Vorsitzender Peter Rehberg im Interview mit unserer Zeitung

Kameradschaft sammelt mehr als sieben Tonnen Altmetall

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Zu den Helfern (nicht alle im Bild) zählten auch Lars und Jan (vorn, v.l.), die Enkel des Vorsitzenden der Schießsportkameradschaft Harpstedt, Peter Rehberg (hinten, 2.v.r.). 

Harpstedt - Zwölf Mitglieder der Schießsportkameradschaft (SSK) Harpstedt sowie die beiden Enkel des Vorsitzenden Peter Rehberg haben am Sonnabend bis Mittag auf und am Koems-Gelände ordentlich geackert. Fünf Helfer waren für das Sammeln von „Wohlstandsmüll“ in der Umgebung des Harpstedter Scheunenviertels – bis etwa zum Kiefernweg – eingeteilt. Der große Rest half beim Abholen, Sortieren und Verladen von gespendetem Metallschrott. In einem Interview mit Peter Rehberg hat sich unsere Zeitung unter anderem nach der Rechtmäßigkeit solcher Altmetallsammlungen erkundigt. Die Fragen stellte Jürgen Bohlken.

Wie viel Metallschrott hat die Kameradschaft zusammenbekommen?

Rehberg: Sieben bis acht Tonnen sind’s wohl geworden.

Das meiste davon haben Bürger selbst angeliefert?

Rehberg: Ja, zu etwa 60 Prozent, schätze ich. Den Rest haben wir bei Leuten abgeholt, die größere Mengen abgeben wollten. Zu sechs Adressaten sind wir gefahren.

Nur in Harpstedt?

Rehberg: Nein, ein Haushalt in Dünsen war auch dabei.

Welche Art von Altmetall wollten die Leute loswerden?

Rehberg: Das reichte von Waschmaschinen und Herden über Fahrräder bis hin zu allerhand Kleinkram – und zum Rasenmäher; daraus mussten wir natürlich erst einmal das Öl ablassen.

Die öffentliche Hand könnte die Metalle ja auch selbst „versilbern“. Von daher sehen die Behörden Schrottsammlungen vermutlich nicht gern. Sind die Aktionen überhaupt zulässig?

Rehberg: In unserem Fall ja. Wir sind ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Wir können uns außerdem auf das Gewohnheitsrecht berufen, weil wir das Schrottsammeln schon lange praktizieren. Nachdem ich Vorsitzender der Kameradschaft geworden war, hatte ich mich, was die Rechtmäßigkeit angeht, bei der Samtgemeinde Harpstedt im Ordnungsamt abgesichert. Von dort gab es keine Einwände. Anders sähe es aus, wenn ein Privater einfach loszöge, um Altmetall zu sammeln und zu verkaufen. Der bekäme wohl Probleme mit den Behörden.

Der für die Aktion der SSK organisierte Container ist bis zum Rand mit Eisen- und Mischschrott gefüllt. Einige Metalle haben die Helfer aber davon getrennt. Weil es dafür höhere Preise gibt?

Rehberg: Ja, wir haben Edelstahl, Kupfer, Aluminium und Zink ausgesondert. Ebenso Elektromotoren, weil sie Kupfer enthalten.

Das Ergebnis eines arbeitsreichen Vormittags: Der große Container ist bis zum Rand mit Mischschrott gefüllt.


An welchen Schrotthändler verkauft die SSK Harpstedt das Altmetall?

Rehberg: An die Firma Petko in Wildeshausen – schon seit etlichen Jahren.

Zu welchem Preis?

Rehberg: Für Mischschrott kriegen wir abzüglich der Kosten für die Bereitstellung und Abholung des Containers etwa 140 Euro je Tonne.

Und was bringt Kupfer?

Rehberg: Die Ankaufpreise dürften sich bei etwa vier Euro pro Kilo bewegen.

Wofür benötigt der Verein die Schrott-Verkaufserlöse?

Rehberg: Da fällt eigentlich immer etwas an. Aktuell ist auf Schießstand vier eine Elektronikplatine kaputtgegangen und muss ausgetauscht werden. Die Kameradschaft hat auch laufende Kosten. Manches ergibt sich aus behördlichen Auflagen als Folge von Überprüfungen der Schießanlage. Investitionen gehen ebenfalls richtig ins Geld. Für ein neues Luftgewehr, das wir anschaffen wollen, können wir allein schon eine Ausgabe in Höhe von 1 500 bis 1 800 Euro einplanen. Und die benötigten sechs neuen Kugelfänge für die Schießanlage schlagen pro Stück wohl mit mindestens 400 Euro zu Buche.

Beim Verladen des Schrotts habt ihr auch schweres Gerät eingesetzt?

Rehberg: Markus Witte aus Delmenhorst, eines unserer Mitglieder, hat uns mit seinem Trecker ausgeholfen.

Das Schrottsammeln ging in einem Abwasch mit dem Umwelttag über die Bühne. Wie viel Wohlstandsmüll haben die Helfer aufgelesen?

Rehberg: Dreieinhalb Müllsäcke sind voll geworden.

Und nun, nach getaner Arbeit, gibt’s für alle eine Stärkung?

Rehberg: Ja, ein zweites Frühstück sozusagen. Meine Frau sorgt für belegte Brötchen und kocht Kaffee.

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