Überflüssige Gleise werden zurückgebaut

Eine gefühlt unendliche Geschichte geht zu Ende

Eine Baustellenampelanlage regelt momentan noch den auf der Delmenhorster Landstraße in Höhe Bahrs Landtechnik/Genossenschaft einspurig fließenden Verkehr. Auf einer Seite der L 776 ist nach dem Entfernen der Gleise bereits Asphalt eingebaut worden.
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Eine Baustellenampelanlage regelt momentan noch den auf der Delmenhorster Landstraße in Höhe Bahrs Landtechnik/Genossenschaft einspurig fließenden Verkehr. Auf einer Seite der L 776 ist nach dem Entfernen der Gleise bereits Asphalt eingebaut worden.

Harpstedt – Es hat Jahre gedauert. Nun aber werden die schon seit Langem nicht mehr genutzten Schienen in der Fahrbahn der Delmenhorster Landstraße (L776) in Höhe der Raiffeisen-Warengenossenschaft Bassum-Harpstedt endlich zurückgebaut. Bis zum Wochenende soll das Gleis verschwunden und die Straße wiederhergestellt sein.

Wolfgang von Fintel, Geschäftsführer der RWG, ist heilfroh, einen Schlussstrich in der Angelegenheit ziehen zu können. Er vermag nicht mehr zu sagen, wie viele Gespräche er deswegen geführt hat. Planungskosten verteuerten den Rückbau deutlich. Gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen die Genossenschaft und das Land Niedersachsen jeweils die Hälfte der Aufwendungen, so der von der RWG beauftragte Diplom-Ingenieur Karsten Rubbert aus Twistringen-Natenstedt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Normalerweise erfordere sowohl der Bau als auch der Rückbau einer Gleisanlage ein Planfeststellungsverfahren. „Um den Verfahrensaufwand möglich gering zu halten, beantragten wir Planverzicht. Den bekamen wir am Ende auch genehmigt“, sagt Rubbert. Was eigentlich ganz einfach klingt, entpuppte sich als ausgesprochen aufwendige Angelegenheit: „Das hat sich lange hingezogen, weil es viele zu Beteiligende gab – nicht nur die RWG und die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn. Auch die Landeseisenbahnaufsicht und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mussten dem Verzicht auf Planfeststellung zustimmen. Träger dieses Verfahrens ist die Genossenschaft gewesen – und die genehmigende Behörde witzigerweise das beim Landkreis Oldenburg angesiedelte Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft“, erläuterte Karsten Rubbert.

RWG stand bei Gleisen in Harpstedt in der Verantwortung

Der eigentliche Grund für die Notwendigkeit des Rückbaus seien die von den Gleisen ausgegangenen Risiken für die Verkehrssicherheit gewesen. „Im Falle eines Verkehrsunfalls drohte der Genossenschaft, dass sie haften muss, wenn sich nach einer Klage des Geschädigten herausgestellt hätte, dass die Unfallschäden nachweislich auf den Zustand ihrer Gleisanlage zurückzuführen sind. Da stand die RWG einfach in der Verantwortung, etwas zu tun“, weiß der Diplom-Ingenieur.

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Auch in der Politik wurde Handlungsbedarf gesehen. Schon vor Jahren beantragte die SPD-Fleckenratsfraktion den Rückbau der Gleise. Zu jener Zeit hatte die RWG die Maßnahme aber nach Angaben ihres Geschäftsführers selbst längst auf dem Schirm. Die Sozialdemokraten begründeten ihren Antrag damals mit beobachteten Motorradfahrern, die im Bereich der Schienen schon mal ins Schlingern kamen, außerdem mit Lärm beim Überqueren der Gleise und dem Erfordernis überproportional häufiger Straßenausbesserungen als Resultat von Erschütterungen. In wenigen Tagen findet die gefühlt unendliche Geschichte nun doch ein Ende. Bis dahin sorgt eine Baustellenampelanlage dafür, dass Fahrzeuge die Baustelle reibungslos einspurig passieren können.

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