Hans Bädeker hat das Schiebenscheeten aus verschiedenen Perspektiven erlebt

Beim Zahnarzt „böse Geister aus dem Haus getrommelt“

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Drei Jahre lang trug Hans Bädeker als Korporal der „Garde“ den Spieß.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Aus verschiedenen Blickwinkeln hat Hans Bädeker das traditionelle Schiebenscheeten erlebt – als Trommler an der Seite von Fritz Remme (1959/60), seines eigenen Bruders Fred (1960/61) sowie von Walter Wöbse (1961 bis 1965), als Korporal des ersten Rotts (1999 bis 2001) sowie – noch heute – als Mitglied der Harpstedter „Prager“.

Manche nette Anekdote ist dem 77-Jährigen im Gedächtnis geblieben. Gern erinnert er sich an den früheren Zahnarzt Alfred Köllenberger zurück. „Bei ihm mussten wir aus Jux die bösen Geister aus dem Haus trommeln – vom Keller bis hinauf zum Dachboden.“

Bädeker erwähnt auch Heinrich Huntemann und seine einstige Stuhlfabrik. „Er gehörte zu unseren Privatkunden“, erzählt der Harpstedter. „Dort sind wir zwecks Antrommeln jeweils zum sogenannten Fünf-Uhr-Tee eingeladen und sehr nobel bewirtet worden. Es gab sogar Champagner. Das war eine Köstlichkeit und für die damalige Zeit obendrein ein regelrechter Luxus.“ Als Hans Bädeker durch Harpstedt zog, um die Bevölkerung zum Bürgerschützenfest einzuladen und zu wecken, gab‘s noch kein achtköpfiges Tambourkorps, sondern lediglich zwei für den gesamten Ort zuständige Trommler. Das bedeutete reichlich Arbeit, die Trinkfestigkeit voraussetzte. „Wir mussten am Pfingstmontag bei sämtlichen Offizieren, Ratsmitgliedern und noch lebenden Königen trommeln. Zumeist haben wir jeweils nur einen halben Schnaps getrunken, um das durchzustehen“, entsinnt sich der Harpstedter. Zu den Einsatzorten habe der Biergarten der früheren Wirtschaft Fresemann gehört. „Den mussten wir vor Gästen von außerhalb abtrommeln. Gleiches galt für das damalige Gasthaus Amerika in Klein Amerika.“

Wie die Jungfrau zum Kind war Hans Bädeker 1999 zum „Spieß“ gekommen: „Günter Oestermann hatte in einer Versammlung mitgeteilt, dass er als Korporal aufhören wolle. Schon damals hätte eigentlich Werner Kracke den Posten übernehmen sollen. Er wollte aber noch nicht. Als ich es dann wurde, habe ich gedacht, dass es ja nur für eine Übergangszeit von einem Jahr sein würde. Daraus sind dann drei Jahre geworden“, sagt der 77-Jährige. Eine wichtige Neuerung sei in seine Amtszeit gefallen, nämlich die Verlegung des Rottlokals der „Garde“, wie sich das I. Rott selbst nennt, zum Hotel „Zur Wasserburg“.

Bei den „Pragern“ hatte Bädeker anfangs mit Pauke und Becken den Takt vorgegeben. Mit 69 Jahren ging er dann zur Musikschule des Landkreises Oldenburg, um Saxofon zu lernen. „Ich habe höflich gefragt, ob man dort solch alte Knaben wie mich überhaupt noch ausbildet. Genommen würden sogar noch 99-Jährige, lautete die Antwort.“

Lange Marschwege legt Bädeker mit den „Pragern“ nicht mehr zurück. Bei den Konzerten auf dem Schützenplatz im Rahmen des Kinder- und Bürgerschützenfestes musiziert er aber nach wie vor mit.

www.schiebenscheeten.de

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