Lob aus Harpstedt fürs Impfzentrum

„Das lief wie am Schnürchen“

Die Zweitimpfung haben Heinfried Sander (l.) und Günter Rohlfs noch vor sich. Erika Hormann ist damit schon „durch“. Alle drei ließen sich vor einigen Jahren Seite an Seite ablichten, als sie sich im Seniorenbeirat um Beiträge für ein Buch mit Geschichten von früher bemühten.
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Die Zweitimpfung haben Heinfried Sander (l.) und Günter Rohlfs noch vor sich. Erika Hormann ist damit schon „durch“. Alle drei ließen sich vor einigen Jahren Seite an Seite ablichten, als sie sich im Seniorenbeirat um Beiträge für ein Buch mit Geschichten von früher bemühten.

Harpstedt – Dankbarkeit, aber auch Lob für das Impfzentrum Wildeshausen spricht aus Äußerungen älterer Einwohner der Samtgemeinde Harpstedt, die eine oder schon beide Impfungen gegen das Coronavirus erhalten haben. Zwei Frauen und zwei Männer hat unsere Zeitung am Donnerstag per Telefon befragt. Keiner von ihnen klagte über unerwartete Impfreaktionen.

„Das hat hundertprozentig geklappt“, fasste Mathilde Pergande (89) ihre Impferfahrungen kurz und bündig zusammen. Eine Bekannte kümmerte sich via Internet um die Termine. Am 11. Februar und 4. März wurde die Witwe des früheren Harpstedter Bürgermeisters Alfred Pergande in Wildeshausen geimpft. Die Wartezeit habe sich „in Grenzen“ gehalten. Das verwundert ob der Impfstoffknappheit allerdings eher nicht. Die 89-Jährige bekam Biontech/Pfizer-Dosen injiziert und hat sie nach eigenem Bekunden gut vertragen. Vom Hörensagen kennt sie allerdings auch heftigere Impfreaktionen: „Eine Frau hat mir erzählt, dass sie sich übergeben musste und sehr schlapp fühlte.“

Wir würden eine Zweiklassengesellschaft erleben. So etwas kann ich nicht gutheißen.“

Günter Rohlfs

Vollständig Geimpfte sollten ihre Freiheitsrechte nicht vor den noch nicht Geimpften zurückbekommen – diese Meinung vertraten die Befragten unisono. Unterschiede zu machen, wäre dem sozialen Frieden nach Ansicht von Günter Rohlfs (77) nicht dienlich. „Wir würden dann eine Zweiklassengesellschaft erleben. So etwas kann ich nicht gutheißen. Wir alle müssen diese Pandemie durchstehen und daher auch zusammenhalten“, formulierte er seinen Standpunkt.

Im Übrigen sei die Frage, ob sogar bereits Geimpfte das Virus weitertragen können, noch nicht hundertprozentig geklärt. Rohlfs will auf jeden Fall sehr vorsichtig bleiben und sich schon gar nicht unnötigen Risiken aussetzen. Hohe Inzidenzen in Wildeshausen halten ihn von Einkäufen in der Kreisstadt ab.

Armmotorik vorübergehend minimal beeinträchtigt

Die erste Dosis Biontech/Pfizer bekam er am vergangenen Dienstag im Impfzentrum gespritzt; die zweite soll am 1. Juni folgen. „Ich hatte mich telefonisch angemeldet“, erzählt der 77-Jährige aus Harpstedt. Während des doch recht langen Zeitraums bis zur Impfung habe er vier Schreiben bekommen; im letzten hätten die Termine gestanden. Nach den Impfreaktionen habe sich sein Sohn gleich tags darauf erkundigt. Den Arm, in den der Impfstoff injiziert worden war, konnte Günter Rohlfs nach eigenen Angaben vorübergehend nicht ganz so weit anheben wie gewohnt. Das sei aber auch schon alles gewesen.

Ich habe rein gar nichts gemerkt.“

Heinfried Sander

Wie Rohlfs engagiert sich Heinfried Sander im Seniorenbeirat. Hinter ihm liegt ebenfalls die Erstimpfung. Sie datiert vom 8. April. „Den zweiten Termin im Impfzentrum Wildeshausen habe ich am 20. Mai“, so der Klein Köhrener. Auf die Frage nach den Reaktionen auf den Biontech/Pfizer-Impfstoff erwiderte er: „Ich habe rein gar nichts gemerkt.“ Seine Schwiegertochter habe sich für ihn via Internet um Impftermine bemüht. Die seien 14 Tage später mitgeteilt worden. „Für mich lief das wirklich alles reibungslos. Ich kann mich nicht beklagen“, resümierte Sander.

Dass der zweite Termin auf den Karfreitag fiel, wunderte uns schon. Als wir deswegen an einem Stehpult im Impfzentrum nachfragten, klärte uns ein Arzt auf: ,Wir impfen durch!’ Und so ist es dann auch gelaufen.“

Erika Hormann

„Wir sind im Februar zum ersten und am Karfreitag zum zweiten Mal mit dem Moderna-Impfstoff geimpft worden und haben alles gut überstanden“, beantwortete Erika Hormann aus Harpstedt die Frage nach dem Impfverlauf für ihren Mann Ehler (81) gleich mit. „Es war toll organisiert in Wildeshausen. Das lief im Impfzentrum wie am Schnürchen. Einfach hervorragend. Wir haben im Februar vielleicht zehn Minuten warten müssen – deutlich kürzer als erwartet. Dass der zweite Termin auf den Karfreitag fiel, wunderte uns schon. Als wir deswegen an einem Stehpult im Impfzentrum nachfragten, klärte uns ein Arzt auf: ,Wir impfen durch!’ Und so ist es dann auch gelaufen“, entsann sich Erika Hormann. Die zweite Impfung sei sogar noch schneller über die Bühne gegangen: „Wir wurden durchgewunken.“ Körperliche Reaktionen habe es gar nicht gegeben, mal abgesehen von einem kleinen blauen Fleck nach dem zweiten „Pieks“.

Etwas Geduld war nötig

Das Bemühen um die Termine habe etwas Geduld erfordert. „Mein Mann versuchte zunächst immer wieder, uns telefonisch anzumelden, kam aber nicht durch. Ein Bekannter gab uns dann eine Rufnummer, unter der es sofort klappte“, berichtete Erika Hormann. Einziger Kritikpunkt: „Der Papierkram funktionierte nicht so gut. Wir bekamen sehr viel zugeschickt, einiges auch verspätet.“

Kontakt halten via Internet

Wie es sich anfühle, den vollen Impfschutz zu haben? „Wir sind erleichtert“, erwiderte die 81-Jährige auf diese Frage. Aus dem Lockdown macht das Ehepaar das Beste. „Wir halten uns viel an der frischen Luft auf, genießen auch Waldspaziergänge mit unserem kleinen Hund. Mein Mann ist oft im Garten, der vor Blumen strotzt“, so Erika Hormann. Via Internet würden Kontakte zu den Kindern gepflegt, von denen zwei in Ganderkesee und Hannover leben. Sich bei Unterhaltungen gegenseitig im Bild sehen zu können, sei „toll“.

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