„Cool im Pool“

Sportregion generiert Mittel für Schwimmkurse auch in Harpstedt

Die HTB-Schwimmlernkurse werden im Rahmen der Initiative „Cool im Pool“ gefördert. Von links: Victoria Becker, Heinz Remme und Horst Bokelmann.
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Die HTB-Schwimmlernkurse werden im Rahmen der Initiative „Cool im Pool“ gefördert. Von links: Victoria Becker, Heinz Remme und Horst Bokelmann.

Harpstedt – „Zwei der insgesamt 24 Kinder könnte ich schon nächste Woche zur Abnahme für das Bronzeabzeichen ins Freibad schicken“, sagt Schwimmmeister i.R. Heinz Remme. In gleich drei Kursen bringt er aktuell Mädchen und Jungen im Delmeschulbad das Schwimmen bei. Der Harpstedter Turnerbund (HTB) bietet die Lehrgänge an (drei weitere folgen im Herbst).

Selten zuvor gab es einen derart gewaltigen Bedarf an Schwimmunterricht wie aktuell – auch eine Folge von Corona. „Ich könnte hier täglich von morgens bis abends im Wasser stehen“, erzählt Remme schmunzelnd.

Dass Eltern Schwimmkurse von Vereinen kostengünstig oder gar kostenlos für ihre Kinder in Anspruch nehmen können, verdanken sie der Initiative „Cool im Pool“: Als Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land haben der Kreissportbund (KSB) und der benachbarte Delmenhorster Stadtsportbund zuletzt eine Förderung des Landkreises Oldenburg in Höhe von vier Euro pro Kind und Lerneinheit auf den Weg gebracht; zudem generierten sie Sponsorengeld. Mit diesen Mitteln werden Übungsleitungen und gegebenenfalls die Badnutzung bezahlt. Letzteres entfällt in Harpstedt, weil die Samtgemeinde das Lehrschwimmbecken bei der Delmeschule kostenlos zur Verfügung stellt.

„Cool im Pool“ will „Projektvorhaben und Angebote der Sportvereine zur Wassergewöhnung und Schwimmfähigkeit“ fördern. „Die Kosten eines Schwimmkurses liegen im Schnitt bei rund 600 Euro. Wir verteilen letztlich Fördermittel“, sagt Projektleiterin Victoria Becker von der BeSS-Servicestelle der Sportregion. Dass es mit einer „Eintagsfliege“ angesichts des Nachholbedarfs nicht getan ist, weiß sie natürlich. „Aber es ist ein Anfang, der sich als Grundlage eignet“, betont sie.

Fokus auf Nachhaltigkeit

„Cool im Pool“ will nachhaltig etwas bewirken. In angestrebten Multiplikatorenschulungen soll Personal in Kitas und Schulen die Befähigung zur Erteilung von Schwimmunterricht erlangen. Unterstützung erfährt die Initiative durch die Krankenkasse hkk, den Landessportbund, den Runden Tisch Unfallprävention und die Dr. Klaus & Regine Bohnemann Stiftung. Primäre Zielgruppe der HTB-Kurse: Drittklässler, die coronabedingt größtenteils keinen Schwimmunterricht genossen haben. Priorität genießen sozial benachteiligte Kinder.

Die eigentliche Arbeit im Zusammenhang mit solchen Schwimmlernangeboten bewältigen Vereine mit ihren Übungsleitern und -leiterinnen. Deren Bereitschaft und Einsatz sei vorbildlich und verdiene Dank, betont Horst Bokelmann, stellvertretender KSB-Vorsitzender. Er lobt ebenso die Zusammenarbeit der Vereine untereinander: „Hier merkt man, dass es allen um die Sache an sich geht.“

Und wie wichtig „die Sache“ ist, belegen Zahlen: Schon vor Corona konnten 59 Prozent der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen. Das geht aus einer DLRG-Studie von 2017 hervor.

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