Masterabschlussprojekt eines Harpstedters

Nachwuchsförderung über Musikvereinsgrenzen hinweg

Musiker.
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Sebastian Voß (l.) mit dem Projektorchester.

Harpstedt/Landkreis – In seiner Bachelorarbeit befasste sich Sebastian Voß aus Harpstedt, Student der Instrumentalpädagogik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, mit der Konzeptionierung eines Nachwuchsorchesters innerhalb eines Musikvereins. In seinem Abschlussprojekt „Get together“ für den Masterabschluss ging er einen Schritt weiter – über den „Tellerrand“ hinaus.

Der 32-Jährige mit Berufswunsch Musikschullehrer hob ein Projektblasorchester für Nachwuchsmusiker im Alter zwischen zehn und 65 Jahren aus mehreren Vereinen aus der Taufe. Ihm lag daran, in gemeinsamen Proben neue musikalische Räume zu erschließen. Voß wollte vor allem auch der Nachwuchsförderung in der Region einen weiteren Aufschwung ermöglichen. Eine Intensivierung der Kooperation zwischen den Musikvereinen sowie mit der Musikschule des Landkreises Oldenburg durch weitere Projekte hat er als langfristiges Ziel formuliert.

Ab Oktober trafen sich rund 40 Nachwuchsmusiker regelmäßig zu einstündigen Proben. Ende Oktober folgte ein ganzes Probenwochenende.

Live-Konzert fällt ins Wasser

Sein vorläufiges Ende fand das Projekt am Sonnabend in der Harpstedter Delmeschule. Dort entstanden Aufnahmen für einen kurzen Film, den die involvierten Musikvereine und die Musikschule zur Verfügung gestellt bekommen sollen. Der nach der 2G plus-Regel absolvierte Proben- und Aufnahmetag entschädigte das Projektorchester ein wenig für ein ursprünglich geplantes Live-Konzert, das als Folge von Corona ins Wasser fällt.

Fünf Orchester involviert

In der Absicht, die Ideen aus seiner Bachelorarbeit auszubauen, hatte sich Sebastian Voß überlegt, was in der Pandemie „fehlt“. Das lag im Prinzip auf der Hand: Der coronabedingte Verzicht auf Auftritte, Proben und regelmäßiges Musizieren legte Teile der Nachwuchsausbildung auf Eis. Unabhängig von Corona mangelte es nach Einschätzung von Sebastian Voß an wirklich enger Kooperation in der Nachwuchsarbeit – sowohl über die Grenzen der einzelnen Musikvereine hinweg als auch mit der Musikschule. Die beiden Punkte bewogen den Studierenden dazu, als Masterabschlussprojekt besagtes überregionales Projektorchester ins Leben zu rufen. Voß brachte Nachwuchs aus Musikkorps Wittekind, Blasorchester Wildeshausen (Blow), Harpstedter Pragern, Jugendblasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Beckeln (Blaso) und Klosterbachtalern zusammen. Die angeschobene Vernetzung kann zu einem späteren Zeitpunkt bewirken, dass sich die Orchester gegenseitig bei Bedarf aushelfen, wenn mal „Not am Mann“ ist.

Von Metallica zum „Böhmischen Traum“

Für die gemeinsamen Proben schwebte Voß nicht das übliche Musikvereinsrepertoire vor, sondern „etwas, um zu zeigen, dass die Nachwuchsmusiker auch allein Neues und Anderes erschaffen können“. Dazu bearbeitete er vier Stücke. Die Rockballade „Nothing Else Matters“ von Metallica und der Popsong „Lemon Tree“ der Band Fools Garden erschienen ihm geeignet, die Klangerfahrung zu erweitern, unterstützt durch E-Gitarre und Gesang. Der „Maxi Reloaded Marsch“ gilt mit seinem flotten Tempo als durchaus herausfordernd. Das vierte Stück, der „Böhmische Traum“, eigentlich ein Standardwerk, wartete im Mittelteil mit der einen oder anderen Überraschung auf. Bewusst wollte Sebastian Voß ein stilistisch breites Spektrum abdecken und mit Auswahl und Bearbeitung der Stücke sicherstellen, dass jeder Nachwuchsmusiker, „egal ob jung begonnen oder spät berufen, Überflieger oder Tuttispieler“, dabei sein konnte.

Positives Fazit

Das erwähnte Probenwochenende ging in der Musikschule des Landkreises Oldenburg über die Bühne. Voß zieht ein positives Fazit: „Dank der Unterstützung durch Ingo Poth gab es nicht nur eine weitere qualifizierte Fachkraft für Registerproben des Projektorchesters, sondern auch einen hervorragenden Kontakt zur Musikschule über den gesamten Projektverlauf. Nach der unkomplizierten Raumbereitstellung durch die Musikschulleitung tauchten in der Probenarbeit immer wieder Fragen auf, die durch Poths Netzwerk und Erfahrung schnell geklärt werden konnten. Stand er gerade nicht vor dem Orchester für Registerproben, freute er sich auch einfach, Teil des Projektorchesters zu sein und am Bariton mitzuwirken.“

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