Projekttage in der „Waldburg“

Grippewelle: Feenschwund im Märchenland

Die „(Wald-)Burgfräuleins“ bitten zum Tanz: Disco-Time im Untergeschoss. Da darf eine Polonaise nicht fehlen – schon gar nicht im Fasching, nur wenige Tage vor dem Rosenmontag.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Die Grippewelle dezimiert die Zahl der „guten Feen“ in der „Waldburg“ in Harpstedt erheblich.

Ehe dort die „Reise ins Märchenland“ nach einem vorangegangenen Besuch einer „Rotkäppchen“-Aufführung in Neerstedt starten kann, droht der hohe Krankenstand unter den Erzieherinnen die drei Projekttage des DRK-Kindergartens ins Wasser fallen zu lassen. Das aber kann die „Burgherrin“ May-Britt Mundt den Mädchen und Jungen, die vielfach schon heiß aufs Kostümieren sind, nicht antun.

Ihr krankheitsbedingt deutlich verkleinertes Team zieht voll mit. „Das rechne ich den Kolleginnen hoch an“, sagt Einrichtungsleiterin Mundt. Zum Glück gebe es es beim Schminken Verstärkung: Sabine Jarjir zaubert mit viel Liebe und Geduld hübsche Motive in die Gesichter oder auf die Arme von Schneewittchen, Eiskönigin und Co. Früher hat die Kunsthandwerke- rin das hauptberuflich gemacht. Heute greift sie eher gelegentlich zu Farbe und Schminkutensilien.

„Hey, das kenn ich irgendwo her!“

Als ob das Grippevirus mit seinen Auswirkungen nicht Handicap genug wäre, gesellt sich ein weiteres Problem hinzu: Im Container springt mehrfach die Sicherung raus. Ein Elektriker muss her. Christa Hildebrand erzählt andächtig lauschenden Kindern gerade das Märchen von den drei kleinen Schweinchen, da sitzen alle urplötzlich im Dunkeln. Aber nur kurz. Dann geht das Licht wieder an.

Nadel im Heuhaufen: Als (Bügel-)Perlenfischer betätigen sich Kinder an der Maiswanne.

„Hey, das kenn ich irgendwo her!“, entsinnt sich der kleine Lennard an die Handlung des Märchens, das die Erzählerin mithilfe von kleinen Schweinchenfiguren, einer Wolfspuppe und anderen Utensilien in Szene setzt. Die Geschichte hat wohl fast jeder schon in seiner Kindheit gehört: Nacheinander bläst der böse Wolf die Häuser der Schweinchen aus Stroh und Holz um (wobei die zuschauenden Kita-Kinder ihm tatkräftig helfen). Nur für das dritte Domizil, erbaut aus soliden Steinen, reicht seine Puste nicht. Der Versuch, durch den Kamin einzudringen, wird dem Wolf zum Verhängnis. Denn unten, im Ofen, lodert ein Feuer; darauf steht ein Topf mit heißem Wasser. Der Wolf fällt rein. Deckel drauf, Schluss mit lustig! Isegrim ist besiegt.

Engelsgeduld: Sabine Jarjir (links) beim Schminken.

Ganz ähnlich ergeht es im Turnraum der bösen Hexe, die von Hänsel und Gretel in den Ofen geschubst wird: Martina Buschheuer begibt sich mit Kindern per Bewegungs- und darstellendem Spiel ins Märchenland. Verschiedene Übungen führen die Kleinen jeweils sieben Mal aus, denn diese Zahl spielt in etlichen Märchen eine wichtige Rolle. Die Mädchen und Jungen überqueren spielerisch einen Fluss über ein Gewässer, in dem „gefährliche Tiere“ lauern. Sie „verkörpern“ einen Berg, einen Riesen und einen Zwerg. Auch das „Dornröschenland“ will erkundet werden. Im Foyer gehen die Märchenreisenden auf Schatzsuche: Jasmin Bockelmann und Charlott Marischen, zwei junge Erzieherinnen, beide hübsch wie Rapunzel, schauen ihnen über die Schulter, während sie Bügelperlen aus einer Maiswanne fischen. Als Bonbon für die Mühe wartet je ein Bonbon auf die Kleinen.

Rasselbande bastelt Rasseln: Odin (3), Kornelia (4), Luca (4) und Lennox (4) dürfen sich nach getaner Arbeit eine weitere Station auf der Laufkarte abzeichnen lassen.

Unter die kostümierten kleinen Märchengestalten mischen sich Protagonisten aus der realen und der Comic-Welt: Luca (4) etwa verkörpert einen Gendarmen von anno dazumal – mit aufgemaltem Ringelschnurrbart im Gesicht. „Ich habe schon vier Stationen geschafft“, freut sich indes Lias (4), der „Superman“ der „Waldburg“.

Kronen aus Goldpappe

Krönen können sich Prinzessinnen und Königinnen selbst. Die Kronen wollen aber erst einmal aus Goldpappe gefertigt werden. Das geschieht im Raum der „Elefanten“-Gruppe. Bei den „Löwen“ nehmen derweil Rasseln und bei den „Mäusen“ Märchenbilder Gestalt an. In den Speisesaal der „Waldburg“ verwandet sich das Domizil der „Krokodile“. Die „Füchse“, die Krippenkinder, verstehen den Sinn der Märchenland-Reise zwar noch nicht so richtig, dürfen aber gleichwohl hier und da ein bisschen „schnuppern“.

Märchen mal als Figurentheater: Christa Hildebrand in ihrem Element. - Fotos: Bohlken

„Hör gut zu, hör gut zu! Jetzt kommt das singende Känguru“, schallt es aus dem Untergeschoss. Dort powern sich die Kiddies bei einer Disco aus. Eine Polonaise – passend zum Fasching – krönt das Geschehen.

Hier entstehen durch Perforieren von Goldpappe Kronen für zu krönende Häupter. Von links: Luis (5), Maja (5), Lina (5) und Laura (3).

Der Rosenmontag naht. Den feiert jede Gruppe der „Waldburg“ für sich. Die Eltern kümmern sich jeweils ums Frühstück. „Wir haben ihnen mitgeteilt, dass sich die Kinder bei den Projekttagen verkleiden dürfen und sich am Rosenmontag möglichst kostümieren sollten. Pflicht ist das aber natürlich nicht“, betont May-Britt Mundt.

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