Kritik an Arbeiten in der Feldmark

Bankett-Abfräsung: Zu viel des Guten?

Hier, am Simmerhauser Weg, wurde beim Einsatz der Bankettfräse eher geklotzt als gekleckert. - Foto: Bohlken

Harpstedt - Gar nicht zufrieden sind Diedrich Wiegmann und Peter Oberwandling mit dem Ergebnis der Bankett-Abfräsung in der Harpstedter Feldmark, die ein Lohnunternehmen vor einigen Wochen im Auftrag des Fleckens ausgeführt hat. Mit dem auf mehreren Kilometern komplett entfernten Bewuchs in den Seitenräumen seien „die letzten Refugien für die Insekten“ verschwunden. „Vor allem die Grünen fordern doch immer, solche Lebensräume müssten bewahrt werden, weil Bienen, Hummeln und andere nützliche Insekten in den Mais-Monokulturen keine Nahrung mehr finden. Hier aber wird der Seitenraumbewuchs ohne Sinn und Verstand wegrasiert“, bedauert Wiegmann. Sehr deutlich falle das etwa am Simmerhauser Weg ins Auge.

Nach Ansicht von Wiegmann und Oberwandling missfällt auch vielen Radfahrern das Ergebnis der Abfräsung. Der Bermen-Untergrund werde nach Regenfällen weich. Wer darauf mit dem Rad fahre, weil er vielleicht ausweichen müsse, drohe wegzusacken und auf die Nase zu fallen. Das Argument, die Bankett-Abfräsungen seien nötig, damit das Oberflächenwasser versickern könne, ist für Oberwandlung und Wiegmann nicht nachzuvollziehen. Die Straßenkörper seien doch rund. Darauf bliebe ohnehin kein Wasser „stehen“.

Wohl aber in den Seitenräumen, gibt dagegen Bauamtsleiter Jens Hüfner, auch stellvertretender Gemeindedirektor, zu bedenken. Wiegmann bestreitet das: „Das ist nicht der Fall. Da sind doch die Gräben. Und die werden mit dem Fräsgut auch noch vollgeschmissen.“

Der Bauhof habe keine Bankettfräse, so Hüfner; daher müssten die Arbeiten fremdvergeben werden. Was den Umfang angehe, „so stimmen wir uns mit der Jagdgenossenschaft ab.“ Die Landwirte forderten das Abfräsen von Zeit zu Zeit ein – auch, „damit die Straßen nicht leiden“. Im ersten Moment sehe das Ergebnis mitunter schlimm aus, aber nicht sehr lange. Die Abfuhr des Fräsguts sei ein logistisches Problem; hier erfolge wiederum eine Abstimmung mit Jagdgenossen und Landwirten, „die das Material wiederverwenden“. Hüfner kann aber schon nachvollziehen, dass Erholungssuchende, die mit dem Fahrrad in der Feldmark unterwegs sind, eine andere Sicht der Dinge haben.

Oberwandling und Wiegmann wundern sich unterdessen auch über „wundersame Landvermehrung“. Durch Umpflügen würden öffentliche Wege nach und nach schmaler, wollen sie an mehreren Stellen beobachtet haben. Und im unbefestigten Abschnitt des Simmerhauser Wegs, so Oberwandlings Eindruck, rücke ein landwirtschaftliches Feld augenscheinlich jedes Jahr dem Waldrand „ein Stück weiter auf die Pelle“. Sollte die Gemeinde also einfach mal überprüfen lassen, ob sich Landwirte in der Feldmark tatsächlich ein Stück weit öffentliche Flächen „einverleibt“ haben? Oberwandling und Wiegmann fänden das überlegenswert. - boh

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