Harpstedt trauert um Pierre Marreau

Viel für die Freundschaft mit Frankreich getan

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Als ein engagierter Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft wird Pierre Marreau vielen Menschen aus Harpstedt und der Region in Erinnerung bleiben.

Harpstedt - Die Harpstedter werden sein Engagement im Interesse der Aussöhnung und Annäherung einstiger Erzfeinde in guter Erinnerung behalten: Am Sonntag verstarb Pierre Marreau nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren. Sein Vater Henri hatte ihn schon früh für die deutsch-französische Freundschaft begeistert. 1959 nahm er Kontakt zur ersten Gruppe von Jugendlichen aus dem Landkreis Grafschaft Hoya auf, die nahe Le Mans Kriegsgräber pflegten. Erste Jugendbegegnungen kamen zustande. Natürlich war Pierre Marreau dabei – als erster Partner von Karl Mittag aus Syke. Schon in jungen Jahren sprach er fließend Deutsch. Daher verwunderte es nicht, dass er sich nach dem Studium der Betriebswirtschaft entschied, in der Bundesrepublik zu arbeiten. Dank familiär-freundschaftlicher Bindungen – insbesondere zur Familie von Walter Voigt – fiel seine Wohnortwahl auf das beschauliche Harpstedt, obwohl er in der Folgezeit deutschland- und sogar europaweit geschäftlich unterwegs war.

Mit seiner Frau Josette zog Pierre Marreau zwei Söhne groß – Laurent und Frank. Alle vier setzten die musikalische Familientradition bei den „Harpstedter Pragern“ fort. Dabei zählten Pierre und Josette Marreau 1977 zu den Musikern der ersten Stunde; beide erlebten den Neuanfang des Blasorchesters mit. Über Jahre hinweg pflegten die „Prager“ mit Hilfe der Familie Marreau musikalische Bande nach Le Mans. In dieser Zeit festigte sich die Freundschaft zum französischen Blasorchester „Union Musicale de Pontlieue“.

Nicht vergessen werden darf Pierre Marreaus Engagement in Frankreich nach der Gründung des Comité de Liaison Maine–Basse-Saxe, dem Organisationspartner des Förderkreises für das Deutsch-Französische Jugendwerk, in seiner Funktion als Geschäftsführer. Den beiden Komitees verdankt die hiesige Region die Entstehung etlicher deutsch-französischer Städte- und Vereinspartnerschaften. Nach der Übersiedlung nach Deutschland fungierte Pierre Marreau zudem über Jahre als zweiter Vorsitzender in besagtem Förderkreis. Diese Doppelfunktion gab es nie wieder.

Die französische (Gastronomie-)Ordensgemeinschaft „Grand Conseil de l‘Ordre Gastronomique de la Marmite Sarthoise“ gründete unter Marreaus Leitung eine deutsche Sektion, deren Commandeur der Wahl-Harpstedter all die Jahre war. Den zahlreichen Ordensmitgliedern und der Öffentlichkeit französische Traditionen des Kochens und französische Lebensart zu vermitteln, lag ihm am Herzen. Sein eigenes Haus stand Gästen immer offen; Gastfreundschaft hat er zusammen mit seinen Angehörigen buchstäblich gelebt.

Der Tod Pierre Marreaus hinterlässt eine Lücke. Harpstedt und die ganze Region haben diesem Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft sehr viel zu verdanken.

eb/boh

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