Von der „grauen Maus“ zur farbenfrohen Blaumeise

Trafokunst demnächst in Kirchseelte

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Eine Blaumeise auf einem Zweig ziert das für das Trafohäuschen bei der „Trattoria“ auserkorene Motiv. Das Kirchseelter Gemeindewappen ist hier noch nicht eingearbeitet.

Kirchseelte  - Von Jürgen Bohlken. Die schmuddelig aussehenden Trafohäuschen in der Gemeinde Kirchseelte stören Birgit Zypress schon länger. Aus dem Newsletter der Avacon erfuhr die Ratsfrau, dass es die Chance gibt, die schmucklosen Klötze künstlerisch aufzuhübschen.

Und das passiert nun auf ihre Initiative hin voraussichtlich im Frühjahr. Die Potsdamer Firma „art-efx“ zaubert dann auf die Trafostation beim Restaurant „Trattoria Mangi E Bevi“ an der Bürsteler Straße ein farbenfrohes Vogelmotiv – im Auftrag der Avacon. Der Gemeinde entstehen keine Kosten. Birgit Zypress hatte zunächst den Kontakt zu Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen gesucht. Der verwies sie an Eileen Schöne. Die junge Frau habe sich richtig um das Anliegen gekümmert und sich „viel Mühe gegeben“, sagt die Kommunalpolitikerin.

Erwachsene oder auch Schulklassen

Zypress erfuhr von zwei praktikablen Alternativen: Entweder lässt die Avacon ein Trafohäuschen von professionellen Künstlern mit Sprühfarbe komplett gestalten. Oder aber Interessierte aus der Gemeinde tun sich zusammen, um das Verschönern selbst zu erledigen – von Anfang bis Ende, vom Säubern des Objekts über das Erarbeiten des Entwurfs bis hin zur künstlerischen Umsetzung. „Das können Erwachsene sein oder auch Schulklassen. Die Projektgruppe legt ihren Entwurf der Avacon vor, und die entscheidet dann, ob er umgesetzt werden kann“, erläutert Birgit Zypress. Wer gern an einem solchen Trafokunstprojekt teilnehmen würde, kann sie kontaktieren – via E-Mail an zypress@t-online.de.

Kein Limit für ehrenamtliche Projekte

Der Vorteil der ehrenamtlichen Option: Damit würde es schneller gelingen, alle Trafohäuschen in der Gemeinde Kirchseelte von „grauen Mäusen“ zu regelrechten Eyecatchern mutieren zu lassen. Gehen hingegen ausschließlich die Profis zu Werke, kann das dauern.

Eileen Schöne darf im großen Versorgungsgebiet des Avacon-Standortes Syke 56 Quadratmeter Fläche pro Jahr durch die Firma „art-efx“ verschönern lassen. Das entspreche, so sagt sie, „zwei bis vier Trafostationen – je nach Größe“. Für ehrenamtliche Projekte gibt es hingegen kein Limit. Wollten Gruppen fünf oder sogar zehn Trafostationen in nur einem Jahr aufhübschen, so stünde dem aus Sicht der Avacon nichts entgegen. Es gebe sogar die Möglichkeit, die benötigte Farbe gesponsert zu bekommen, sagt Schöne – sofern ein Verein hinter dem Projekt stehe.

Rund 18.000 Trafostationen

Zurück zum Trafohäuschen vor der „Trattoria“ (Grundstück Ehmke): Der erste Motivvorschlag, den Birgit Zypress dafür vorgelegt bekam, sagte dem Gemeinderat nicht zu. Er zeigte einen Jäger bei der Fuchsjagd und hätte, wenn es umgesetzt worden wäre, wohl Unmut geerntet. Denn das Waidwesen ist auch in Kirchseelte nicht völlig unumstritten – und die Erinnerung an den „Fall Gandalf“ noch nicht ganz verblasst.

Inzwischen liegt ein neuer Entwurf vor, den die Firma „art-efx“ demnächst umsetzen wird. Er zeigt eine Blaumeise, die auf einem Ast sitzt. Das Gemeindewappen soll eingearbeitet werden und sich ebenso auf dem Trafohäuschen wiederfinden.

Rund 350 Objekte hat die Avacon schon von den „art-efx“-Fassadenkünstlern verschönern lassen. Die Arbeit wird den Künstlern wohl nicht so schnell ausgehen: Im ganzen Avacon-Gebiet gibt es rund 18 .000 schmucklos anmutende Trafostationen, die auf farbenfrohe Fassadenkosmetik warten.

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