Gezogene DNA-Probe wird nicht untersucht

Wolf oder wildernder Hund? Das bleibt offen

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Dass statt eines Wolfes ein wildernder Hund das Damwildkalb gerissen und ausgeweidet hat, kann Carsten Sauerwein nicht ausschließen.

Beckeln - Ob das am 9. September in Beckeln unweit der Kieselhorst entdeckte ausgeweidete Damwildkalb wirklich einem Wolf zum Opfer gefallen ist (wir berichteten gestern), wird nicht abschließend geklärt werden. Wolfsberater Carsten Sauerwein hatte zwar eine DNA-Probe gezogen, diese aber gar nicht mehr eingereicht. Grund: Das Senckenberg-Institut gab ihm zu verstehen, dass es Erbmaterial von gerissenen Wildtieren generell nicht mehr analysiere. Das Labor hat schon genug mit der DNA von Nutztieren zu tun, die im Verdacht stehen, von einem Wolf getötet worden zu sein, und ist mit diesen Untersuchungen voll ausgelastet. „Da geht es ja bekanntlich um Billigkeitsleitungen des Landes, also um freiwillige Entschädigungen für die Halter“, so Sauerwein.

Er selbst könne nicht mit Sicherheit sagen, ob ein Wolf das Damwildkalb in Beckeln gerissen habe. Es gebe keinen C1-Nachweis in Form einer Video- oder Foto-Aufzeichnung. Und auch der C2-Nachweis sei nicht erbracht. Dafür wäre eine mindestens 100 Meter lange wolfstypische Fährte in „geschnürter Gangart“ oder „seitlichem Trab“ vonnöten gewesen. Sauerwein entdeckte vor Ort aber nur eine 20 bis 30 Meter lange Spur. Die Fährte sei obendrein im sandigen Boden recht „schwer zu erkennen“ gewesen. „Eine eindeutige Aussage kann ich daher nicht treffen“, so der Wolfsberater. Und in Spekulationen will er sich nicht verlieren.

Im Übrigen sei ein Wildtier-Riss „nichts Daramatisches“, selbst wenn er von einem Wolf herrühren sollte. „Ja, es gab einen Kehlkopfbiss – und auch eine Fährtung. Trotzdem muss nicht der Wolf das Damwildkalb getötet haben. Es kann genauso gut ein wildernder Hund gewesen sein. Das haben wir in der Vergangenheit schon häufiger erlebt“, so Sauerwein. Andererseits sei im Landkreis Diepholz der Wolf sicher nachgewiesen, und der respektiere bekanntlich keine Kreisgrenzen.

Das unbefriedigende Fazit: So lange in Beckeln kein Nutztier gerissen wird, gibt es keine DNA-Untersuchung – und damit keine Gewissheit, ob sich der Wolf „im Revier“ aufhält oder nicht.

boh

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