Gleichwohl muss keiner der 959 Menschen, die sich am Sonntag typisieren ließen, fürchten, dass seine Blutprobe nicht ausgewertet wird

Die ernüchternde Wahrheit: Es fehlt immer noch sehr viel Geld

Harpstedt - Die 959 Aufnahmen in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die aus der Typisierungsaktion in Harpstedt im Rahmen der Initiative „Marius will leben“ vom vergangenen Sonntag resultieren, schlagen mit Kosten von 50 Euro pro Blutprobe zu Buche, nach Adam Riese also mit insgesamt 47950 Euro. Abzüglich der rund 20000 Euro an Spenden, die generiert wurden, verbleibt immer noch ein Fehl von 27950 Euro. Unter Einbeziehung der Aufwendungen für die ebenfalls fast 1000 Typisierungen in Lübeck vom Sonnabend, aber auch der bereits bei anderen Aktionen für den leukämiekranken Marius Kossmann akquirierten Einnahmen ist das Defizit unterm Strich sogar noch höher.

Die durchaus etwas ernüchternde Wahrheit: Die Knochenmarkspenderdatei benötigt sehr viel mehr Geld, um eine Unterfinanzierung zu vermeiden. Annika Schirmacher vom DKMS-Büro Berlin appelliert daher an alle Freunde und Sympathisanten, die etwas tun möchten für den auf Stammzellen angewiesenen Harpstedter Marius Kossmann und für viele weitere Patienten, für die ebenfalls jeweils ein genetischer Zwilling gefunden werden muss, sich weiterhin solidarisch zu zeigen und zu spenden.

Zwar gibt es Partnerunternehmen, von denen die DKMS jährlich eine Zuwendung einplanen kann. Diese Mittel sind aber eigentlich in erster Linie dafür vorgesehen, Typisierungsaktionen zu subventionieren, die in Schulen und Universitäten laufen. Die nämlich erweisen sich zumeist als besonders stark unterfinanziert, weil die Menschen, die sich bei diesen Terminen registrieren lassen, für gewöhnlich nicht gerade zu den betuchten gehören. „Gleichwohl sind uns diese Aktionen außerordentlich wichtig. Damit gelingt es uns nämlich, sehr viele junge Leute als potenzielle Stammzellenspender zu gewinnen, die – weil sie eben sehr jung sind – für gewöhnlich lange in der Datei verbleiben“, erläutert Schirmacher. In einem Punkt aber kann sie alle Bürger, die sich typisieren lassen oder schon lassen haben, beruhigen: „Jede Blutprobe wird ausgewertet“, sichert sie zu. Niemand müsse fürchten, dass die Ermittlung der Gewebemerkmale im Labor unterbleibe.

Trotzdem kann die DKMS auf Dauer nur mit hinreichender Mittelausstattung arbeiten. Und das setzt wiederum eine große Spendenbereitschaft voraus.

boh

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