Drube verabschiedet, Pleus gewählt

Neuer Bürgermeister in Groß Ippener nach 25 Jahren

Georg Drube (2.v.l.) bedauerte, dass mit Oliver Mädler (links) und Hergen Horstmann (rechts) zwei bisherige Mandatsträger aus dem Rat ausgeschieden sind, die sich besonders für die Belange von Ortholz und Annen eingesetzt haben. Für ihn selbst endete das kommunalpolitische Wirken nach 35 Jahren im Rat und 25 Jahren als Bürgermeister. Sein Amtsnachfolger Stefan Pleus (2.v.r.) ehrte den 81-Jährigen gebührend.
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Georg Drube (2.v.l.) bedauerte, dass mit Oliver Mädler (links) und Hergen Horstmann (rechts) zwei bisherige Mandatsträger aus dem Rat ausgeschieden sind, die sich besonders für die Belange von Ortholz und Annen eingesetzt haben. Für ihn selbst endete das kommunalpolitische Wirken nach 35 Jahren im Rat und 25 Jahren als Bürgermeister. Sein Amtsnachfolger Stefan Pleus (2.v.r.) ehrte den 81-Jährigen gebührend. Bild bitte durch Anklicken unten rechts ganz öffnen!

Groß Ippener – 81-jährig ist Georg („Schorse“) Drube nach 25 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Groß Ippener aus dem Amt geschieden, begleitet von Standing Ovations in Würdigung seiner Verdienste.

Die Bürgermeisterwahl geriet in der konstituierenden Ratssitzung am Donnerstagabend fast zur Nebensache. Jeder im Gasthaus Wülfers ahnte den Ausgang ohnehin: Stefan Pleus, bislang erster Bürgermeister-Stellvertreter, würde Urgestein Georg Drube im Amt beerben. So kam es auch. Wolfgang Eichler (SPD) bleibt zweiter Stellvertreter. Sönke Meyer (CDU) steht Pleus nun als Verwaltungsvertreter und zusätzlich als repräsentativer erster Stellvertreter zur Seite. Dass Eichler mit „nur“ acht Stimmen bei einem „Nein“ (Torsten Pleus, FDP) gewählt wurde, war schon die größte Überraschung des Abends.

Die Bürgermeister vor dir kamen eigentlich immer aus dem Großen Ort oder dem Kleinen Ort – und waren durchweg Bauern. Und nun kamst du: ein Heizungsverkäufer aus dem Mühlenweg! Doch deine ruhige, besonnene Art, gepaart mit kaufmännischem Geschick, war für die Gemeinde genau das Richtige“

Stefan Pleus zu Georg Drube

Kein Gezänk, zumeist einstimmige Beschlüsse, üppige Gemeinderücklagen, zügige Umsetzung von Vorhaben: In Groß Ippener ist die Welt in der Amtszeit von Georg Drube in Ordnung gewesen, und diese Bürgermeister-Ära währte ein volles Vierteljahrhundert. Drubes letzte Amtshandlung bestand darin, die ausgeschiedenen Ratsmitglieder Oliver Mädler (nach 20 Jahren Mitwirkung) und Hergen Horstmann (nach zehn Jahren) mit anerkennenden Worten, Präsentkörben und Restaurantgutscheinen zu verabschieden.

„Polster“ von über zwei Millionen Euro

Er sei sehr gern Bürgermeister gewesen und habe aus Bevölkerung, Vereinen und Rat große Unterstützung erfahren, sagte Georg Drube. „Wir haben auch viele Straßen saniert. Immer wenn es Fördergelder gab, waren wir dabei“, erinnerte er sich im Rat gern zurück. Mit dem Bau der Turnhalle hatte sich das Gemeindeguthaben auf eine Million Euro halbiert. Inzwischen bewegt es sich sogar auf einem Stand von über zwei Millionen Euro. Damit könne der neue Rat Dinge anschieben, sagte Drube und wünschte dabei „viel Erfolg“.

