Samtgemeindebürgermeister reagiert auf Tod

Herwig Wöbse: „Uwe Cordes hat sich nie verbiegen lassen“

Symbolische Übergabe des Amtshofschlüssels: Im Herbst 2014 trat Uwe Cordes (links) in den Ruhestand ein. Die Nachfolge als Samtgemeindebürgermeister trat Herwig Wöbse aus Stiftenhöfte an. Archivfoto: Bohlken
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Symbolische Übergabe des Amtshofschlüssels: Im Herbst 2014 trat Uwe Cordes (links) in den Ruhestand ein. Die Nachfolge als Samtgemeindebürgermeister trat Herwig Wöbse aus Stiftenhöfte an.

Harpstedt - Per WhatsApp-Nachricht hat Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse am Montag im Ausland die für ihn schockierende Nachricht vom Tod seines Amtsvorgängers Uwe Cordes erreicht. Er weilte mit seiner Familie in der Nähe von Genf, um Verwandte zu besuchen, als die Hiobsbotschaft kam.

„Uwe Cordes hinterlässt auf jeden Fall eine Lücke“, ist sich der Verwaltungschef sicher. Wöbse wird den Verstorbenen, der mit 68 Jahren viel zu früh habe gehen müssen, in guter Erinnerung behalten. Cordes habe Dinge auf seine ganz eigene Art vorangebracht; er sei zwar als Samtgemeindebürgermeister mitunter angeeckt, habe sich aber nie verbiegen lassen, sei sich selbst stets treu geblieben.

Alles, was mit Kindern, Jugend und Schule zu tun gehabt habe, sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Er habe auch dazu beigetragen, dass es in der Samtgemeinde Harpstedt vergleichsweise früh integrative Kindergartengruppen gab. Modellprojekte habe er zunächst als Schul- und Hauptamtsleiter, später dann als Verwaltungschef begrüßt, begleitet, befördert, unterstützt. In diesem Zusammenhang sei etwa das Brückenjahr zum Übergang Kindergarten–Schule zu nennen. Oder auch die Jugendpflege, bekanntlich ebenfalls Ergebnis eines Modellversuchs.

Cordes hatte immer ein offenes Ohr für Gemeinden

Für die Belange der Mitgliedsgemeinden habe Uwe Cordes immer ein offenes Ohr gehabt. Im – letztlich verlorenen – Kampf gegen den oberirdischen Bau der 380-kV-Leitung von Ganderkesee zum St. Hülfer Neufeld habe er den Schulterschluss zu den anderen von der Trassenplanung tangierten Kommunen gesucht.

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, pflegte Uwe Cordes gern ein geflügeltes Bertolt-Brecht-Wort zu zitieren, und das beherzigte er durchaus selbst. So etwa in seinem Engagement gegen Tieffluglärm. Oder später im Protest gegen die drohende Mülldeponie Wunderburg-Ost. Cordes zählte zu den Aktivisten der IG Moor, als Herwig Wöbse ihn kennenlernte. „Ich selbst war da auch ein Stück weit involviert, mein Vater Bernhard aber wesentlich stärker“, erinnert sich der Stiftenhöfter. Persönlich rechnete er es Uwe Cordes hoch an, dass der sich im Herbst 2014 nicht einfach in den Ruhestand verabschiedete, sondern dem Amtsnachfolger im übertragenen Sinne ein bestens bestelltes Feld hinterließ.

Dankbarer Blick zurück auf Amtsübergabe

„Wir haben uns mehrmals zusammengesetzt. Er hat aus meiner Sicht den Amtsübergang sehr angenehm gestaltet und mir den Einstieg erleichtert. Ich konnte mich damals in Ruhe einarbeiten, ohne gleich alle möglichen Dinge erledigen zu müssen“, denkt Wöbse mit Dankbarkeit zurück.

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