Schnitt rund 25 Kunden pro Öffnungstag

Grünabfallsammelstelle: Akzeptanz hat zugelegt

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Jürgen Schröder (links) schätzt die angelieferte Menge und kassiert direkt ab. Das Entladen und Bezahlen dauert im Normalfall ein bis zwei Minuten. Die Grünabfallsammelstelle an der Straße „Neues Heidland“ wird inzwischen recht gut angenommen.

Harpstedt - Von Jügen Bohlken. Ob die Leute auch mal was zu meckern hätten? „Ja, das kommt vor. Ihre Laune hängt wohl ein bisschen von der Tagesform ab“, sagt Jürgen Schröder schmunzelnd. Der Rentner betreut die Grünabfallsammelstelle des Landkreises Oldenburg an der Straße „Neues Heidland“ in Harpstedt. Er habe für seinen Ruhestand eine sinnvolle Beschäftigung gesucht. Von daher habe ihm die neue Aufgabe ganz gut in den Kram gepasst.

Kurz vor dem Ende des ersten Öffnungstages in der neuen Woche bekommt der 62-Jährige noch einmal Arbeit: Gleich mehrere Bürger karren in direkter Folge nach Feierabend Grünschnitt in Säcken mit dem Auto an. Das Abschätzen der Mengen, Bezahlen und Entladen dauert im Schnitt ein bis zwei Minuten; dann sind die Kunden auch schon wieder weg.

Früher konnten die Harpstedter ihre Grünabfälle zum Nulltarif loswerden – bei der Gärtnerei Knolle, die seinerzeit selbst kompostierte. Diese nicht eingezäunte, frei zugängliche Sammelstelle hätte wohl noch lange fortbestanden, wäre sie nicht wiederholt missbräuchlich genutzt worden. „Schwarze Schafe“ hätten dort etwa ihre Kühlschränke oder Waschmaschinen entsorgt, erwähnt Gärtnermeister Peter Bode nur ein paar von ungezählten Beispielen. „Das eskalierte immer mehr. Sogar Eisenbahnschwellen haben wir gefunden.“ Die Gärtnerei sah nicht ein, den wild abgeladenen Müll anderer Leute auf eigene Kosten zu entsorgen. Daher führte nach einigen Jahren an einer Schließung kein Weg mehr vorbei.

Die vom Landkreis Oldenburg eingerichtete und Anfang März in Betrieb genommenen Sammelstelle ist hingegen eingezäunt – und die Grünentsorgung kostenpflichtig. 125 Liter schlagen mit einem Euro zu Buche. Für drei Kubikmeter sind 16 Euro zu berappen. Viele Kunden zücken ganz ohne Murren ihre Geldbörsen. Andere halten die Preise für zu hoch, wenngleich Jürgen Schröder beim Schätzen der Mengen durchaus innerhalb gewisser Grenzen kulant sein kann. Peter Bode findet das Gejammer furchtbar. „Die Leute brauchen nun nicht mehr nach Bassum oder Ganderkesee zu fahren, wo sie ja im Übrigen auch zahlen müssen. Sie sparen Sprit und Zeit. Dafür sollten sie dankbar sein“, meint er.

Die gesammelten Grünabfälle „wandern“ übrigens zum Schreddern, Aufsetzen als „Mieten“, Kompostieren und Sieben nach Strudthafe.

Baum- und Strauchschnitt lässt sich abkippen

Teils kommen Bürger mit Anhängern zur Sammelstelle. Dem Vernehmen nach sollen sich einige von ihnen beklagt haben: Die Grünabfälle müssten umständlich in Container verladen werden, heißt es. Das trifft allerdings nicht ausnahmslos zu. Baum- und Strauchschnitt darf bedenkenlos „abgekippt“ werden. Bei Ladungen, die überwiegend aus Rasenschnitt und Laub bestehen, droht indes nach Regenfällen eine Belastung des Grundwassers – optisch zu erkennen an dem sich schnell braun verfärbenden Sickerwasser. Deshalb muss die Kreisverwaltung hier das Umladen in den Container verlangen. 

„Der Baum- und Strauchschnitt auf der Fläche bleibt durchaus länger liegen. Die Abfuhr erfolgt erst bei Bedarf. Der Container-Inhalt wird kurzfristig abgefahren, sodass sich im besten Fall kein belastetes Sickerwasser bildet“, gibt Tobias Bruns vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft zu bedenken. Die aktuelle Konzeption der Sammelstelle richte sich nach der Leistungsbeschreibung gemäß Ausschreibung. „Wir werden jedoch nach dem ersten Betriebsjahr eine Bilanz ziehen und gegebenenfalls noch kundenfreundlichere Lösungen finden“, kündigt Bruns an. Allerdings müssten dafür „die technischen Voraussetzungen geprüft werden“.

Im März, April und Mai sei die Frequentierung der Grünsammelstelle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Die Zahlen haben uns nicht so zugesagt“, gesteht Bruns. Deshalb seien kürzlich Flyer an die Haushalte in der Samtgemeinde Harpstedt verschickt worden. Offensichtlich mit Erfolg: „Seither gab es vier Öffnungstage und rund 100 Kunden insgesamt. Im Schnitt kamen also etwa 25 pro Tag“, erläutert Bruns. Das seien schon spürbar mehr gewesen als in den Vorwochen und -monaten.

• Geöffnet hat die Grünabfallsammelstelle „Neues Heidland“, Ecke Leuchtenburger Weg, dienstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 13 Uhr.

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