Leutnant Eric Hormann trägt in diesem Jahr die Fahne

Harpstedt feiert am 6. Juni das traditionelle Schiebenscheeten

Schiebenscheeten in Harpstedt in einem der vergangenen Jahre
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Schiebenscheeten in Harpstedt in einem der vergangenen Jahre

Harpstedt - Traditionell gönnt sich Harpstedt einen dritten Pfingsttag für sein Schiebenscheeten. Auch diesmal wird’s ein langer „Pfingstdienstag“ werden, der bis in den Mittwoch hinein währt.

Zwischen dem Weckruf der Trommler und den drei letzten Tänzen auf dem Marktplatz liegen 20 Stunden. Für die Bürgerschützen beginnt das Fest am 6. Juni nach dem Frühstück: Ab 9 Uhr schreibt sich jeder von ihnen, anständig gekleidet sowie mit Blumen im Lauf des Holzgewehrs, am Zylinder und am Revers – je nach Wohnort – in „seiner“ Korporalschaft (Rott) ein. 

Das I. Rott sammelt sich beim Hotel „Zur Wasserburg“, das II. beim Gasthaus Pagels, das III. bei Korporal Friedrich Jarren am Carsten-Horst-Kamp 6 und das IV. bei seinem „Spieß“ Bernd Fassauer an der Heinrich-Böll-Straße 4. Nachdem jeweils die Rekruten „geschliffen“ worden sind, begeben sich die Bürgerschützen „rottweise“ zum Bataillonsappell auf den Marktplatz. Dort treffen bis 10.45 Uhr auch die Harpstedter „Prager“, Offiziere und Magistrat sowie der diesjährige Fähnrich Eric Hormann (I. Rott) ein.

500 Ausmarschierer werden erwartet

Nach Ansprachen von Oberst Rolf Ranke und Bürgermeister Stefan Wachholder, dem Verlesen der Fest- und Schießordnung, einem Probe-Exerzieren der Rekruten und der Ehrung langjähriger Ausmarschierer erklingt die Nationalhymne. Anschließend, um 11.15 Uhr, marschiert das ganze „Bataillon“ zu Bürgerschützenkönig Marco Roreger in die Straße „Am Schwarzen Berg“, der selbst erklärten „Königsallee“ im Baugebiet Loge. Rund 500 Ausmarschierer dürften auch diesmal wieder dabei sein (Marschreihenfolge: II., IV., III. und I. Rott). 

Mitsamt König geht’s nach dem Abschreiten der Front gegen 12.15 Uhr weiter zum Koems-Gelände (Festplatz). Die erste Wache dort übernimmt das IV. Rott um 13 Uhr; im Anderthalb-Stunden-Takt folgen das III., I. und II. Bei Verstößen gegen die Festordnung kommen die bedauernswerten „Sünder“ im Lämmerkoven „an die Kette“ und werden in spaßigen Schnellverfahren abgeurteilt. Nach der Ankunft auf dem Festplatz beginnen die Schießwettbewerbe. 

Wer schießen will, muss vorher marschieren

Die Berechtigung, in der Koems-Schießhalle drei Schuss auf die Königsscheibe abzugeben, hat jeder „ehrbare Harpstedter Haushaltsvorstand“ oder sein „mindestens 21 Jahre alter Anerbe“, wobei die vorherige Teilnahme am Ausmarsch obligatorisch ist. Angelegt wird auf 100 Meter über Kimme und Korn – auf eine Zwölfer-Scheibe. Eine Zwölf reicht, um ins Umschießen zu kommen. Volljährige Männer, die noch nicht 21 sind, mischen im Schießen um den U21-Pokal mit. Ehemalige Bürgerschützenkönige wetteifern derweil um den Königspokal. Im Damen-Team-Cup-Schießen haben dreiköpfige Frauenmannschaften ab 14.30 Uhr die Chance, einen 100-Euro-Geldpreis zu gewinnen.

Neben Gaumenfreuden der Imbiss-Gastronomie auf dem Festplatz kann jeder (für elf Euro) das Bürgeressen im Koems-Saal genießen, das ab 13 Uhr in Buffetform in der Saalstube angerichtet wird. Um 14.30 Uhr beginnt in der Rottscheune die beliebte „Hüttendisco“ mit Stimmungsgranate DJ Toddy. Vor dem Umschießen (ab 18.30 Uhr) geben die Harpstedter „Prager“ (ab 16 Uhr) ein Platzkonzert. Um 20 Uhr erreicht das Fest mit der Krönung des neuen Bürgerschützenkönigs durch Oberst und Bürgermeister sowie mit der Vergabe der ausgeschossenen Pokale seinen Höhepunkt. Im Anschluss schickt sich DJ Toddy beim Festball für jedermann im Koems-Saal an, die Stimmung auf den Siedepunkt zu treiben (Eintritt frei). In tiefer Nacht bringen alle Untertanen, die noch marschieren können, den neuen König nach Hause und werden dort bewirtet.

Das Aufhängen der Königsscheibe folgt tags darauf. Antreten ist um 19.45 Uhr beim Domizil des neuen Königsrotts. Auf das Kinderschützenfest, das Harpstedt am Pfingstmontag feiert, kommt unsere Zeitung zurück.

boh

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