Bürgerin beklagt Stolperfallen

Harpstedter Friedhof: Naturnah versus barrierefrei

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An dieser Stelle (aber auch an vielen anderen) sind die Unebenheiten augenfällig.

Harpstedt - Den Harpstedter Friedhof hat sie früher eher selten besucht. Erst seit Kurzem weilt Sonja Meyer häufiger dort. „Mein Vater ist gestorben“, begründet dies die 38-Jährige. „Wir haben zudem unser Familiengrab ganz anders gestaltet. Zuvor bin ich oft an den Gräbern entlang gelaufen, um mir Anregungen zu holen.“ Aufgefallen seien ihr die vielen Unebenheiten in den Graswegen, die von den Hauptwegen abzweigen. „Ich selbst bin jung und habe kein Problem damit“, sagt die Harpstedterin. Älteren Menschen, insbesondere mit Gehbehinderungen, falle es hingegen teils durchaus schwer, mit dem Rollator zu Grabstellen zu kommen.

Tatsächlich gibt es diverse Unebenheiten und Stolperfallen. „Man muss beim Gehen die Augen offen halten. Mein Mann hat kürzlich gestöhnt, er habe die Schubkarre noch nie so im Zickzackkurs geschoben wie hier“, erzählt Sonja Meyer. Friedhofsbesucher klagten zudem über mitunter leere Wasserentnahmestellen. „Sie müssen dann von zu Hause das Wasser zum Gießen mitbringen.“ Das sei natürlich mühsam – gerade für Ältere. Für das „Wasserproblem“ hat Sonja Meyer ob der großen Trockenheit in den letzten Wochen allerdings Verständnis. Vor allem wünscht sie sich einen barrierefreieren und seniorengerechteren Friedhof. Denn es seien ja gerade die Älteren, die besonders oft kämen, manche sogar fast täglich.

Grundsätzlich sei die evangelische Christusgemeinde sehr bemüht, die Wege auf dem Friedhof „durch unser Personal in Ordnung zu halten“, so Pastor Gunnar Bösemann, der erste Vorsitzende des Kirchenvorstands, auf Nachfrage unserer Zeitung. Er deutet den schwierigen Spagat zwischen „naturnah“ und „barrierefrei“ an. Oft bekomme die Kirchengemeinde positive Rückmeldungen. Gerade die naturnahe Gestaltung gefalle vielen Menschen. Allerdings berge die Gestaltungsphilosophie gewisse Spannungen in sich, verschweigt Bösemann nicht. Es sei nun einmal so, „dass Naturwege nicht immer eben sind“. Offensichtliche Gefährdungsbereiche würden aber „von uns ausgebessert, und darüber hinaus sind wir bei einer Gefährdung beziehungsweise bei Beschwernissen jederzeit ansprechbar“.

Seit dem Tod ihres Vaters geht Sonja Meyer häufiger auf den Friedhof.

Zum Wasserproblem merkt Bösemann an, die Ausgabestellen in den unterschiedlichen Bereichen des Friedhofs würden zentral von einem mit Grundwasser gespeisten Kessel im Bereich der Kapelle versorgt. Das Versorgungssystem sei alt. Es sei mit den Jahren marode geworden, sodass die Versorgung der einzelnen Ausgabestellen zeitweise „nicht mehr gut“ gewesen sei.

Doch das Problem sei erkannt – und die Lösung in Arbeit: „Seit etwa einem Jahr sind wir mit Unterstützung von Fachleuten damit beschäftigt, in Etappen die durchgängige Versorgung zu verbessern. Dazu sind umfassende Reparaturen durchgeführt und neue Leitungen verlegt worden, die im Moment gewährleisten, dass an allen Ausgabestellen eine lückenlose Wasserversorgung gegeben ist. Diese Arbeiten sind allerdings noch nicht gänzlich abgeschlossen“, so Pastor Bösemann. 

boh

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