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„Lasst doch die Waffen schweigen!“

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Lieder wie Gebete: Für den Frieden sangen die Teilnehmer in der Grundschule.
Lieder wie Gebete: Für den Frieden sangen die Teilnehmer in der Grundschule. © Ute Klitte

Harpstedt – „Ein Flehen steigt zum Himmel auf: Lasst doch die Waffen schweigen! Ändert den mörderischen Lauf! Er ist uns nicht zu eigen.“ Diese Verse stammen aus der dritten Strophe eines Gedichts, mit dem Steffen Akkermann am Donnerstag in der Harpstedter Grundschulpausenhalle ein „Offenes Singen für den Frieden“ einläutete – an der Seite von Ute Klitte und Linde Wessel.

„Als wir aufwachten, waren wir nicht mehr in derselben Welt. Wir hatten Krieg in Europa“, zitierte er Außenministerin Annalena Baerbock und fuhr fort: „Lasst uns um Frieden bitten mit einem kleinen Lied – nicht nur für Kinder von Erika Mertke –, das Ute Klitte noch aus ihrer Jugendzeit in der DDR kannte und sehr beliebt war: ,Kleine weiße Friedenstaube’!“

Im weiteren Verlauf des Abends folgten dem Kanon „Dona nobis pacem“ klassische Friedenslieder – von „We shall overcome“ bis „Blowing in the Wind“. Eher unbekannt war den 20 Teilnehmern das ebenfalls angestimmte Antikriegslied „Wo soll ich mich hinwenden in dieser bösen Zeit?“ von 1830, das die zeitgenössischen Rekrutierungspraktiken kritisierte und den Krieg als Mittel der Herrschenden verurteilte. Aus der Feder des 1953 in die DDR emigrierten Liedermachers Wolf Biermann, der als scharfer SED-Kritiker im sozialistischen Regime in Ungnade fiel, 1976 nach einer Konzerttour durch die Bundesrepublik nicht wieder einreisen durfte und schließlich ausgebürgert wurde, stammt „Ermutigung“. Dieses Lied ruft dazu auf, sich nicht von den Mächtigen verbrauchen und verschrecken zu lassen.

„Wind of Change“ passt nicht mehr in die Zeit

Der Text von „Wind of Change“ von den Scorpions lag zwar in gedruckter Form vor, „aber wir werden das Lied trotzdem nicht singen“, kündigte Ute Klitte an. Grund: Verse wie „Hättest du gedacht, wir könnten einstmals sein wie Brüder?“ passen nicht zum Krieg in Europa. „Die Gedanken sind frei“, der Kanon „Make Peace, not War“ und „Sag’ mir, wo die Blumen sind“ rundeten den Singabend ab, der mit dem Lied „Böse Zeiten“ aus Klittes und Akkermanns Feder sowie – abermals – „Kleine weiße Friedenstaube“ ausklang.

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