Harpstedt, Colnrade und Beckeln für einige Stunden fest in „Narrenhand“

Bunte Faschingssausen mit Polonaise und Bonbonregen

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Das Brezel-Wettessen in Colnrade war ganz nach dem Geschmack der Kinder.

Beckeln/Harpstedt/Colnrade - Die terminliche Überschneidung mit dem großen Faschingsumzug „um den Ring“ in Ganderkesee änderte rein gar nichts daran, dass am Sonnabendnachmittag kleine und große „Jecken“ zuhauf das Colnrader Dorfgemeinschaftshaus und das Gasthaus „Charisma“ in Harpstedt stürmten. Sowohl der Schützenverein Beckstedt als auch die HTB-Turnsparte freuten sich jeweils über eine tolle Resonanz auf das närrische Treiben unter ihrer Regie. Die Dorf- und Soldatenkameradschaft (DSK) Beckeln hätte sich unterdessen am Sonntag im Gasthaus Beneking einen etwas besseren Besuch für ihren Kinderkarneval gewünscht.

Der bunt geschmückte Saal des „Charisma“ drohte während des Faschingsnachmittages des Harpstedter Turnerbundes (HTB) aus allen Nähten zu platzen. In tollen Kostümen kamen die Kinder scharenweise, zumeist begleitet von einem oder sogar zwei Elternteilen. Organisatorin Pia Wachholder zeigte sich vom Ausmaß des gewaltigen Ansturms total überrascht. Die Gäste brachten obendrein durchaus Appetit mit, wie sich am mit atemberaubender Geschwindigkeit schrumpfenden Kuchenbuffet ablesen ließ. Von den gebackenen Leckereien blieb nichts übrig.

Die Kinder machten aus dem Saal für ein paar Stunden eine Faschingshochburg. Sie ließen sich von dem knallbunten Treiben mit Animation und DJ „Papa Manuel“ als musikalischen Stimmungsmacher nur allzu gern mitreißen. Beim Würstchenschnappen, beim Zeitungstanz und weiteren Spielen ging die Post ab. Am Eingang verteilte Tombola-Lose bescherten einigen kleinen „Jecken“ Preise. Der „Bonbonregen“ krönte das Spektakel. Um Missgunst oder gar Tränen in den Reihen der Kinder vorzubeugen, kürte die Turnsparte nur das schönste Erwachsenen-Kostüm. Timo Rath schoss als Roboter den redensartlichen Vogel ab. Er bekam einen Gutschein des „kleinen Weinladens“ als Anerkennung für seine phantasievolle Verkleidung überreicht. Weitere Preise hatten das Bücherlädchen, der Kfz-Teile-Handel Wachholder und das Eiscafé Venezia gespendet.

Zu einer zünftigen Karnevalssause geriet auch die sehr gut besuchte, vom Schützenverein Beckstedt veranstaltete Maskerade im Colnrader Dorfgemeinschaftshaus. Die Jugendwartinnen Anika Höhne und Lisa Beneke konnten mit dem Spieleprogramm punkten: Die Kinder fanden am Luftballontanz ebenso Gefallen wie am Brezel-Wettessen oder der Polonaise. Über Auszeichnungen für das beste Kostüm freuten sich Thore Bahrs (in der Altersklasse der bis Sechsjährigen), der als Olaf aus der „Eiskönigin“ eine gute Figur machte, Faye Hessel (sieben bis zehn Jahre) als „Minion“ sowie der lebendige Regenbogen Charlotte Pfeilsticker (ab elf Jahre). Am Abend fand die Veranstaltung ihren Ausklang in gemütlicher Runde.

Im Gasthaus Beneking in Beckeln begrüßte der DSK-Vorsitzende Thomas Kastendiek am Sonntagnachmittag lustig und originell verkleidenen Narren. Die gut gelaunten Kinder marschierten mit einer Polonaise in den Saal ein. Im weiteren Verlauf bewies sich der ungebrochen hohe Unterhaltungswert der „Reise nach Jerusalem“. „Wir werden heute einige Spiele spontan anbieten. Es gibt kein direktes Programm. Im vergangenen Jahr hatten wir einen Clown hier, der drei Stunden seine Späßchen gemacht hat. Das ist den Kids aber alles zu viel. Sie wollen sich nach kurzer Zeit lieber selbständig bewegen“, wusste Kastendiek zu berichten. Die ausgelassen durch den Saal springenden kleinen „Jecken“ gaben ihm Recht. Die Erwachsenen genossen derweil Kaffee und Kuchen beim Klönschnack. Später gab‘s Pommes, Bratwurst und Chicken Nuggets gegen den kleinen Appetit oder auch großen Hunger. Den kulinarischen Part übernahmen Gastwirt Andrej Jurk und sein Team.

„2015 hatten wir rund 60 Kinder hier. Heute sind leider nur etwa 20 gekommen“, bedauerte der zweite Vorsitzende Hans-Ulrich Wolle. Ein besonderes Highlight kündigte er für den Schluss der Feier an: „Wir werfen große Toilettenpapierrollen in den Saal. Die Kinder wickeln sich gegenseitig ein und verwandeln einander so in ,Mumien‘. Eine Riesengaudi!“

aro/boh

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