Als er in aller Bescheidenheit vorschlug, seine eigene Ehrung gleich mit zu erledigen, intervenierte Stefan Pleus mit Nachdruck; diesen Part ließ sich sein bisheriger Stellvertreter nicht nehmen. Drube sei als Bürgermeister sogar noch ein Jahr länger als sein Vorgänger Heinrich Meyer im Amt gewesen. „So lange hat das keiner gemacht. Jedenfalls nicht in der Nachkriegszeit, wahrscheinlich nicht mal in der Geschichte Ippeners“, vermutete Pleus. Er beschrieb, wie sich Drube als Zugezogener ins Dorf- und Vereinsleben integrierte. „Schorse“ habe 1975 nicht nur zu den Gründern des Ippener Tennisclubs (ITC) gezählt, sondern sogar die Gründungsversammlung eröffnet. Pleus weiter: „Du kamst dann auch bei den Schützen rein. Und als du in einem größeren Kreis von Fußballern eine Runde ausgabst, war das Eis gebrochen. Von da an gehörtest du dazu.“

Der neue Rat der Gemeinde Groß Ippener (v.l.): Bürgermeister Stefan Pleus (CDU), sein erster Stellvertreter Sönke Meyer (CDU), Torsten Pleus (FDP), Tomke Djuren (Grüne), der zweite stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Eichler (SPD), Carsten Schröder (SPD), Lars Gillerke (CDU), Nils Hackfeld (CDU) und Maike Kieselhorst (CDU). Bild bitte durch Anklicken unten rechts ganz öffnen!

Drubes Mitwirkung im Rat währte 35 Jahre. „1986 bist du erstmals reingewählt worden. Du warst Mitte 40; ich ging mit 16 noch zur Schule. Fünf Jahre später wurdest du stellvertretender Bürgermeister. Dann kam 1996, das Jahr des 100-jährigen Bestehens unseres Schützenvereins. Sönke Meyer stand als König noch eine Stufe über dem Bürgermeister. Ich habe meine Claudia kennengelernt. Und im Herbst bist du zum Bürgermeister gewählt worden. Das war etwas ganz Besonderes. Die Bürgermeister vor dir kamen eigentlich immer aus dem Großen Ort oder dem Kleinen Ort – und waren durchweg Bauern. Und nun kamst du: ein Heizungsverkäufer aus dem Mühlenweg! Doch deine ruhige, besonnene Art, gepaart mit kaufmännischem Geschick, war für die Gemeinde genau das Richtige“, betonte Pleus. Die Ratssitzungen seien stets von großem Einvernehmen geprägt gewesen. Über Streitigkeiten und Missverständnisse habe die Presse „eigentlich nie berichten“ können. Die „Nachbearbeitung der Sitzungen bei Jubi und Sozi-Korn“ habe schon mal bis tief in die Nacht hinein gedauert. „Und das“, so Pleus, „war vielleicht auch der Stoff, der zusammengeschweißt hat.“ Drube habe „den Rat im Griff“ gehabt.

Dank aus Vereinen

Mit einem zusätzlichen Präsentkorb dankten André Weber (Ippener Tennisclub, ITC), Jan-Erik Hilger (Schützen), Nicole Pleus (TSV) und Carsten Schröder (Krieger- und Soldatenkameradschaft) Georg Drube für seine „riesige Unterstützung“ im Namen der Ippener Vereine. Die Idee zur Gründung des ITC sei von Drube gekommen, so Weber. „Wenn es die anderen Vereine nicht schon gegeben hätte, hättest du sie wahrscheinlich auch alle gegründet.“

In seiner Amtszeit sei viel bewegt worden. „Gefühlt ein Jahr“ sei von der Planung bis zur Umsetzung des Baugebietes „Ippener Kämpe“ vergangen. „Wir waren wesentlich schneller als heute. Jetzt, da es um die Erweiterung des Gebiets geht, debattieren wir allein ein Jahr über eine Ponyweide. Das ist gruselig, aber immerhin kommen wir voran“, so Pleus.

