Stockende Bauleitplanung

Windparkvorhaben in der Klein Henstedter Heide kommt im Schneckentempo voran

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Wenn’s nach den Vorhabenträgern ginge, würden sich die Windräder in der Klein Henstedter Heide – wie dieses hier – bereits drehen. Aber das kann noch dauern.

Klein  Henstedt/Prinzhöfte - Von Jürgen Bohlken. Die Investoren sind nach wie vor interessiert an der Realisierung eines Windparks in der Klein Henstedter Heide. Mit der Bauleitplanung kommt die Gemeinde Prinzhöfte allerdings nur im Schneckentempo voran.

„Das glaubt uns zwar kein Mensch, aber es gibt tatsächlich noch gar keinen Plan“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Werner Lange am Dienstag im Rat. Die vom Landkreis in Auftrag gegebene Kartierung des Rotmilans habe sich hingezogen. „Das endgültige – etwa 40-seitige – Gutachten kam Ende Oktober. Unterm Strich ist herausgekommen, dass kein Rotmilan-Brutverdacht auf der Windparkfläche und im Umfeld mehr besteht. Wir warten jetzt auf eine Stellungnahme des Landkreises zu diesem Gutachten, die uns aufzeigt, wie wir damit umzugehen haben. Die Kreisverwaltung wartet ihrerseits darauf, dass sich die Vogelschutzwarte und die obere Naturschutzbehörde positionieren und erklären. Die Akteure spielen sich im Moment ein bisschen gegenseitig den Ball hin und her. Wir als Gemeinde haben Ende 2017 in einem Schreiben an den Landkreis unsere Absicht bekräftigt, mit der Bauleitplanung vorankommen zu wollen“, erläuterte Lange.

Projekt keineswegs „tot“

Optimistischer äußerte er sich mit Blick auf das Windparkvorhaben südlich der A1 (Potenzialflächen 16.3 und 16.4 im F-Plan der Samtgemeinde). Lange hegte die vorsichtige Hoffnung, dass es gelingen könnte, das dafür angeschobene Bauleitverfahren (B-Plan „Wunderburg 2“) in den nächsten Monaten mit dem Satzungsbeschluss zum Ende zu bringen.

In der zweiten Einwohnerfragestunde bekräftigte Thomas Hacke, ebenfalls stellvertretender Bürgermeister, die Vorhabenträger hielten auch an dem Windpark in der Klein Henstedter Heide fest. Für sie sei das Projekt keineswegs „tot“. Wann die Gemeinde gedenke, mit der Bauleitplanung anzufangen, wollte ein Bürger wissen. „Erst wenn der Landkreis die Kartierung zum Rotmilan bewertet hat, können die Vorhabenträger eine neue Planskizze erarbeiten und aufzeigen, wo sie sich die Anlagenstandorte vorstellen. Und erst dann kann das Planbüro für uns planen“, erwiderte Hacke.

Vogelschutz bedroht Planung

Auch zu Ausnahmeregelungen im Zusammenhang mit dem Mäusebussard habe der Landkreis bisher nicht Stellung genommen. „Vorher aber können wir nicht weitermachen.“ Ebenso fehlten noch fachbehördliche Aussagen zum Wespenbussard, der aber offenkundig für das Gebiet „nicht relevant“ sei.

Wenn die Gemeinde jetzt konkret plante, bestünde laut Werner Lange die Gefahr, dass die Planung aus Gründen des Vogelschutzes wieder über den Haufen geworfen werden müsste.

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