Florian Gräwert leitet „Waldburg“ in Harpstedt

Alter Kindergarten, der Charme versprüht

Rundum wohl fühle er sich an seiner neuen beruflichen Wirkungsstätte, sagte der Einrichtungsleiter der „Waldburg“, Florian Gräwert (Mitte), während eines Pressegespräches im Beisein von Fachbereichsleiterin Edda Masemann und Personalchef Ingo Fichter (zugleich Erster Samtgemeinderat).
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Rundum wohl fühle er sich an seiner neuen beruflichen Wirkungsstätte, sagte der Einrichtungsleiter der „Waldburg“, Florian Gräwert (Mitte), während eines Pressegespräches im Beisein von Fachbereichsleiterin Edda Masemann und Personalchef Ingo Fichter (zugleich Erster Samtgemeinderat).

Harpstedt – Er habe sehr geordnete Strukturen und einen hervorragend aufgestellten DRK-Kindergarten vorgefunden, sagt Florian Gräwert. Schon seit Anfang April obliegt ihm die Leitung der „Waldburg“ in Harpstedt. Da die Coronawelle im Mai abebbte, sei er nach Antritt der Stelle in vergleichsweise „ruhiges Fahrwasser“ geraten, erzählt der 35-Jährige, der mit seiner Familie in Wildeshausen wohnt.

Vor sieben Wochen erlebte er zum zweiten Mal Vaterfreuden: Seine Frau brachte eine Tochter zur Welt; damit bekam der inzwischen dreieinhalbjährige Sohn ein Schwesterchen.

Gräwert hatte bislang in der Jugendhilfe gearbeitet. Nach zwölf Jahren im evangelischen Kinderdorf Johannesstift in Vechta wollte er „raus aus dem Schichtdienst“. Er habe sich „mehr Struktur“ in seinem Leben gewünscht. Ihm liege natürlich auch daran, für seine Kinder da zu sein, so der gelernte Erzieher.

Nach eigenem Bekunden sagt dem Wildeshauser sein neues Aufgabenfeld sehr zu. Und die „Waldburg“, eine von Natur umgebene „bewegte Kita“ mit großem Spielplatz, kommt ihm fast schon vor wie eine Wohlfühloase. „Das Gesamtkonzept spiegelt meine Lebensphilosophie wider“, verrät Gräwert. Er treibe selbst Sport und sein ein „Draußentyp“. Obwohl die Kita alt sei, versprühe sie durchaus Charme.

Provisorium hat sich verstetigt

Dass sich Provisorien mitunter völlig unbeabsichtigt verstetigen, beweist der nach wie vor aus der „Waldburg“ nicht wegzudenkende „Container“. Die räumlichen Kapazitäten für sechs Gruppen, darunter eine Krippengruppe, sind erschöpft.

Ein Neubau ist avisiert, aber das Projekt steckt sozusagen in den Kinderschuhen. Ingo Fichter, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, würde es begrüßen, „wenn wir das in der neuen Ratsperiode angeschoben bekämen“. Eine Planung gebe es noch nicht.

In die Jahre gekommen: die Kita „Waldburg“.

Einen Neubau für sechs Gruppen lässt das Kindertagesstättengesetz nicht zu. Die Samtgemeinde Harpstedt steht vor der Entscheidung, „nur“ für fünf Gruppen zu bauen oder gleich zwei Kitas zu realisieren. Hinzu kommt die offene Standortfrage. Eine neue „Waldburg“ an alter Stelle würden die Eltern und pädagogischen Fachkräfte nach Auskunft von Gräwert sehr begrüßen. Der Flecken Harpstedt müsste sich dann auch nicht um ein Baugrundstück bemühen. Es gibt bekanntlich seit vielen Jahren ein „Agreement“: Wo immer die Samtgemeinde eine neue Kita oder auch ein neues Feuerwehrhaus errichtet, ist es Sache der jeweiligen Mitgliedskommune, eine geeignete Fläche zu finden und sie zur Verfügung zu stellen.

Übergangslösung für Bauphase nötig?

Allerdings: Hielte die Politik am alten „Waldburg“-Standort fest, müsste die Samtgemeinde für die Dauer der Bauphase eine Übergangslösung zur Betreuung der Kinder finden.

Also vielleicht die neue „Waldburg“ direkt neben die alte setzen? Diese Option besteht nur in der Theorie. Der nötige Grunderwerb von der Forst wäre vermutlich nicht hinzubekommen, und das Bauvorhaben vertrüge sich nicht mit dem Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH).

Ich bin Gruppenleiter einer Wohngruppe im evangelischen Kinderdorf Johannesstift in Vechta gewesen. Da ging es darum, die Kinder mit ihren unterschiedlichen individuellen Bedarfen in ihrer Alltagserziehung zu unterstützen und ihnen Entwicklungsraum zu bieten.“

Florian Gräwert

Die recht begrenzten Haushaltsspielräume der Samtgemeinde Harpstedt schmälern die Hoffnung auf einen raschen Neubau, dessen Finanzierung eine Mammutaufgabe zu werden droht. Ingo Fichter, auch Kämmerer, hält Kosten von viereinhalb Millionen Euro für eine realistische Größe. Zu allem Überfluss lassen sich weitere große Vorhaben nicht bis zum Nimmerleinstag aufschieben: Ein neues Feuerwehrhaus für die Stützpunktfeuerwehr Prinzhöfte ist zugesagt. Und der erneuerungsbedürftige Technikkeller für das Schwimmerbecken im Rosenfreibad gilt als tickende Zeitbombe; sollte dort die Technik ihren Dienst versagen und der Schaden nicht durch Instandsetzung behoben werden können, sähe die Samtgemeinde als Badbetreiberin alt aus.

Zurück zum „Waldburg“-Leiter: Florian Gräwert hat es, mal abgesehen von einem Praktikanten, an seiner jetzigen Wirkungsstätte ausschließlich mit Kolleginnen zu tun – von der Erzieherin bis zur Raumpflegerin. Die Zahl der pädadogischen Fachkräfte inklusive Aushilfen liege aktuell bei 18, sagt er.

Auch schon bei der Norle gearbeitet

Noch ungenutztes Potenzial sieht der 35-Jährige in der Digitalisierung. Begrüßen würde er eine Kita-Info-App. Damit ließe sich auch der Informationsfluss zu den Eltern erleichtern und viel unkomplizierter gestalten.

Nach der Ausbildung zum Erzieher hatte sich der Wildeshauser beim Kinderschutzbund in Köln zusätzlich zur Kinderschutzfachkraft qualifiziert. Im Vechtaer Kinderdorf Johannesstift oblag Florian Gräwert die Leitung einer Wohngruppe. „Da ging es darum, die Kinder mit ihren unterschiedlichen individuellen Bedarfen in ihrer Alltagserziehung zu unterstützen und ihnen Entwicklungsraum zu bieten“, sagt er. Nach seiner Erzieherausbildung hatte er zunächst für ein bis zwei Jahre bei der Norle im Rahmen der Eingliederungshilfe mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet. Der Lopshof in Dötlingen, wo er auch tätig gewesen sei, habe sich damals gewissermaßen „gerade entwickelt“.

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