„So etwas Großes hatten wir im Dorf noch nicht“, leitete er zur 800-Jahr-Feier von 2011 über. Geblieben sei neben der Erinnerung daran die Dorfchronik. „518 Seiten. Kleine Schrift. Da steht richtig viel drin. Ein Nachschlagewerk für Generationen“, sagte Pleus und würdigte Drubes großen Anteil daran.

Weitere Ehrungen

Im Namen des Städte- und Gemeindebundes hat Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel in Ippener Nils Hackfeld (15 Jahre Ratsarbeit), Oliver Mädler und Stefan Pleus (beide 20 Jahre), Sönke Meyer (25 Jahre), Wolfgang Eichler und Georg Drube (beide 35 Jahre) geehrt.

Beim „größten Projekt“, der neuen Sporthalle, „schlug uns vom Landkreis ein eisiger Wind entgegen“, erinnerte er sich. „Aber dann“, so fuhr er fort, „hattest du, Schorse, die Idee, das Vorhaben ausgerechnet mit dem Rechtsanwalt durchzuboxen, gegen den wir schon zweimal verloren hatten. Das hat geklappt. Mithilfe der Sport- und Freizeitcentrum Ippener GmbH und dir als Geschäftsführer. Im Januar Bauantrag, im Juli Richtfest, in sieben Monaten die ganze Kiste fertig – so läuft das, wenn du was anpackst. Heute könnte wahrscheinlich niemand mehr in so kurzer Zeit auch nur ein Einfamilienhaus auf seinem Grundstück bauen“, ahnte Pleus.

Die großen Projekte seien nicht allein das Verdienst von Drube gewesen, aber er habe die Richtung vorgegeben und immer Helfer an seiner Seite gehabt. Im Namen des Rates und aller Einwohner dankte Pleus dem langjährigen Bürgermeister. Zum Abschied überreichte er nach langem Beifall Reisegutschein und „Gemeindeuhr“, zumal „du ja nie ein Freund von Zinntellern warst“. In seiner Amtszeit habe „Schorse“ wohl über 1 000 Präsentkörbe an Altersjubilare vergeben; einzig er selbst habe zu seinem 80. Wiegenfest coronabedingt keinen bekommen. Das zu bereinigen, war Pleus ein Bedürfnis: „Du sollst deinen Präsentkorb kriegen“, sprach‘s und löste das Versprechen sogleich ein.

Pleus gestand, viel von Georg Drube gelernt zu haben. Zu den von ihm erhaltenen Tipps gehöre, nicht jedem Antrag sofort stattzugeben und Vorsicht bei der Haushaltsführung walten zu lassen. „Deswegen“, so Pleus, „stehen wir in der Samtgemeinde so gut da. Und nur wenn man Geld hat, kann man Projekte realisieren, wie wir sie realisiert haben.“

Baulandpreise für „Ippener Kämpe II“ festgelegt

Die Preise für das Bauland im Baugebiet „Ippener Kämpe II“ stünden fest, berichtete der bisherige Bürgermeister Georg Drube im Rat. 17 Grundstücke mit Größen zwischen 640 und 800 Quadratmetern (qm), auf denen eingeschossige Bauweise zulässig ist, sollen für 105 Euro pro qm (erschlossen) angeboten werden. Eine Fläche (1 364 qm) ist „für zweigeschossige Bauweise vorgesehen“; sie wird für 125 Euro je qm zu haben sein. „Zur Zeit erarbeitet der Rat die Richtlinien für den Verkauf. Die müssen beschlossen und bekannt gegeben werden. Danach kann die Gemeinde mit der Veräußerung der Grundstücke beginnen. Ich nehme an, das passiert im Frühjahr. Die Ausschreibung für die Herstellung der Baustraße ist gelaufen. Der Rat beschließt in seiner nächsten Sitzung die Auftragsvergabe. Die Fertigstellung der Baustraße ist für August 2022 vorgesehen. Im Anschluss können die ersten Bauherren anfangen zu bauen“, erläuterte Drube.

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