Auf Spurensuche

Schüler sollen sich als Teil der Geschichte begreifen lernen

Im Verlauf der Spurensuche führte am historischen Amtshof natürlich kein Weg vorbei.
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Im Verlauf der Spurensuche führte am historischen Amtshof natürlich kein Weg vorbei.

Harpstedt – Das Klassenzimmer mal hinter sich gelassen und in Harpstedt nach Spuren der Ortsgeschichte gesucht haben die O 5a und O 5b der Oberschule Harpstedt mit ihren Klassen- und Geschichtslehrerinnen Julia Moorkamp und Nadine Hellmich. Das 1740 erbaute Alte Pfarrhaus und die 1753 geweihte – barocke – Christuskirche mitsamt Christusgarten weckten ebenso das Interesse der Schülerinnen und Schüler wie der Amtshof mit seiner Schlossvergangenheit, die ehemalige Wasser- oder auch die 150 Jahre alte Windmühle.

Überall fanden sich teils deutliche, teils etwas versteckte Hinweise auf geschichtlich Bedeutsames. Dabei reichte das Spektrum vom Großen Brand (1739) bis zum Holocaust während der NS-Diktatur. Den Rundgang durch Harpstedt erlebten die Fünftklässler als ausgesprochen anschaulichen Einstieg in ein für sie noch neues Unterrichtsfach. Denn bis Jahrgangsstufe vier kam Historie nur dann und wann im Sachunterricht vor.

Julia Moorkamp und ich wollten als Geschichtslehrerinnen den Blick für Spuren und Zeitzeugnissen schulen, die sich nicht nur in der Ferne, sondern sogar direkt vor Ort aufspüren lassen.“

Nadine Hellmich

„Die Kinder sollen sich selbst als Teil der Geschichte verstehen lernen. Julia Moorkamp und ich wollten als Geschichtslehrerinnen den Blick für Spuren und Zeitzeugnissen schulen, die sich nicht nur in der Ferne, sondern sogar direkt vor Ort aufspüren lassen. Gerade der Flecken Harpstedt bietet sich ja für eine solche Erkundung an, zumal es hier so vieles zu entdecken gibt, was Geschichte atmet“, weiß Nadine Hellmich. Die Erkenntnis, dass Historie mit Wandel einhergeht und etwas, das es mal gab, nach Jahrhunderten oft nur noch als Relikt fortbesteht, blieb den Fünftklässlern nicht verborgen. Das zeigte sich auch an der nicht mehr existenten Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, die 1712 neu erbaut worden war. Den Spurensuchern ging ein Licht auf, warum das dort heute stehende Hotel so heißt, wie es heißt: „Zur Wasserburg“ – mit der dazugehörigen „Mühle“ als Hinweis auf die Wassermühle, die lange Zeit betriebsfähig war.

Uns Lehrerinnen gab die Spurensuche zugleich einen guten Überblick darüber, was an Vorwissen schon da ist“

Nadine Hellmich

„Viele Schülerinnen und Schüler sind an den besuchten Stationen vorher schon mal gewesen, ohne im Detail um die dort vorhandenen geschichtlichen Spuren zu wissen. Wir haben ein großes Interesse bei ihnen festgestellt. Und wir fanden ihre Wissbegierigkeit total spannend. Uns Lehrerinnen gab die Spurensuche zugleich einen guten Überblick darüber, was an Vorwissen schon da ist“, so Hellmich. Die Fünftklässler hätten sogar auch selbst geschichtliche Relikte zur Sprache gebracht. Ein Schüler habe beispielsweise einen Stein erwähnt, dessen Inschrift auf die frühere Zugehörigkeit der Gemeinde Groß Ippener zum Kreis Grafschaft Hoya hindeute.  

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