was, wenn es beispielsweise für den Colnrader Rat nur ein paar Kandidaturwillige gäbe, die sich der SPD verbunden fühlen, aber kein Parteibuch haben? Die würden dann auf dem Wahlvorschlag der Wählergemeinschaft antreten?

Helms: Ja. Das kennen wir aus manchen Außengemeinden ja schon. Anne Wilkens-Lindemann und Merjem Hodzic etwa kommen zwar aus unseren Reihen, gehören dem Colnrader Rat aber für die Wählergemeinschaft an.

Frage: Wo sollen Kandidaturwillige sich melden?

Helms: Zum Beispiel per E-Mail an info@spd-harpstedt.de. Man kann uns auch auf Facebook anschreiben oder sich persönlich an eins der bekannten SPD-Gesichter wenden. Ich selbst stehe als Ansprechpartner unter Telefon 04244/7799 zur Verfügung. Ich weiß nicht, wie es in den anderen Parteien aussieht, aber wir brauchen dringend weitere politisch Interessierte, die sich aufstellen lassen wollen.

Frage: Und die Suche der SPD nach einem Samtgemeindebürgermeisterkandidaten? Ist da eine Erfolgsmeldung zu erwarten?

Helms: Dass wir in Gesprächen waren und sind, habe ich nie bestritten. An die Presse werden wir aber erst gehen, wenn das in trockenen Tüchern ist.

Frage: Also wird es einen weiteren Kandidaten neben Amtsinhaber Herwig Wöbse geben?

Helms: Ich schließe das zumindest nicht aus.

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