Harpstedter Grundschüler trainieren das Fahrrad fahren 

Mit Verkehrstagen sicher in den Sommer

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Josefin fährt immer mit dem Rad zur Schule. Klassenlehrerin Julia Klammer überprüft ihr Können. 

Harpstedt - Der Sommer kommt. Immer mehr Jungen und Mädchen nutzen das Fahrrad, um zur Schule, zu Freunden oder ins Schwimmbad zu fahren. Dazu müssen sie jedoch die Verkehrsregeln richtig kennen und ihr Fahrrad im Griff haben. Um genau das zu trainieren, veranstaltet das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen (RUZ) seit Dienstag bei der Grundschule Harpstedt die Verkehrstage auf dem Außengelände der Delmeschule.

„Im Moment fahre ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule. Es macht echt viel Spaß“, berichtet die neunjährige Josefin. Sie habe ihrem Drahtesel sogar den Namen „Lissy“ gegeben. Dass das junge Mädchen nicht zum ersten Mal auf dem Rad sitzt, beweist die Harpstedterin im Parcours gekonnt. „Die Kinder durchlaufen insgesamt fünf Stationen. Sie sind alle konzentriert dabei und geben sich viel Mühe“, zeigt sich Klassenlehrerin Julia Klammer stolz. Sie leitet die Station „Langsam fahren“, bei der der Nachwuchs die Kontrolle über ihr Fahrrad unter Beweis stellen müssen. Zwischen den Schülern entsteht ein regelrechter Wettkampf. Sie feuern sich gegenseitig an und ermutigen einander, wenn ein Versuch schief geht.

„Wir möchten die Kinder auf umweltfreundliche Verkehrsmittel aufmerksam machen. Sie sollen lernen, das Fahrrad wertzuschätzen und daran Freude zu haben“, erklärt Jens Illgen vom RUZ den Hintergrund der Aktion. „Die Jungen und Mädchen können alle schon gut Fahrrad fahren. Es ist allerdings erschreckend zu sehen, wie wenig sie eigentlich darüber wissen“, bedauert Illgen. Als er zum Beispiel nach dem Dynamo fragt, können ihm nur wenige der Kinder sagen, wo und gar, was das eigentlich genau ist. „Das hängt damit zusammen, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben. Daher spielt für mich die Wertschätzung so eine große Rolle.“

Um zu lernen, im Straßenverkehr die richtigen Entscheidungen zu treffen, brauche es laut Illgen einiges an Übung und Erfahrung. So lernen die Kinder an einer Station auch, wie sie sich beim Abbiegen verhalten müssen. „Auf diese Weise trainieren die Schüler, die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen, aber auch wie es ist, mit nur einer Hand am Lenkrad zu fahren“, erklärt Illgen. Den Jungen und Mädchen macht es sichtlich Spaß. „Ich fahre viel Fahrrad in meiner Freizeit. Es ist toll, dass ich zeigen kann, wie gut ich das schon mache“, erzählt die achtjährige Lea aus Harpstedt stolz. Sie und ihre Mitschüler sind übrigens am Dienstag alle mit den eigenen Fahrrädern zur Grundschule gekommen – selbstverständlich auch mit Helmen.

Abschließend überprüfte Illgen die Sicherheit der Räder und führte einen kurzen theoretischen Unterricht durch. Die festgestellten Mängel können im Juni bei „Fahrrad Michl“ repariert werden, der ehrenamtlich arbeitet. Die Finanzierung der benötigten Ersatzteile übernimmt die Landessparkasse zu Oldenburg.

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