Grundschule Dünsen lässt sich bei (jahrgangsübergreifendem) Unterricht von Besuchern über die Schulter schauen

Keine Angst vor gemischten Klassen

+
Im Unterricht ließen sich Schüler und Lehrer beim Lernen und Lehren zuschauen.

Dünsen - Von Anja Nosthoff. In einer Dorfschule kennt jeder jeden. Dass dieseGemeinschaft viele Vorteile bietet, zeigte die Grundschule Dünsen am Sonnabend im Rahmen eines Tags der offenen Tür. Idee und Konzept stammten von Eltern, die lange für den Erhalt des Standortes kämpften.

„Wir wollen ganz normalen Schulalltag zeigen, aber eben zum Zugucken“, erklärte Marc Seuthe, der sich in Schulvorstand und Förderverein engagiert. „Vor allem sollen dabei die Ängste mancher Eltern vor der Eingangsstufe, in der die ersten und zweiten Klassen als jahrgangsübergreifende Lerngruppen organisiert sind, abgebaut werden.“ Das gelang im Großen und Ganzen, wenngleich sich nicht alle Skeptiker überzeugen ließen.

Ganz deutlich zeigte sich nicht nur, dass in Dünsen die Kinder aller Jahrgangsstufen eine große Gemeinschaft bilden, sondern auch, dass die Schule stark von der Einsatzbereitschaft vieler Eltern lebt, die etwa für ein gesundes Schulfrühstück sorgen, sich als Lesemütter- oder väter engagieren oder sich rund um das Siegel „Bewegte Schule“ einbringen.

Für die Kinder begann der „Schultag“ wie immer – mit Action, Musik und Bewegung sowie anschließendem stillen Durchatmen in Yoga-Pose. Die Mutter und Sporttrainerin Christine Schadwinkel zeigte mit Eingangsstufe, dritter und vierter Klasse zu Hip-Hop-Musik, was „Bewegte Schule“ bedeutet. Dazu gehörten eine getanzte Choreographie und Bewegungsaufgaben, die alle Kinder spontan umsetzen und dann als Standbild „einfrieren“ sollten. Trotz der Hitze zeigten sich die Mädchen und Jungen topfit und aufgeweckt. Zwar mussten sie mit Wochenendunterricht leben; dafür hatten sie am Vortag frei bekommen.

Beim Morgenkreis beobachteten die Gäste, wie sich die Kinder gemeinsam und selbständig Datum und Wochentag – jeweils auf Deutsch und auf Englisch – vor Augen führten. Musiklehrerin Stephanie Ihmels begleitete auf der Gitarre das Begrüßungslied. Auch der aus den Klassensprechern und dem Schulsprecher bestehende Schülerrat stellte sich kurz vor.

Dann ging es ab in den Unterricht – immerhin nur für zwei Stunden, dafür aber unter den neugierigen Blicken von Mama, Papa, Oma, Opa und allen anderen Besuchern. Das schien die vierte Klasse während der Musikstunde nicht zu stören. „Wir benutzen den Körper heute als Musik- und Rhythmusinstrument“, erklärte Stephanie Ihmels.

Stille Konzentration herrschte im Textilunterricht der dritten Klasse. Die „flexible Eingangsstufe“ teilte sich indes für die Deutschstunde in Lerngruppen auf zueinander offene Räume auf. Die Eingangsstufe wird im Regelfall in zwei Jahren durchlaufen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, ein oder drei Jahre darin zu verbleiben. Jedes Kind bekommt so sein eigenes Lerntempo zugestanden. Leistungsstarke Schüler können bereits die Ziele des höheren Jahrgangs anstreben; die jüngeren lernen von den älteren, die wiederum die Gelegenheit haben, Erlerntes zu wiederholen, weiterzugeben und zu vertiefen.

Zwischen den beiden Unterrichtsstunden lockte das Schulfrühstück diesmal nicht nur die Schüler, sondern auch die Besucher in die Pausenhalle. Es wird zum Selbstkostenpreis von Eltern organisiert und von Sponsoren unterstützt. So kostet ein halbes belegtes Vollkornbrötchen beispielsweise 20 Cent; Obst- und Gemüsestücke gibt es sogar gratis.

Nach frühem Unterrichtsschluss bot zum Abschluss des Tags der offenen Tür der „Spielefant“ Spiel, Spaß und Abkühlung – unter anderem mit einer Wasserbaustelle.

Mehr zum Thema:

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

"Sewol"-Bergung in Südkorea macht Fortschritte

"Sewol"-Bergung in Südkorea macht Fortschritte

TôsôX vermischt Kampfsport und Aerobic

TôsôX vermischt Kampfsport und Aerobic

Das ist der neue Suzuki Swift

Das ist der neue Suzuki Swift

Meistgelesene Artikel

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Spascher Sand wächst und möchte es warm haben

Spascher Sand wächst und möchte es warm haben

Kommentare