Eröffnung schon am Sonnabend

Harpstedter Eisdiele mutiert zu Schnellteststation

Zusammen mit Orazia Maria („Graziella“) Trovato (r.), dem Gesicht des Eiscafés Venezia schlechthin, bewirbt das Ehepaar Kalabalik die Eröffnung der Covid-19-Teststation. Am Sonnabend startet das Testen in der Eisdiele.
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Zusammen mit Orazia Maria („Graziella“) Trovato (r.), dem Gesicht des Eiscafés Venezia schlechthin, bewirbt das Ehepaar Kalabalik die Eröffnung der Covid-19-Teststation. Am Sonnabend startet das Testen in der Eisdiele.

Harpstedt – Mit der Corona-Warnstufe zwei, der 2G-plus-Regel für Indoor-Aktivitäten und der 3G-Regel am Arbeitsplatz wächst der Druck zur Einrichtung von Covid-19-Teststationen enorm. In Harpstedt sind Antigenschnelltests ab diesem Sonnabend, 4. Dezember, im Eiscafé Venezia an der unteren Freistraße möglich, und zwar täglich von 10 bis 18 Uhr, auch sonntags.

Das Gesundheitsamt hat inzwischen das Okay gegeben. Termine können nicht vereinbart werden. Wer einen kostenlosen Schnelltest braucht, muss sich in die Warteschlange stellen. Das Ergebnis liegt bereits eine Viertelstunde nach dem Abstrich vor. Wird keine Covid-Infektion festgestellt, hat das 24 Stunden Bestand. Wer also etwa als Ungeimpfter bei seinem Arbeitgeber am Montagmorgen ein negatives Schnelltestergebnis vorlegen muss, kann sich im Verlauf des Sonntags, idealerweise am Abend, testen lassen.

Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel hat sich um eine möglichst rasche Eröffnung der ersten Covid-19-Teststation in Harpstedt bemüht. Ursprünglich war der Startschuss für den 8. Dezember ins Auge gefasst worden.

Vitaminpunkt GmbH ist die Betreiberin

Metin Kalabalik, Inhaber des „Liberty"s“ und des Eiscafés Venezia, hatte die Initiative ergriffen – im eigenen Interesse und im Interesse der örtlichen Gastronomie. Da die Eisdiele derzeit ohnehin geschlossen ist, lag es nahe, sie als Teststation zu nutzen. Mit der Vitaminpunkt GmbH aus Delmenhorst fand sich eine Betreiberin.

Für uns ist die Teststation eine gute Werbung.“

Yesim Kalabalik

Metin Kalabalik und seine Frau Yesim werden gleichwohl auch selbst testen, ebenso Rita Wolfrath und Arise Limon; sie alle haben eine Schulung durchlaufen, die sie dazu befähigt und berechtigt. Die Eisdiele muss nicht großartig verändert werden. Es bedarf aber einer Trennwand, damit jeweils zeitgleich zwei Abstriche genommen werden können.

„Für uns ist die Teststation eine gute Werbung“, sagt Yesim Kalabalik. PCR-Tests werden im umfunktionierten Eiscafé nicht durchgeführt. Ob Abstriche auch an Weihnachten und Neujahr genommen werden oder nicht, ist noch nicht entschieden.

Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen.“

Edda Masemann

Eine einzige Teststation in Harpstedt reicht aber womöglich nicht zur Deckung des absehbar großen Schnelltestbedarfs. „Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen“, versicherte am Donnerstag Edda Masemann, Fachbereichsleiterin im Amtshof, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir stehen im Gespräch mit verschiedenen Anbietern, darunter private und die Malteser. Und die sind wiederum mit dem Gesundheitsamt im Kontakt. Etwaige Standorte müssen geprüft, Gespräche mit Vermietern geführt und viele Dinge geplant werden. Wir hoffen, weitere Testmöglichkeiten kurzfristig realisieren zu können“, sagte Masemann.

Die Zuständigkeit liege beim Landkreis Oldenburg, aber die Samtgemeinde Harpstedt sei natürlich unterstützend und vermittelnd tätig. Momentan sei leider noch vieles „in der Schwebe“. Nach Auskunft von Verwaltungschef Yves Nagel sind mit Blick auf in Frage kommende Standorte die Delmeschule, die Begegnungsstätte an der Amtsfreiheit und die ehemalige Harpstedter Filiale der Oldenburgischen Landesbank (OLB) in Erwägung gezogen worden.

Wir selbst können nicht testen, weil wir in der Apotheke nicht die räumlichen Möglichkeiten haben, vom Personal mal ganz abgesehen. Wir bewegen uns wirklich am Limit, haben genügend Aufgaben in dieser Pandemie und können keine zusätzlichen stemmen.“

Yvonne Schwerdt

Die Frage, wo man sich testen lassen kann, treibt viele Einwohner der Samtgemeinde aktuell um. Yvonne Schwerdt, Inhaberin der Harpstedter Mühlen-Apotheke, kommt sich im Moment ein bisschen vor wie die „Auskunftsstelle der Nation“, verriet sie schmunzelnd auf Nachfrage.

Fortwährend bekommt auch sie die Frage nach Testmöglichkeiten gestellt. „Das Telefon steht nicht still. Wir selbst können nicht testen, weil wir in der Apotheke nicht die räumlichen Möglichkeiten haben, vom Personal mal ganz abgesehen. Wir bewegen uns wirklich am Limit, haben genügend Aufgaben in dieser Pandemie und können keine zusätzlichen stemmen. Wir müssten Abstände einhalten, und die Leute müssten vor Ort auf ihr Testergebnis warten können. Das ist logistisch leider alles überhaupt nicht zu machen für uns. Keine Chance“, bedauerte die 57-Jährige.

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