Bei Anruf Glückwunsch

Besuchsdienstkreis der Harpstedter Kirche gratuliert Gemeindemitgliedern zum 85. Geburtstag

Bärbel Ahrens , Heike Moehlenhoff, Anneliese Eichler, Ines Ahlers, Silke Mahlstedt, Andrea Müller-Wiesner, Helga Lehmkuhl und Lore Kasch sitzen an einem Tisch und trinken Kaffee.
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Ein Treffen des Besuchsdienstkreises vor der Pandemie: Bärbel Ahrens , Heike Moehlenhoff, Anneliese Eichler, Ines Ahlers, Silke Mahlstedt, Andrea Müller-Wiesner, Helga Lehmkuhl und Lore Kasch (v.l.) beglückwünschen mittlerweile alle Gemeindemitglieder, die ihren 85. Geburtstag feiern, per Telefonanruf.

Geburtstagsfeiern sind eine dieser Feste, die in Coronazeiten ausfallen müssen. Das heißt aber nicht, dass nicht tolle Grußbotschaften ausgerichtet und dabei nette Gespräche entstehen können. Der Besuchsdienstkreis der evangelischen Kirchengemeinde Harpstedt gratuliert jedem 85-Jährigen zum Geburtstag. Seit nun mehr als einem Jahr schon nicht mehr persönlich vor der eigenen Haustür, sondern coronakonform per Telefon.

Harpstedt – „Da die Besuche nicht mehr möglich waren, haben wir beschlossen, den Jubilaren per Karte zu gratulieren“, erzählt die 62-jährige Pastorin der Kirchengemeinde und Mitgründerin des Besuchskreises, Elisabeth Saathoff. Im Sommer 2017 hat sie den Besuchsdienstkreis mit acht ehrenamtlich arbeitenden Frauen ins Leben gerufen.

Das sei eine ganze Zeit lang so gelaufen, dann wurde sich im vergangenen Sommer ein Mal getroffen: „Da haben wir festgestellt, dass wir unzufrieden sind, nur Glückwunschkarten zu schicken“, so Saathoff. Es entstand die Idee, Geburtstagsanrufe zu tätigen und diese vorher auf den Karten anzukündigen. „Wir rufen die 85-Jährigen ein paar Tage nach dem Geburtstag an.“ Dabei entstünden ganz unterschiedliche, manchmal 30-minütige Gespräche.

Alle freuen sich über die Glückwünsche

Elisabeth Saathoff, Mitgründerin des Besuchskreises

„Zuerst fragen wir, wie sie ihren Geburtstag verbracht haben. Dann fangen die Menschen von alleine an zu erzählen. Vielen geht es gut, aber wir führen auch sehr viele Telefonate, in denen die Menschen erzählen, wie sehr sie unter Corona leiden.“ Besonders die Kontaktbeschränkungen träfen die Jubilare. „Sie erzählen zum Beispiel, dass ihre nur Kinder einzeln, alleine herkommen. Da ist es schon wichtig und schön, nicht von der Kirchengemeinde vergessen zu werden. Und die Anrufe werden auch sehr gut angenommen. Alle freuen sich über die Glückwünsche“, berichtet Saathoff.

Diese seien zuerst eine Umstellung für die Frauen des Besuchsdienstkreises gewesen. „Am Anfang war es schwierig für die Ehrenamtlichen, jemanden anzurufen, den man noch nie gesehen oder getroffen hat“, sagt Saathoff: „Sie haben bei unserem letzten Treffen erzählt, dass sie sich für diese Anrufe viel Zeit nehmen müssten, um nichts anderes im Kopf zu haben oder nicht abgelenkt zu sein. Aber da das jetzt schon ein halbes Jahr so geht, läuft auch das besser. Es spielt sich ein.“

Treffen per Videokonferenz

Um keinen in der Harpstedter Christusgemeinde zu vergessen, halten sich die Ehrenamtlichen an eine interne Namensliste. Vier bis sechs Wochen vor den Geburtstagsterminen werden die Personen unter den freiwilligen Helferinnen aufgeteilt. „Das funktioniert in Absprache untereinander sehr gut“, berichtet die Pastorin. Um das gewährleisten zu können, und auch, um miteinander über das Projekt sprechen zu können, treffe sich die Gruppe etwa alle sechs Wochen. Unter Einhaltung der Coronamaßnahmen erfolge jedoch auch dies etwas anders, denn mittlerweile wird das virtuell per Videokonferenz im Internet gemacht. „Das funktioniert auch ganz gut“, so die 62-Jährige. „Anfänglich war dies aber eine große Hürde.“ Andrea Müller-Wiesner, Mitgründerin und zweite Leiterin des Besuchsdienstkreises, habe aber „mit großer Geduld alle Ehrenamtlichen digitalisiert bekommen“.

Auch wenn die Inzidenz sinkt, werde im Juni weiter so verfahren wie in den vergangenen Monaten. „Im Juli wird dann weitergeschaut, bei uns sind auch noch nicht alle durchgeimpft. Wir hoffen aber sehr, dass wir die Jubilare bald wieder besuchen können. Einen Glückwunsch per Anruf auszurichten, ist eben nur das Zweitbeste an unserer Arbeit“, sagt Saathoff.

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