Trillerpfeifen an Frauen verteilt

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“

Birgit Berndt fand es gut, dass die neue Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lehmkuhl (r.) auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam machte.
+
Birgit Berndt fand es gut, dass die neue Gleichstellungsbeauftragte Nicole Lehmkuhl (r.) auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam machte.

Harpstedt – „Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.“ Dieser Satz kam Nicole Lehmkuhl, der Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde Harpstedt, gestern früh immer wieder über die Lippen – vor dem Verkaufstresen der Bäckerei Meyer Mönchhof im Harpstedter Netto-Markt.

Als Birgit Berndt aus Beckeln den Hinweis auf das besondere Datum vernahm, ging ihr ein Licht auf, warum ihr Verkäuferin Jutta Wagner die eingekauften Brötchen in einer Tüte mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ gereicht hatte. Nicole Lehmkuhl schenkte der Kundin eine Trillerpfeife, die sich als Schlüsselanhänger verwenden lässt. Damit kann frau auf sich aufmerksam machen, sollte sie tatsächlich mal von Gewalt bedroht sein. Der weithin hörbare Ton bewirkt im günstigen Fall, dass Menschen, sie sich in der Nähe aufhalten, beherzt einschreiten.

„Das Thema finde ich wichtig“, sagte Birgit Berndt. Von Nicole Lehmkuhl erhielt sie zusätzlich den Flyer „Hilfe bei Gewalt“ des Landkreises Oldenburg mit den Kontaktdaten diverser Fachstellen und Behörden, darunter das Jugendamt, die Polizei, das Frauen- und Kinderschutzhaus, „Wildwasser“ und das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Laut Kriminalstatistik registriert die Polizei in Niedersachsen im Bereich der häuslichen Gewalt seit über zehn Jahren kontinuierliche, teils sehr deutliche Anstiege (+7 Prozent im vergangenen Jahr). Beratungen im Kreis Oldenburg durch das Team des Frauen- und Mädchentelefons „Aufwind“ haben im Vergleich zu 2020 zugenommen.

Rund 100 Brötchentüten sowie zahlreiche Trillerpfeifen und Faltblätter wechselten am Bäckereitresen die Besitzer. Die Aktion geht auf die Gemeinschaft der Präventionsräte im Nordwesten, das Netzwerk „PrimA“, zurück. Die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Oldenburg haben sich darin eingeklinkt.

Wie oft Frauen in Deutschland – im häuslichen Umfeld und anderswo – Gewalt erfahren und erleiden müssen, lassen bereits die 353 bundesweit existierenden Frauenhäuser zuzüglich Zufluchtswohnungen erahnen. Dort finden jährlich 30.000 bis 34.000 Betroffene (einschließlich der Kinder) Schutz, Hilfe und Beratung.

Nicole Lehmkuhl bot der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen auch eine gute Gelegenheit, auf sich als noch neue Gleichstellungsbeauftragte aufmerksam zu machen – eine Chance, die sie sehr gern genutzt hat.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Zwei neue Corona-Testcenter

Zwei neue Corona-Testcenter

Zwei neue Corona-Testcenter
Auf dem Lamberti-Markt gehen die Lichter aus

Auf dem Lamberti-Markt gehen die Lichter aus

Auf dem Lamberti-Markt gehen die Lichter aus
Gedenktafel erinnert seit wenigen Tagen in Rethorn an Nazi-Opfer Adolf Bultmeyer

Gedenktafel erinnert seit wenigen Tagen in Rethorn an Nazi-Opfer Adolf Bultmeyer

Gedenktafel erinnert seit wenigen Tagen in Rethorn an Nazi-Opfer Adolf Bultmeyer
AfD: Spaziergang in Wildeshausen wäre ohne Antifa friedlich verlaufen

AfD: Spaziergang in Wildeshausen wäre ohne Antifa friedlich verlaufen

AfD: Spaziergang in Wildeshausen wäre ohne Antifa friedlich verlaufen

Kommentare