Chefdirigent avanciert zum „Chefredakteur“

„Der singende Chorbote“ hält Sangesfreunde im Lockdown bei Laune

Ein gutes Team: „Layouterin“ Ute Klitte und „Chefredakteur“ Steffen Akkermann tragen den Löwenanteil der Arbeit an der Zeitung „Der singende Chorbote“.
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Ein gutes Team: „Layouterin“ Ute Klitte und „Chefredakteur“ Steffen Akkermann tragen den Löwenanteil der Arbeit an der Zeitung „Der singende Chorbote“.

Harpstedt – Steffen Akkermann wagt sich auf journalistisches Terrain. Als „Chefredakteur“ hat der Dirigent den „singenden Chorboten“ bereits 19-mal mit Leben gefüllt – mit tatkräftiger Unterstützung. Die jeden Mittwoch druckfrisch vorliegende Zeitungsausgabe geht den Mitgliedern des Gemischten Chors Harpstedt und dem Gesangsverein nahestehenden Personen zu.

„Die meisten Exemplare, über 40, verschicken wir inzwischen per E-Mail. Einige gehen per Post raus, allerdings jetzt nur ganz wenige. Wir mussten feststellen, dass die Portokosten durch die Decke zu gehen drohten. Ungefähr 20 ,singende Chorboten" werden persönlich verteilt und in die Briefkästen geworfen“, erzählt der langjährige musikalische Leiter.

Ute Klitte kümmert sich um das Layout

Die Idee, die Chormitglieder mit vereinsrelevanten Botschaften und auch Noten in Zeitungsform „bei Laune zu halten“, kam Akkermann, nachdem der Lockdown die Proben erneut auf Eis gelegt hatte. „Die erste Ausgabe erschien Anfang November vergangenen Jahres. Unsere Chorvorsitzende Angela Willms habe ich zur Herausgeberin ernannt und die Vereinsvizechefin Annelen Voß zur stellvertretenden Herausgeberin. Ich war so frech, mich selbst als ,Chefredakteur’ einzusetzen. Linde Wessel und Ute Klitte haben als ,Redakteurinnen’ schon ordentlich was geschrieben. Ute baut zudem die Seiten am PC zusammen. Sie ist allein für das Layout zuständig“, erzählt der Harpstedter.

Bei den ,Pragern’ spielt Thomas Winter die Tuba, das tiefste Instrument, aber im Chor singt er im Tenor mit, also in der höchsten Männerstimme.“

Chor- und Orchesterleiter Steffen Akkermann

Interviews finden ebenfalls Eingang in den „Chorboten“. In der aktuellen Ausgabe kommt Thomas Winter zu Wort. Akkermann: „Er fungiert als Klaviertransporteur, wenn wir Auftritte mit E-Piano haben. Das kann er allein bewältigen und macht das schon seit Jahren. Sein Auto bietet dafür genug Platz. Bei den ,Pragern’ spielt Thomas Winter die Tuba, das tiefste Instrument, aber im Chor singt er im Tenor mit, also in der höchsten Männerstimme“, amüsiert sich der Chor- und Orchesterleiter über ein kleines Kuriosum.

Sehr positive Reaktionen

Das Redaktionsteam ermuntert laut Akkermann „viele Leute, etwas zu schreiben“. Der Appell wird tatsächlich erhört, auch von Älteren. Margret Bensing etwa erinnerte in einem Beitrag an die legendären Sängerfeste des Gemischten Chors Harpstedt und der „Liefertafel“. Liedgut berücksichtigt der „Chorbote“ ebenfalls. Akkermann: „Wir haben auch über Corona einen Song geschrieben und vertont. Jüngst enthielt die Zeitung das Stück ,Sehnsucht nach dem Frieden’ mit einem Text von Hoffmann von Fallersleben. Ute Klitte hatte das Lied gefunden und ein bisschen für Chor arrangiert. Wir haben es zu dritt gesungen und per Smartphone aufgenommen. Die Audiodateien sind zusammen mit dem ,Chorboten" via Mail verteilt worden.“

Hohe Spendenbereitschaft

Die Reaktionen auf die Ausgaben seien sehr positiv. „Viele Leute warten mittwochs darauf. Sie schauen in den Postkasten oder sehen im E-Mail-Account nach, ob der ,Chorbote" schon da ist. Ich merke, dass der Zusammenhalt durch diese Zeitung sehr gefestigt wird. Das war ja der Hauptgrund für das Zustandekommen – mit den Sängerinnen und Sängern Kontakt halten, damit sie uns nicht von der Fahne gehen. Wenn wir nach dem Lockdown wieder singen, sollen möglichst alle wieder da sein“, wünscht sich Steffen Akkermann.

Bemerkenswert findet der Dirigent die hohe Spendenbereitschaft – teils sogar unter ehemaligen Mitgliedern. Beträge von bis zu 150 Euro seien nach Bekanntwerden des Portokostenproblems eingegangen.

Auch die passiven Mitglieder und Chorverbände bekämen den ,Chorboten’. „Wir haben damit gut zu tun. Aber es macht auch sehr viel Spaß“, sagt Akkermann.

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