Button-Aktion „Ich bin zweimal geimpft“

Einsatz gegen Corona erfährt Wertschätzung

Die Buttons, die Adolf Knapp für den guten Zweck verkaufte und teils an seiner Jacke trug, gingen weg wie die redensartlichen warmen Semmeln.
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Die Buttons, die Adolf Knapp für den guten Zweck verkaufte und teils an seiner Jacke trug, gingen weg wie die redensartlichen warmen Semmeln.

Harpstedt – Von Tür zu Tür gehen. Klinken putzen. Das hat Adolf Knapp schon früher beherrscht. Als Anzeigenberater bei der Kreiszeitung. Damals, im Berufsleben, musste er oft Überzeugungsarbeit leisten. Kinderleicht fiel es dem Ruheständler aus Harpstedt hingegen dieser Tage, Buttons mit dem Spruch „Ich bin zweimal geimpft“ für zwei Euro das Stück unters Volk zu bringen, um den Verkaufserlös Menschen zu spenden, die sich im unermüdlichen Kampf gegen die Pandemie engagieren.

Rund 200 Euro kamen zusammen. Den Löwenanteil davon überreichte Knapp am Donnerstag den Maltesern, die im Harpstedter Schnelltestzentrum im „Lämmerkoven“ auf dem Koems-Gelände schon zwischen 2 000 und 3 000 Menschen auf Sars-CoV-2 getestet haben. Den Rest des Spendengeldes erhielt – ebenfalls als kleine Anerkennung – das Team der Harpstedter Gemeinschaftsarztpraxis an der Mullstraße für seinen Impfeinsatz.

Viele gaben mehr als den Kaufpreis

50 Buttons hatte Jugendpflegerin Annelen Voß produziert. Mühelos hätte Adolf Knapp weit mehr Anstecker unters Volk bringen können. „Ich habe Freunde und Bekannte angesprochen, von denen ich annahm, dass sie mein Anliegen unterstützen würden, und auch an Haustüren geklingelt“, so der 81-Jährige. Die Leute ließen ihn nicht im Regen stehen.

Er selbst genießt längst den vollen Impfschutz gegen Corona. Den Button-Käufern lag nicht so sehr daran, sich nun unbedingt als „zweimal Geimpfte“ zu outen. Ihnen ging es mehr darum, dass Menschen in ihrem ambitionierten Kampf gegen die Pandemie Wertschätzung erfahren. Viele, die Anstecker erwarben, gaben freiwillig mehr als den Kaufpreis. Manche sind noch gar nicht geimpft, schon gar nicht zweifach, und legten den Button erst einmal beiseite.

Geld und Blumen überreichte Adolf Knapp (r.) an das Malteser-Team vom Schnelltestzentrum. Arne Sengstake, Paula Wöbse und Maximilian Oebker (v.l.) dankten.

Die Aktion sei ein „großer Renner“ gewesen, verriet Knapp den Maltesern und sprach allen Unterstützern seiner Initiative, allen voran Annelen Voß, ein Dankeschön aus. „Da Geld allein nicht glücklich macht, hat sich unser Netto-Markendiscounter bereit erklärt, zusätzlich Blumengrüße beizusteuern, die ich zusammen mit den Spendengeldern überreichen darf“, fügte er hinzu.

Tolle Aktion! Solche Anerkennung bedeutet uns viel.“

Maximilian Oebker

Gut eine Woche lang hatte Adolf Knapp einen Teil seiner Freizeit dem „guten Zweck geschenkt“. Und das „war schön“, resümierte der Ruheständler. Sicherlich verdienten auch andere Anerkennung, beispielsweise das Impfzentrum Wildeshausen oder das Johanneum-Krankenhaus, räumte er ein. Gleiches gelte – losgelöst von Corona – für etliche weitere Einrichtungen.

Startkapital ist vorhanden.“

Adolf Knapp

Daher würde es Knapp sehr begrüßen, wenn sein Beispiel Schule machte und Nachahmer fände. Er sei gern bereit, seine Erfahrung einzubringen. „Startkapital ist vorhanden“, unkte der 81-Jährige schmunzelnd und schüttelte augenzwinkernd einmal kurz sein „Sparbuch“: eine Spardose in Buchform, in der ein einziger Cent klöterte.

„Tolle Aktion! Solche Anerkennung bedeutet uns viel“, dankte Maximilian Oebker, „Leiter Ausbildung“ bei den Maltesern, zudem Schulsanitätsdienstleiter und Mitstreiter im Team des Harpstedter Testzentrums, für die Spende. Zweimal die Woche sind die Malteser im „Lämmerkoven“ präsent. Zwischen 150 und 350 Testwillige schleusen sie dort pro Tag für gewöhnlich durch; die Abstriche laufen mit ehrenamtlicher Menpower unaufgeregt und routiniert ab.

Zwei Teststraßen

Zwei Teststraßen werden jeweils mit vier oder fünf Helferinnen und Helfern besetzt – eine für Leute, die unangemeldet kommen, und eine für Angemeldete. „Unser insgesamt 25-köpfiges Team ist hoch motiviert. Es besteht aus Ehrenamtlichen aus der Samtgemeinde Harpstedt“, unterstrich Oebker.

Er habe, wie er am Rande verriet, sogar selbst schon Corona überstanden. Zu zweiwöchigem Fieber um die 40 Grad gesellte sich in seinem Fall Geschmacksverlust hinzu. Außerdem fühlte sich Oebker sehr schlapp. Spätfolgen seien ihm zum Glück erspart geblieben. Im Juni werde er geimpft. Oebker: „Zwischen Genesung und Erstimpfung müssen mindestens sechs Monate liegen.“

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