SPD und Grüne begeistert

Zwischenbilanz: „freiraum“ stellt seine Arbeit im Samtgemeinderat vor

Für den „freiraum“ stellten sie eine Zwischenbilanz im Samtgemeinderat vor: Sabina Dalg-Vinken, Ulrike Oemisch und Ruth Große-Wilde (von links). Foto: Bohlken

Harpstedt – Nachdem der Samtgemeinderat am Donnerstagabend im Hotel „Zur Wasserburg“ das Konzept für das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen (UZW) mit, so der Anspruch, Strahlkraft für die ganze Region vorgestellt bekommen hatte, wünschten sich Daniela Baron vom Stadtmarketing und Svea Mahlstedt, die Vorsitzende des UZW-Fördervereins, ideelle Unterstützung.

Ob sie auch finanzielle Unterstützung meinten, ließen sie offen. Beim „freiraum“, der eine Zwischenbilanz seiner Arbeit vorstellte, war das Ansinnen indes klar: Das Projektteam erhofft sich kommunales Geld, wenngleich ein konkreter Förderantrag noch nicht auf dem Tisch liegt. Rund 5 000 Euro jährlich, größtenteils für die Miete, gilt es zu akquirieren, wenn es mit dem „freiraum“ ab September auf Dauer weitergehen soll. Für den nun allmählich auslaufenden Projektzeitraum (zwei Jahre) hatte das Umweltministerium eine Impulsförderung von rund 197 000 Euro gewährt.

Ulrike Oemisch, Sabina Dalg-Vinken und Ruth Große-Wilde schilderten detailliert, was der „freiraum“ bewegt hat, um Impulse für klimaschonenderes Verbraucherverhalten zu geben. Wieder- oder aufwerten statt wegwerfen, Produkte weitestgehend aus der Region konsumieren, Obst und Gemüse aus privaten Gärten nicht verkommen lassen, sondern selbst ernten, vielleicht ein Stück weit Selbstversorger werden (mit eigenem „Glücksgarten“), Tausch- und Verschenkekultur etablieren, damit Gebrauchtes einen Nutzwert für andere behält – all das befördert der „freiraum“ mit Projekten. 

Um das Zwei-Grad-Klimaziel nicht zu „reißen“, müssten die Bundesbürger den Kohlendioxidausstoß von zwölf auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr reduzieren, heißt es. Bis zu 40 Prozent dieser zwölf Tonnen „stecken in unserem Alltagsleben, unserem Verbrauch, unserer Ernährung, unserem Konsum“, sagte Ulrike Oemisch im Rat. Sie verwies auf etwa 120 zurückliegende „freiraum“-Veranstaltungen mit zusammen etwa 1 000 Teilnehmern und ungefähr 150 Öffnungstage des „multifunktional“ nutzbaren Regioladens, der zwar wenig Platz biete (maximal für 30 Personen), aber ideal gelegen sei. Das Projektteam stellt sich für die Zukunft eine Nutzung als „Klimabüro“ vor – ebenso als ehrenamtlich geführter Laden „von Bürgern für Bürger“.

Erwähnung fanden „FerienKlimaCamps“, Verschenkemärkte, Upcycling-Aktionen, Theater-AG, ein „Klimafresser“-Gastspiel für die Oberschule, Anstrengungen im Interesse einer guten Vernetzung, das mit angeschobene Repair-Café, Thementage oder auch die jüngst ins Leben gerufenen Klima-AGs. Zusätzlich setzt sich das Projektteam wider das Insektensterben ein – mit der Aktion „Harpstedter Blütenmehr“ für mehr Blühflächen auf öffentlichem und privatem Grund.

SPD und Grüne brachten ihre Begeisterung über so viel Engagement zum Ausdruck und standen auf dem Standpunkt, der „freiraum“ verdiene bei der angestrebten „Verstetigung“ Unterstützung. „Ich finde es großartig, was ihr geleistet habt“, äußerte sich etwa Saskia Kamp (SPD). CDU und HBL positionieren sich noch nicht.

Günter Wöbse (CDU) hinterfragte aber kritisch, warum der „freiraum“ den Rat als Forum bekam, während das anderen engagierten Vereinen bislang verwehrt blieb. Eigentlich sei geplant gewesen, die „Zwischenbilanz“ auf die Tagesordnung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Planung zu setzen; der tage aber frühestens im Mai, erwiderte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse.

„Wir haben heute eine sehr schlanke Tagesordnung. Aus Gründen der Sitzungsökonomie ist es daher zielführend gewesen, den Punkt in den Samtgemeinderat zu nehmen“, rechtfertigte sich der Verwaltungschef.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Meistgelesene Artikel

Freie Fahrt ab Freitagnachmittag

Freie Fahrt ab Freitagnachmittag

Ausschuss berät über Straßenausbau

Ausschuss berät über Straßenausbau

Erinnerung und Mahnung zugleich

Erinnerung und Mahnung zugleich

Serie Frühgeborene: Zuhause auf Zeit für Frühchen-Eltern

Serie Frühgeborene: Zuhause auf Zeit für Frühchen-Eltern

Kommentare