Kosmetikerin Georgia Hackfeld aus Klein Ippener lobt fürsorgliches behördliches Verhalten in Krisenzeiten

Vom Gesundheitsamt fühlt sie sich bestens betreut

Klein Ippener – Die Nachricht, die vom Landkreis Oldenburg kam, hat Georgia Hackfeld aus Klein Ippener zwar betrübt, aber die Art und Weise, wie das Gesundheitsamt in der Coronakrise fürsorglich Kontakt zu ihr pflegte und sie auf dem Laufenden hielt, verdiene ein dickes Lob, sagt die 60-Jährige.

Mittlerweile weiß sie, dass ihr Institut für Ganzheitskosmetik von den verfügten Geschäftsschließungen betroffen ist. „Zunächst war ich allerdings unsicher, ob ich noch öffnen darf, und habe mich deshalb frühzeitig erkundigt – schon vergangene Woche. Ich hatte seither mit drei verschiedenen Leuten zu tun. Sie haben immer zurückgerufen. Das fand ich unheimlich toll. Ich fühle mich supergut betreut. Zunächst war mir empfohlen worden, mein Kosmetikstudio freiwillig zu schließen. Das liege in meinem Ermessen, hieß es. Ich habe daraufhin zugemacht – vorsichtshalber, weil mein Mann mit vielen Soldaten Kontakt hat. Ich wollte einfach nicht das Risiko eingehen, dass er womöglich das Virus überträgt, ohne selbst Krankheitssymptome zu haben. Diese Gefahr besteht ja grundsätzlich“, erzählt die Kosmetikerin.

Am Mittwochmorgen bekam sie einen Anruf vom Gesundheitsamt: Die Allgemeinverfügung zu den nötigen Geschäftsschließungen gelte nun auch für Fußpflege- und Kosmetikstudios. Die Nachricht sei zwar schlecht gewesen, aber sehr nett und rücksichtsvoll überbracht worden. Als das Land die Schließungen anordnete, habe auch das Gesundheitsamt zunächst „auf dem Schlauch gestanden“ und sich erst mal schlaumachen müssen, weiß die 60-Jährige. Dafür zeigt sie großes Verständnis. Sie wundert sich angesichts der „Grauzonen“, die sich zunächst auftaten, nicht darüber, dass es eine Weile gedauert hat, bis Klarheit über die Umsetzung der Vorgaben herrschte.

Tatsächlich sei die Regelung kompliziert. Fußpflegerinnen und Kosmetikerinnen müssten dichtmachen; Friseure und medizinische Fußpflegestudios dürften weiterhin öffnen.

Unterschieden werde zwischen Wellnessstudios, die zwingend zu schließen seien, und „Dienstleistern“, die aufbleiben dürften. Bei dieser Differenzierung stecke aber der Teufel im Detail: „Fußpflege gehört eigentlich natürlich auch zu den Dienstleistungen, arbeitet aber wiederum – wie auch ich – zu nah am Kunden. Die Podologen dürfen öffnen, weil ihre Leistungen in den medizinischen Bereich hereinreichen“, so zumindest der Kenntnisstand von Georgia Hackfeld.

Die Tätigkeit von Friseuren wird der Daseinsvorsorge zugerechnet. Die Salons müssen deshalb nicht schließen – trotz fehlender Distanz zu den Kunden.

Die Logik der Unterscheidungen nachzuvollziehen, fällt schwer. „Ich verstehe sie auch nicht“, gibt Georgia Hackfeld offen zu.  boh

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