Harings: „Die Entscheidung, eine Winterbaustelle zu vermeiden, ist richtig gewesen“ / Baubüro gut angenommen

Landrat gibt „neue“ K286 symbolisch frei

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Die symbolische Freigabe der K286 beschränkte sich auf das gemeinschaftliche Beseitigen einer Absperrbake. Von links: Werner Richter, Jens Hüfner, Ann-Christin Gajda, Carsten Harings, Dieter Hahn, Horst Prante und Georg Kossen-Voges.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Eigentlich wollte Landrat Carsten Harings die ausgebaute Mull- und Nordstraße (K286) in Harpstedtheute (Mittwoch) mit einemsymbolischen Scherenschnitt offiziell freigeben. Doch der dichte Verkehr, der schon seit Tagen aus beiden Richtungen über die Fahrbahn rollt, ließ es gar zu, auch nur für eine Minute ein Absperrband zu spannen. Daher beschränkte sich der sinnbildliche Akt auf gemeinschaftliches Wegräumen einer Absperrbake.

Im Beisein von Fleckenbürgermeister Werner Richter, Gemeindedirektor Ingo Fichter, Horst Prante (Bauüberwachung), Georg Kossen-Voges (Baufirma Gert Würdemann, Hude), Samtgemeinde-Bauamtsleiter Jens Hüfner sowie Dieter Hahn und Ann-Christin Gajda aus der Kreisverwaltung ließ Harings die Maßnahme mitsamt Vorgeschichte Revue passieren.

„Fehlstellen und Spurrinnen in der Fahrbahn, unzureichende Nebenanlagen und Oberflächenentwässerung, zu schmale Gehwege mit Versackungen“ – mit diesen Stichworten umriss der Kreishaus-Chef den Zustand der K286 vor dem Ausbau. „Und was finden wir heute vor?“, hinterfragte er und gab sich die Antwort selbst: Die neue Fahrbahn in Asphalt, die inklusive Rinnen 6,14 Meter in der Breite misst, sei in einem „Topzustand“, die Oberflächenentwässerung komplett erneuert. Die beidseitigen – gepflasterten – Gehwege, jeweils 2,50 Meter breit (bei punktuellen Einengungen), die auch Radfahrer nutzen können, leisteten „einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Obendrein habe die Straße optisch „enorm gewonnen“, teilte der Landrat die Ansicht von Bürgermeister Richter. Das Erscheinungsbild sei an die Umgebung angepasst worden, insbesondere auch bei den verbauten Pflastersteinen.

Die „Historie“ der Maßnahme reicht weit zurück. Schon 2006 begann die Planung. Am 8. Dezember 2009 gab es eine erste Info-Veranstaltung für die Anlieger. Deren Anregungen wurden aufgegriffen, geprüft und – soweit möglich – berücksichtigt. Der Planfeststellungsbeschluss datiert vom 20. Mai 2011. Mit der Aufnahme der K286 ins Bauprogramm des Landkreises war 2014 die Finanzierung gesichert. Eigentlich hätte im selben Jahr mit dem Bau begonnen werden sollen. Es kam dann zu Verzögerungen.

Eine Winterbaustelle aber habe niemand gewollt, merkte Harings an. Daher sei die Maßnahme bis zum Frühjahr geschoben worden. „Die richtige Entscheidung!“, urteilte der Landrat – und erntete keinen Widerspruch während des Ortstermins.

Am 25. März begannen die Arbeiten unter Vollsperrung der Straße. Am 6. November endeten sie. Die Firma Würdemann habe sehr flexibel und konstruktiv agiert, urteilte Harings. Der Landrat dankte nicht nur dem Bauunternehmen, sondern auch der Firma Sieverding (Cappeln), den Versorgungsträgern, allen beteiligten Behörden „und meinen eigenen Leuten“ für die gute Zusammenarbeit.

Dass sich das an der Mullstraße eingerichtete Baubüro bewährt hat, bestätigte Horst Prante, zuständig für die Bauüberwachung: „Eine hundertprozentige Sache. Das ist sehr gut angekommen. Die Anlieger haben die wöchentlichen Baubesprechungen wirklich genutzt und waren froh darüber, dass sie vernünftige Auskünfte auf ihre Fragen und Anregungen bekamen.“

760000 Euro waren für den Ausbau von Mull- und Nordstraße (K286) in Harpstedt veranschlagt worden. Die tatsächlichen Kosten lägen voraussichtlich „etwas höher“, sagte Harings. Genaue Zahlen könne er nicht nennen, weil die Schlussrechnungen noch ausstünden. Die Aufwendungen teilen sich zwischen dem Landkreis, dem Flecken Harpstedt und dem Abwasserverband Stuhr/Weyhe auf. Das Land gewährt einen Zuschuss in Höhe von 319800 Euro.

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