Übergreifende Projektwoche als erste Aktion auf dem Weg zu mehr Kooperation

Grund- und Oberschule lassen Versuchsballon steigen

Hier bekommt ein Totempfahl seine Farbenpracht verliehen. - Fotos: Bohlken

Harpstedt - Die Kooperation von Kindergärten und Grundschulen läuft in der Samtgemeinde Harpstedt ausgezeichnet. Ob das „Brückenjahr“ auch in umgekehrter Richtung „funktioniert“, wird sich im Verlauf dieser Woche herausstellen: Erstmals bestreiten Grund- und Oberschüler der Jahrgangsstufen drei, vier, fünf und sechs in altersgemischten Gruppen – unter Aufhebung der Klassenverbände – gemeinsam eine Projektwoche.

Die Präsentation der zum Thema „Indianer“ erarbeiteten Ergebnisse beschließt dieses Experiment am Freitag, 18. November, von 15.30 Uhr bis 18 Uhr in der Oberschule Harpstedt, dem Schauplatz des Geschehens.

Indianische Tänze werden in der Spielhalle der Schule einstudiert.

Jede Gruppe durchläuft pro Unterrichtstag zwei Stationen, bis einschließlich Donnerstag also insgesamt acht. Mehr Verständnis füreinander entwickeln – darin sieht Grundschullehrer Hinnerk Halling ein wesentliches Ziel dieser besonderen Woche. Ein angenehmer Nebeneffekt aus seiner Sicht: Die involvierten Lehrer lernen Kollegen der Nachbarschule kennen – oder besser kennen.

Das Experiment erfordert besonderes Einfühlungsvermögen: Die älteren Schüler nicht zu unterfordern und die jüngeren nicht mit zu komplexen Inhalten zu überfrachten oder einzuschüchtern, erweist sich als durchaus nicht ganz einfacher Spagat. „Eigentlich wollten wir Totempfähle schnitzen“, verrät Halling. Aber das wäre vor allem für die Dritt- und Viertklässler zu anspruchsvoll und zu schwierig gewesen, zumal das Holz der zur Verfügung stehenden Pflöcke sehr hart sei. Daher beschränken sich die Kinder auf das „totempfahlgerechte“ Bemalen mit Acrylfarben.

„Es macht Spaß. Und ich finde es schön, auch mal mit Grundschülern in Kontakt zu kommen“, urteilt Lehrerin Maria Siemer, der es in der Oberschulküche sichtlich leicht fällt, die Kinder fürs Kochen von Speisen mit „indianischem Touch“ zu begeistern und Gaumenfreuden wie „Indian Summer Cornbread“ auf Maisfladen-Basis zu kredenzen.

Schüler tauchen in die Kultur der Indianer ein

In der Oberschulküche kredenzen Schüler unter anderem „Indian Summer Cornbread“.

Marc aus der Klasse 0 5a streckt beide Daumen hoch: „Das ist top!“, urteilt er. „Die Oberschüler freuen sich, frühere Lehrer wiederzusehen. Bei ihnen schwingt vielleicht sogar etwas Sehnsucht nach der Grundschule mit, die ja schon ein etwas behüteterer Raum war“, vermutet Maria Siemer.

Die Idee für die schulübergreifende Kooperation sei in der „Steuergruppe“ geboren worden, der Schüler, Eltern und Lehrkräfte angehören, verrät Diana von Harten, didaktische Leiterin der Oberschule. „Die Projektwoche ist ein erster Versuch und will nicht zuletzt den Dritt- und Viertklässlern die Angst von der weiterführenden Schule nehmen. Wir werden mit der Grundschule überlegen, wie die Kooperation weitergehen kann“, so von Harten. Einmal im Jahr sei eine gemeinsame Aktion ins Auge gefasst.

Die ersten Erfahrungen mit der Projektwoche seien gut. Die Sechstklässler hätten allerdings geäußert, sie empfänden es als ein wenig anstrengend, sich als „Teamleader“ um die Jüngeren zu kümmern. Es sei für sie eben einfach ungewohnt, plötzlich „die Großen“ zu sein. Nach Überzeugung der didaktischen Leiterin werden sie „an dieser Aufgabe wachsen“.

Grundschulrektor Ufke Janssen staunt indes über die Ruhe, die während der Projektarbeit herrscht. Völlig unaufgeregt geht es auch in der Gruppe der Lehrkräfte Anja Gillig und Ina Behnken zu, wo aus Baumwollstoff und Farbe indianische Medizinbeutel entstehen.

Auf einem etwas höheren Niveau bewegt sich der Geräuschpegel in der Spielhalle. Dort studieren der Referendar Tobias Kläner und die FSJ'lerin Pia Strodthoff mit Schülern indianische Tänze ein; dabei ist auch schon mal kriegerisch anmutendes Gebrüll ausdrücklich erlaubt.

Andere Gruppen arbeiten derweil an Cajon-Trommeln, Traumfängern oder indianischem Schmuck. Neben allem kreativen Tun kommt die Beschäftigung mit der Geschichte und der Sprache der Indianer nicht zu kurz.

Während der öffentlichen Präsentation am Freitag werden die entstandenen Bastelarbeiten ausgestellt und die einstudierten Tänze aufgeführt. Begleitend gibt es Kaffee und Kuchen.

boh

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