Grundsatzbeschluss

Harpstedt: „Vorfahrt“ für die Erneuerbaren festgezurrt

Vorrang für regenerative Energien hat der Rat beschlossen.
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Vorrang für regenerative Energien hat der Rat beschlossen.

Harpstedt – „Für Liegenschaften der Gemeinde Flecken Harpstedt hat die Nutzung regenerativer Energien Priorität.“ So richtig anfreunden konnte sich Horst Bokelmann (fraktionslos) nicht mit diesem vom Fleckenrat einstimmig bei zwei Enthaltungen gefassten Grundsatzbeschluss.

Wenn mal bauliche Veränderungen anstünden, müsse die Form der Energiebedarfsdeckung ja gegebenenfalls sowieso diskutiert werden. Und dann sei die große Frage, ob sich der Rat wirklich an den Grundsatzbeschluss erinnere oder „es wieder nur ums Geld geht“. Bokelmann enthielt sich der Stimme, weil er es besser gefunden hätte, bei Um- oder Neubauten weiterhin im Einzelfall zu entscheiden, ob die Erneuerbaren zum Tragen kommen – und wenn ja, welche.

Wenn das Portemonnaie nicht genug gefüllt ist, müssen wir vielleicht auch mal einer anderen energetischen Alternative den Vorzug geben.“

Horst Hackfeld (HBL)

Genauso sah das Horst Hackfeld (HBL). Über die Art der Energiebedarfsdeckung sollte nach seiner Ansicht der Verwaltungsausschuss im Einzelfall entscheiden. Das gehöre mit in den Grundsatzbeschluss. Andernfalls wäre der Flecken „auf Gedeih und Verderb“ dem Vorrang für die Erneuerbaren verpflichtet. „Und das ginge auch mir ein bisschen zu weit. Wir müssen ja für jede Maßnahme das Portemonnaie aufmachen. Wenn das aber nicht genug gefüllt ist, müssen wir vielleicht auch mal einer anderen energetischen Alternative den Vorzug geben“, so Hackfeld.

Was nützt es uns, wenn wir das Geld im Portemonnaie haben, aber am Ende das Klima kaputt ist?“

Irene Kolb (Bündnis 90/Die Grünen)

„Was nützt es uns, wenn wir das Geld im Portemonnaie haben, aber das Klima am Ende kaputt ist? Die Zukunft unserer Kinder und Enkel ist so wichtig. Wir können es ihnen nicht antun, in dieser Frage aufs Geld zu gucken. Natürlich sollten wir keinen Blödsinn machen. Wir müssen schon im Einzelfall schauen, welche nachhaltige Lösung passt. Aber dass regenerative Energien genutzt werden sollten, steht doch außer Frage“, erwiderte Irene Kolb (Bündnis 90/Die Grünen). Das sei nicht nur klimapolitisch, sondern auch aus Kostengründen geboten. Bei den nicht regenerativen Energien kämen schließlich „die hohen Steuern“ dazu. Kolb: „Man gewinnt also noch nicht einmal was, selbst wenn man scheinbar am Anfang spart.“

Die Nachhaltigkeit ist entscheidend. Die fossilen Brennstoffe sind begrenzt und werden auch immer teurer.“ 

Hermann Schnakenberg (SPD)

Hermann Schnakenberg (SPD) pflichtete bei: „Die Nachhaltigkeit ist entscheidend. Die fossilen Brennstoffe sind begrenzt und werden auch immer teurer.“ Ob Fotovoltaik, Erdwärme oder eine andere Option – es ließe sich immer eine regenerative Alternative finden, die sich auf lange Sicht „gut rechnet“, zeigte er sich überzeugt. „Unsere Liegenschaften sind ja nicht nur für fünf oder sechs Jahre Nutzungsdauer ausgelegt, sondern für wesentlich länger.“

„Man muss schon schauen, was vernünftig ist und vom Geldbeutel her passt, aber immer unter der Prämisse: regenerative Energien zuerst!“, sagte Rolf Ranke (HBL). Er hieß den nur aus einem Satz bestehenden Grundsatzbeschluss ausdrücklich gut. „Bei allen kommunalen Bauwerken ist der Bauherr ohnehin dazu verpflichtet, regenerative Energien in Betracht zu ziehen. Egal welche, er muss sie prüfen. Das ist Gesetz und Vorschrift für ihn“, erläuterte Bürgermeister Stefan Wachholder (CDU).

In seinem Verständnis sollte der Grundsatzbeschluss die Politik künftig daran erinnern, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Erneuerbaren selbst dann den Vorzug zu geben, wenn sie vielleicht mal etwas weniger wirtschaftlich seien.

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