„Jan Harpstedt“ auf dem Abstellgleis

Harpstedter Museumsbahn hat sämtliche Fahrten abgesagt

Die Eisenbahner nutzen den Stillstand, um den Kesselrohrsatz ihrer Dampflok auszuwechseln.
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Die Eisenbahner nutzen den Stillstand, um den Kesselrohrsatz ihrer Dampflok auszuwechseln.

Seit zwei Jahren haben die Eisenbahnfreunde den Kessel ihrer „Jan Harpstedt nicht mehr angefeuert. Nun hoffen sie auf die neue Saison.

Harpstedt – Das unverkennbare Pfeifen der „Jan Harpstedt“ ist schon lange nicht mehr zu hören gewesen. Das letzte Mal war die historische Dampflok vor zwei Jahren auf der Strecke zwischen Harpstedt und Delmenhorst unterwegs.

„Wir hoffen, dass es am 1. Mai zum Saisonbeginn wieder losgeht“, erklärt Joachim Kothe, Sprecher des Vereins „Jan Harpstedt“. Die bisher letzte Fahrt der Museumsbahn liegt ebenfalls schon ein Vierteljahr zurück. Insgesamt vier Mal war der DHE-Triebwagen über den Sommer im Einsatz der Eisenbahnfreunde – pandemiebedingt nur auf dem fünf Kilometer langen Abschnitt von Harpstedt bis Heiligenrode. „Für die kurze Strecke hätte sich der Betrieb der Dampflok aus Kostengründen nicht gelohnt“, sagt Kothe.

Nikolausfahrten kurzfristig abgesagt

Die für diese Adventszeit geplanten sechs Nikolausfahrten haben die Eisenbahner kurzfristig mit Einführung der 2G-Plus-Regel gestrichen. „Sechs Fahrten hatten wir geplant, von denen fünf bereits ausverkauft waren“, ist Kothe enttäuscht. „Selbst die Weihnachtstüten für die Kinder hatten wir schon besorgt.“ Die würden nun an Harpstedter Kindergärten verteilt. Auch die Stornierung der Bestellungen sowie die Rücküberweisungen der schon gezahlten Beträge seien ein enormer Aufwand gewesen.

Die Vereinsmitglieder hätten die Einhaltung der Maßnahmen aber nicht kontrollieren können. Zudem habe man eventuelle Diskussionen mit verärgerten Fahrgästen vermeiden wollen. Auch habe es anfangs zu wenig Testmöglichkeiten gegeben.

Schon im Sommer seien die Einschränkungen massiv gewesen. Einsteigen durften die Fahrgäste nur in Harpstedt, das Zusteigen während der Fahrt war verboten. Auch auf das Kaffee- und Kuchenangebot hätten die Eisenbahnfreunde verzichten müssen.

Negative Auswirkungen auf das Fahrgastaufkommen

Aufgrund verschiedener Bestimmungen in den Landkreisen – normalerweise fährt die „Jan Harpstedt“ durch die Kreise Oldenburg, Diepholz und die kreisfreie Stadt Delmenhorst – hatten die Eisenbahrfreunde sich auf die Kurzstrecke beschränkt. Das alles zusammen hätte sich negativ auf das Fahrgastaufkommen ausgewirkt, berichtet Kothe.

Finanziell sei die Lage durch Corona-Hilfen erträglich, erklärt er. Trotzdem sei die Situation unerfreulich. Schließlich hätten die Eisenbahnfreunde schon die zweite Pandemie-Saison durchlitten. Auch im vergangenen Jahr fielen sämtliche Adventsfahrten dem Lockdown zum Opfer.

Stillstand wird für Wartungsarbeiten genutzt

Zu tun gebe es in der Werkstatt genug, erläutert Kothe. So nutzen die Eisenbahner den Stillstand zum Beispiel, um den Kesselrohrsatz der Dampflok auszuwechseln. „Diese Arbeit ist alle sieben Jahre fällig und sehr aufwendig“, erklärt der Eisenbahnsprecher. Den anspruchsvollen Aus- und Einbau der Rohre übernimmt eine Spezialfirma. Zum Saisonbeginn soll die Lok wieder einsatzbereit sein. Zudem wird derzeit ein Passagieranhänger neu aufgebaut.

„Wir wollen an den Fahrzeugen aber nicht nur rumschrauben, sondern sie auch bewegen“, macht er klar. „Außerdem stehen sich die Fahrzeuge kaputt.“ So würden unter anderem die Öle in den Motoren verharzen. Insbesondere die Vereinsmitglieder, die nicht an den Loks und Waggons schrauben, wollten unbedingt wieder auf die Schiene.

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