Neue „Prager“-Dirigenten feiern Premiere

Dreistündiges Neujahrskonzert im Koems-Saal begeistert die Zuhörer

Ein voller Koems-Saal: Die Harpstedter „Prager“ begeistern das Publikum mit Polka und Klassikern. Foto: Rottmann
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Ein voller Koems-Saal: Die Harpstedter „Prager“ begeistern das Publikum mit Polka und Klassikern.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Für ihr 36. Neujahrskonzert am Sonntag haben die Harpstedter „Prager“ großen Beifall des Publikums bekommen. Die 56 Musiker begannen im vollen Koems-Saal traditionsgemäß mit dem Radetzkymarsch von Johann Strauss (Vater). Vorsitzender Frieder Eiskamp begrüßte im Anschluss die Zuhörer: „Musik ist wie ein Sessel, man braucht ihn, wenn man nicht mehr kann. Heute wollen wir uns ganz der Musik hingeben.“

Nach einer dreimonatigen Ausbildung hatten die Dirigenten Klaas Akkermann, Henner Eiskamp und Ben Müller ihren Premierenauftritt. „Sie haben das Musizieren praktisch mit der Muttermilch aufgenommen und ich muss sagen, es macht Spaß, ihnen zuzuhören“, sagte Frieder Eiskamp. Steffen Akkermann, musikalischer Leiter, trug in gewohnter Manier eigene Reime vor: „So schwört man manchen heil’gen Eid am 1. Januar. Jedoch - nach nicht ganz langer Zeit sind gute Vorsätze ganz weit, es bleibt, wie’s immer war“.

Weiter ging es mit den „Comedian Harmonists in Concert“ - unter anderen mit den bekannten Stücken „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Veronika, der Lenz ist da“. Henner Eiskamp dirigierte das schwungvolle Potpourri „Hands up“ mit „Y.M.C.A.“ und „Is this the way to Amarillo?“. Ben Müller folgte mit der Polka „Ein halbes Jahrhundert”.

Der dritte Nachwuchsdirigent, Klaas Akkermann, begeisterte mit dem Lied der englischen Rockband Queen „The show must go on“. Die Trompeterinnen Theresa, Nela und Johanna spielten dazu eine kurze Soloeinlage. Ebenfalls unter Müllers Stabführung genossen die Zuhörer „We will rock you“, „Bohemian Rhapsody“ und „We are the champions“. Weiter ging es mit dem „Fliegermarsch“ sowie dem „Dudl-Dudl-Dei-Galopp“, einer Mischung aus Polka und Marsch.

Nach einer Pause stand der Nachwuchs im Mittelpunkt. Die jungen Klarinettistinnen Emma und Nike spielten mit ihrer Registerbetreuerin Laura das eigens für das Konzert einstudierte Stück „Wrecking ball“. Theresa begleitete ihre Kolleginnen am Klavier und erntete dafür verdienten Beifall.

Zu den besonderen Momenten des Konzerts gehörte Whitney Houstons „One moment in time“. Dieses Lied hatte die Sängerin 1988 bei der Olympiade in Seoul gesungen und war dadurch weltberühmt geworden. Dirigiert wurde das gefühlvolle Stück von Angela Würdemann, Stefan Akkermanns musikalischer Stellvertreterin. Die jungen Trompeterinnen Johanna, Theresa, Nela und Nike spielten den Beginn als Solo.

Den Beifall des Publikums bekam das Blasorchester für seine Interpretation von „The final countdown“ der schwedischen Hard-Rock-Band „Europe“ sowie für „Purple rain“ (Prince), das Müller mit einem nicht ganz einfachen Solo bereicherte. Zur „echten Pragerin“ ist auch Ida Bolling durch ihren Auftritt beim Neujahrskonzert geworden.

Nach „Fascination Drums“ spielten die Musiker „Trompetenecho“, „Gruß an Kiel“ und - traditionsgemäß - „Mister Dixi“. Bei Letzterem begeisterte Marten mit einem Schlagzeugsolo. Mit „Preußens Gloria“ und „Böhmischer Traum“ endete das Neujahrskonzert nach rund drei Stunden. Die Harpstedter „Prager“ bekamen am Schluss großen Applaus.

Ein potenzieller Musiker-Nachfolger saß im Publikum: Meo, der Enkel von Steffen Akkermann, wiegte sich im Takt der Musik hin und her und wagte ein kleines Tänzchen. Im November gerade mal ein Jahr alt geworden, lässt sich jetzt schon sagen: Ihm wurde die Musikalität in die Wiege gelegt.

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