Freddys Fell ähnelt einem abgewetzten Teppich

Tierquälerei mit der Schermaschine

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Die Wesensveränderung fällt Katzenliebhaber Thomas Wiegmann auf: Sein Kater sei jetzt Fremden gegenüber schüchtern und scheu, sagt er. 

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Freddys Fell ähnelt einem abgewetzten Teppich. Welches kranke Hirn auf die Idee kam, dem Maine-Coon-Kater grobschlächtig mit der Schermaschine zu bearbeiten, wüsste Thomas Wiegmann, der Eigentümer, nur zu gern.

Das Fell wächst nach, aber einen psychischen Knacks hat Freddy augenscheinlich davongetragen. Was ihm genau widerfahren ist, kann der Halter nur erahnen. Auf dem Rücken des Katers fällt ein breiter, teils komplett kahler Streifen ins Auge. Auch den Schweif hat der Täter geschoren. Die Bauchpartie verschonte er.

Offensichtlich ging der Tierquäler sogar zweimal binnen weniger Tage mit der Schermaschine zu Werke. „Am Freitagabend kam Freddy in die Wohnung. Da fehlte ihm bereits ein kleines Stück Fell“, erinnert sich Thomas Wiegmann. Der 45-jährige Harpstedter schöpfte sofort Verdacht. Dass sich der anderthalbjährige Kater mit einem Artgenossen gerauft haben könnte, kam ihm nicht in den Sinn. „Das sah eher aus wie herausgeschnitten“, erinnert er sich. Das Wochenende über ließ sich Freddy dann gar nicht mehr in der Wohnung blicken. „Am Sonnabend kam er nicht rein. Am Sonntag auch nicht. Erst am Montagmorgen wieder. Und da sah er so aus wie jetzt - geschoren an allen möglichen Körperstellen“, erzählt der IT-Servicetechniker, der neben Freddy mit der vierjährigen Auriel einen weiteren Maine-Coon-Samtpföter hält. Beide Tiere sind Freigänger.

Der Täter sei brutal vorgegangen, urteilt Thomas Wiegmanns Vater Diedrich. Kleinere Hautverletzungen im Rücken- und Nackenbereich habe der Kater erlitten. Der Unbekannte habe sich mit der Schermaschine oder einem Langhaarschneider tief ins Fell gearbeitet - bis auf die Haut. „Die Pfoten hat er nicht geschoren. Daran muss Freddy wohl festgehalten worden sein“, vermutet Diedrich Wiegmann.

Völlig zerfurcht: Freddys Rückenfell. 

Größere verkrustete Stellen, die auf Blutungen hinweisen, sind nicht erkennbar. Gleichwohl hat Freddy gelitten. Nur so lässt sich seine Wesensveränderung erklären. „Bislang ging er recht forsch und sehr freundlich auf die Leute zu“, sagt Diedrich Wiegmann. „Jetzt ist er scheu“, merkt sein Sohn an. Zumindest Fremden begegnet das Tier sichtlich verschüchtert.

Thomas Wiegmann glaubt nicht, dass es gelingen könnte, seine beiden „Freigänger“ ans Haus zu binden. Er wird sie auch weiterhin rauslassen, aber ein komisches Gefühl schwingt dabei von nun an mit. Sein Bruder wohnt direkt nebenan. Aber auch er hat keine Ahnung, wer Freddy mit der Schermaschine zuleibe gerückt ist. Ein Halbstarker? Ein Katzenhasser? Alles scheint möglich. Konkrete Hinweise auf den (oder die) Täter fehlen bislang.

So sah der freundliche Maine-Coon-Stubentiger aus, bevor sich ein Tierquäler mit der Schermaschine an seinem Fell vergriff. 

Die Wiegmanns hoffen, dass es vielleicht doch Zeugen gibt. Auf sich beruhen lassen sie den Vorfall jedenfalls nicht. Der Senior hat auf Anraten von Tierärztin Wiebke Miesner am Dienstag bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Eine kleine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, soll ebenfalls ausgesetzt werden.

Schon seit 2014 wohnt Thomas Wiegmann am Logeweg. Bis vergangene Woche hatte sich noch nie jemand an seinen Haustieren vergriffen.

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