Betreuung und offene Angebote der „JuH“ finden eine große Akzeptanz

„Happy Kids“ statt „Schlüsselkinder“

Eine 4 000-Euro-Spende übergaben Hans Risch (hinten, 2.v.r.) und seine Lebensgefährtin Marita Schilling (rechts daneben) an Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (hinten, 4.v.r.) – im Kreise der „Happy Kids“ mit ihren Betreuerinnen Monika Fromm (hinten, 3.v.l.) und Annette Kalisch (links daneben) sowie der Jugendpfleger Annelen Voß (links) und Markus Pieper (rechts). - Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Vor 30 Jahren war das gang und gäbe: Viele Jungen und Mädchen mussten sich nach Schulschluss eine Zeit lang allein zu Hause beschäftigen und sich oft das vorgekochte Mittagessen selbst warm machen, bis die Mutter oder der Vater von der Arbeit kam. „Schlüsselkinder“ hat man sie genannt. „In meiner Jugend empfanden sie das als Stigma“, erinnert sich Jugendpfleger Markus Pieper.

Er selbst trägt mit seiner Kollegin Annelen Voß und den beiden Betreuerinnen der „Happy Kids“ dazu bei, dass Schüler heute nach dem Unterricht gut aufgehoben sind. „Für viele sind wir fast schon ein zweites Elternhaus“, weiß Voß. „Nur weniger streng“, ergänzt Pieper augenzwinkernd.

Hans Risch wohnt in Klein Köhren, also nicht weit entfernt von der „JuH“, der Jugendpflege Harpstedt. „Ich fahre oft genug daran vorbei“, erzählt er. Die „JuH“ mit ihren offenen Angeboten für Jugendliche und die „Happy Kids“, wo Grundschüler nach der Schule betreut werden, hält er für gute Einrichtungen. „Eigentlich müsste viel mehr dafür getan werden“, findet er. Nun ist der Unternehmer, der viele Jahre lang die Geschäfte des Logistikers „Kombifracht“ führte, mit gutem Beispiel vorangegangen. „Ich bin relativ sprachlos ob dieser Großzügigkeit“, gesteht Markus Pieper und spielt damit auf eine 4 000-Euro-Spende des Spediteurs für die „JuH“ und die „Happy Kids“ an. Das Geld soll in die Anschaffung weiterer Tretroller, einer Tischtennisplatte für den Außenbereich und eines großen Lego-Kastens investiert werden (wir berichteten gestern). Anlässlich seines 70. Geburtstages hatte Hans Risch auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für die Kinder- und Jugendbetreuung in Harpstedt gebeten. Dass derart viel Geld für die „JuH“ und die „Happy Kids“ zusammenkam, habe ihn „sehr gefreut“. Die Unterhaltung beider Betreuungseinrichtungen zählt nicht zu den Pflichtaufgaben der Samtgemeinde Harpstedt. Es handelt sich vielmehr um freiwillige Leistungen. Die große Akzeptanz verwundert nicht. „In vielen Familien, die hierher gezogen sind, müssen beide Elternteile arbeiten. Sie haben zudem nicht mehr unbedingt die Großeltern in der Nähe“, weiß Annelen Voß. Der Betreuungsbedarf nach der Schule, von 13 bis 16 Uhr, hat gewaltig zugenommen. 27 Kinder zählen mittlerweile zu den „Happy Kids“ in der Obhut von Annette Kalisch und Monika Fromm. 42 Anmeldungen liegen vor. Gleichwohl stehen lediglich ein paar Namen auf der Warteliste. Auch weil ein Teil der Eltern die Betreuung nur an einzelnen Tagen für ihre Kinder in Anspruch nimmt und der Besuch schulischer AGs zur Entlastung beiträgt.

Gleichwohl sind die Kapazitäten im Moment ziemlich ausgereizt. Die Aufhebung des Schulstandortes Dünsen, wo es in der Vergangenheit ein eigenes nachschulisches Angebot gab, fällt indes nicht groß ins Gewicht. Von dort stießen kaum Kinder zu den „Happy Kids“.

Die „JuH“ mit ihrem offenen Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche besteht schon seit 1982. Sie ging aus einem Modellversuch – sozusagen wider das „Schlüsselkind-Dasein“ – an ursprünglich sieben geförderten Standorten hervor, der zumindest in Harpstedt sehr erfolgreich verlief. Heute gebe es neuerliche Betrebungen, Schule und Jugendpflege zu verknüpfen und damit genau das zu tun, was in der Samtgemeinde schon seit über 30 Jahren praktiziert werde, weiß Markus Pieper. „Von daher sind wir sehr modern.“

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