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Lohnende Suche nach Lektüre für Kinder

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Von: Jürgen Bohlken

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„Wims wunderbar wilde Woche“ heißt eins der sieben von Tessa Rath illustrierten, signierten, nett verpackten und versteckten Kinderbücher, die darauf warteten, gefunden zu werden.
„Wims wunderbar wilde Woche“ heißt eins der sieben von Tessa Rath illustrierten, signierten, nett verpackten und versteckten Kinderbücher, die darauf warteten, gefunden zu werden. © Tessa Rath/Collage: Bohlken

Harpstedt – Knapp eine Woche nach Ostern haben sich Jung und Alt in Harpstedt erneut auf die Suche begeben. Allerdings ging es keineswegs darum, bislang unentdeckte Ostereier doch noch aufzuspüren. Aus Anlass des Welttags des Buches hatte die Harpstedterin Tessa Rath (43) am Sonnabend etwas ganz anderes versteckt: sieben unterschiedliche Kinderbücher mit eigenen Illustrationen – durchweg signiert, nett verpackt und versehen mit einem Hinweis darauf, für welche Altersgruppe sich die verschenkte Lektüre eignet.

Zeichnungen von Berufskollegin Izabella Markiewicz zieren das Geschenkpapier. In drei „Rutschen“ waren die Bücher über den Tag verteilt an gut zugänglichen Orten ausgelegt worden.

Die Harpstedter Illustratorin gab mit Fotos, die sie auf Facebook und Instagram postete, Hinweise auf die Fundorte. Bücher warteten auf dem Koems-Gelände, bei der Mooshütte, auf dem Amtshofgelände, bei der Samtgemeindebücherei, auf dem Kirchhof der Christuskirche und einem Spielplatz darauf, entdeckt zu werden.

Das war quasi ein Win-Win-Effekt.

Tessa Rath

„Meine Kinder haben als Folge dieser Aktion sogar ein bisschen Bewegung bekommen. Sie hatten den Auftrag, zum Koems zu radeln und dort zwei Bücher auszulegen. Das war quasi ein Win-Win-Effekt“, erzählt die 43-Jährige schmunzelnd. Mit dem ungewöhnlichen „Versteckspiel“ hatte sie sich erstmals in eine seit Jahren beliebte Kooperative von Verlagen zum Welttag des Buches eingeklinkt.

Die Resonanz, die sie von Findern bekam, sei sehr erfreulich und ermutigend gewesen, erzählt sie. „Eltern berichteten mir, dass sich ihre Kinder sofort auf das gefundene Buch gestürzt hätten, um es zu durchstöbern. Das ist doch ein schönes Ergebnis im Interesse der Leseförderung“, urteilt Tessa Rath.

Wer suchte, der fand mit etwas Glück sogar eine Neuerscheinung. Drei der sieben versteckten „Schmöker“ waren erst im Januar in den Handel gekommen – allen voran das im Ellermann Verlag erschienene Kinderbuch „Wims wunderbar wilde Woche“. Die von Jasmin Schaudinn erdachte und von Tessa Rath liebevoll illustrierte Geschichte handelt von einem Jungen, der mit seiner Mutter und seiner Schwester in einem Mehrfamilienhaus wohnt, das viele ganz unterschiedliche Menschen beherbergt. Jedes Kapitel steht für einen Wochentag und beschreibt in lebendiger Art und Weise mal tolle, mal aber auch langweilige Dinge, die Wim erlebt.

Eltern berichteten mir, dass sich ihre Kinder sofort auf das gefundene Buch gestürzt hätten, um es zu durchstöbern. Das ist doch ein schönes Ergebnis im Interesse der Leseförderung.

Tessa Rath

„Die Autorin bewegt sich sehr nah an der Zielgruppe, also an Kindern, die vier Jahre und älter sind. Sie schreibt richtig schön. Und zudem recht frech. Das hat mir am Text sehr gut gefallen“, urteilt Tessa Rath.

„Ein Schulanfang voller Überraschungen“, die zweite Neuerscheinung (Arena-Verlag), wendet sich indes an angehende ABC-Schützen. Der Clou dabei: Die Substantive, also die Hauptwörter, tauchen nicht in geschriebener Form auf. Bilder ersetzen sie und machen so das Textverständnis zu einer spannenden Angelegenheit.

Die Ähnlichkeit des in dem Schmöker vorkommenden Vierbeiners Wuschel mit Tessa Raths eigenem Hund ist keineswegs dem Zufall geschuldet. „Ich habe mir die Freiheit genommen, unseren Havaneser Theo in dem Buch unterzubringen“, verrät sie.

Der Neuerscheinung Nummer drei, „Affe, Bär und noch viel mehr“ (Oetinger-Verlag), hat Tessa Rath allein Leben eingehaucht. „Dieses Öko-Pappbilderbuch, komplett in Biofarben, ist wirklich sehr schön geworden“, findet die 43-Jährige. Es sei für Mädchen und Jungen ab zwei geeignet und komme als eine Entdeckungsreise zu den prägnantesten Tieren auf allen Kontinenten daher.

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