Die Hälfte des Überschusses soll die Jugendarbeit verbessern

Heimatbund will anderen Vereinen finanziell helfen

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Der Vorstand des Heimatbunds: Jens Kammann, Anja Janßen, Gerold Schäfer und Frank Windhorst (von links).

Colnrade - Von Anja Nosthoff. Der „Heimatbund zwischen Dehmse und Hunte“ möchte in Zukunft einen Teil seines Jahresüberschusses zweckgebunden an andere Vereine spenden

Es war eine ganz normale Jahreshauptversammlung – bis der Vorsitzende des „Heimatbundes zwischen Dehmse und Hunte“, Gerold Schäfer, einen überraschenden Antrag stellte. „Wir haben in diesem Jahr einen Überschuss von 710Euro erwirtschaftet“, stellte er fest. „Da viele Vereine unserer Solidargemeinschaft ‚zwischen Dehmse und Hunte‘ eine tolle Jugendarbeit betreiben, dafür aber teilweise hohe Ausgaben haben, möchte ich zur Diskussion stellen, ob wir als Verein diese Arbeit in Zukunft mit einem Teil unseres Jahresüberschusses finanziell unterstützen möchten“, so Schäfer.

Der Heimatbund habe eine gesunde Kassenlage und müsse keine hohen laufenden Kosten abdecken. Das sei bei vielen Vereinen anders. Die Versammlung ließ sich schnell davon begeistern. Rege diskutierten die anwesenden 56 Mitglieder die Rahmenbedingungen, in denen eine solche finanzielle Unterstützung ablaufen könnte.

Einig wurde man sich, dass die Vereine der Solidargemeinschaft bei Bedarf einen Antrag an den Heimatbund stellen sollen. Die finanzielle Förderung soll dann einmal im Jahr an einen Verein erfolgen, den die Mitglieder nach den eingegangenen Anträgen durch eine Abstimmung während der Vollversammlung auswählen. Als Höchstgrenze sind jeweils fünfzig Prozent des erwirtschafteten Jahresüberschusses angedacht.

„Wichtig ist mir, dass unser Zuschuss dann auch wirklich nachvollziehbar in die Jugendarbeit geht“, meinte Schäfer und erntete dafür Zustimmung. Aus der Versammlung kam aber auch der Vorschlag, ob man nicht stattdessen mehr in die eigene Jugendarbeit investieren könne. Schäfer betonte, dass auch ihm das am Herzen liege.

„Neben dem Geld sind aber für intensive Jugendarbeit immer auch Zeit und Leute nötig“, meinte Schäfer. Außerdem wolle man keineswegs in Konkurrenz zu anderen Vereinen treten, die alle – bedingt durch den demografischen Wandel – mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hätten. „Auch die anderen Vereine tragen dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen sich mit ihrer Heimat verbunden fühlen“, meinte Schäfer. Dieser Nachwuchs sei wieder potenzieller Nachwuchs für den Heimatbund.

Angeregt wurde noch aus der Versammlung, ob man auch verbindlich festlegen könne, dass der Zuschuss vom Heimatbund für die Jugendarbeit eines Vereins konkret damit verbunden werden muss, Kindern und Jugendlichen die heimatliche Natur näher zu bringen. Einige Mitglieder erklärten, dass sie ein Problem damit hätten, beispielsweise Lasergewehre oder Spielekonsolen für den Schützenverein zu finanzieren.

Andere Mitglieder hielten dagegen, dass jeder Verein selbst am besten wisse, wo finanzielle Löcher gestopft werden müssen. Fest steht, dass die Mitgliederversammlung in jedem Jahr konkret über die jeweils geplante Jugend-Förderung abstimmen wird.

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