Geschichtsverein will bürgernäher werden

Nicht mehr nur Forschung im Hinterzimmer

Historie hat Harpstedt genug zu bieten. Auch die 150 Jahre alte Windmühle atmet Geschichte. Ein Mühlenfest fände Tobias Alhelm ausgesprochen reizvoll. Er will als neuer Vorsitzender mehr öffentliches Interesse für den Geschichtsverein wecken.
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Historie hat Harpstedt genug zu bieten. Auch die 150 Jahre alte Windmühle atmet Geschichte. Ein Mühlenfest fände Tobias Alhelm ausgesprochen reizvoll. Er will als neuer Vorsitzender mehr öffentliches Interesse für den Geschichtsverein wecken.

Harpstedt – Der Geschichtsverein für die Samtgemeinde Harpstedt? Existiert der noch? Ganz sicher sind sich manche Bürger nicht. „Ja, uns gibt’s noch“, sagt Tobias Alhelm (33), neuer erster Vorsitzender und Amtsnachfolger von Uwe Cordes († 26. Juli 2019). Gefühlt sei der Verein tatsächlich seit seiner Gründung nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten, räumt Alhelm ein.

Das will er ändern. Im Vorstand stehen ihm neben Michael Lührs (Schriftführer) die beiden Samtgemeinde-Archivpfleger Friedrich zur Hellen (zweiter Vorsitzender) und Günter Kastendieck (neuer Rechnungsführer) zur Seite.

„Wir sollten nicht länger wahrgenommen werden als ein Verein, der nur Forschung im Hinterzimmer betreibt. Wir müssen in die Öffentlichkeit, ran an die Bürger, um Begeisterung für Geschichte zu wecken – auch mit Aktionen, Initiativen und Veranstaltungen“, bekräftigt Alhelm. Ein Mühlenfest böte sich etwa an – in Zusammenarbeit mit dem Mühlenverein, sofern der noch existiert.

Ein mittelalterlicher Markt wäre eine schöne Idee, wenn man bereit ist, mal etwas größer zu denken.“

Tobias Alhelm

Alhelm schwebt eine weitere Kooperation vor. Reizvoll fände er die Realisierung eines Wanderwegs „der Legenden“ mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein. Die Vorlage könne ein Buch des Historikers Prof. Dr. Bernd-Ulrich Hucker liefern, denn: „Darin sind Stationen von historischen Legenden – auch in der Samtgemeinde – dargestellt, aus denen sich vielleicht ein Weg ,knüpfen’ ließe.“ Dass Harpstedt dem „Tag des offenen Denkmals“ zuletzt kaum mehr mit Programm Rechnung getragen hat, wertet Alhelm als verpasste Chance. Dem Geschichtsverein stünde es seiner Meinung nach gut zu Gesicht, zu einer Belebung beizutragen. „Zuerst wollen wir aber – neben Vorträgen – Exkursionen anbieten“, kündigt der 33-Jährige an. Die Arkeburg in Goldenstedt werde im kommenden Frühjahr das Ausflugsziel sein.

Wir brauchen vor allem einfach Leute, die bei uns mitarbeiten und Vorhaben mit umsetzen wollen. Mehr Leute. Über Spenden würden wir uns genauso freuen wie über Beitritte. 

Tobias Alhelm

„Ein mittelalterlicher Markt wäre eine schöne Idee, wenn man bereit ist, mal etwas größer zu denken“, sagt der neue Vorsitzende des Geschichtsvereins. 1996 dachte Harpstedt sogar riesengroß. Damals gehörte ein historisch angehauchter Markt mit Gauklern und alter Handwerkskunst auf dem Koems-Gelände zu den Höhepunkten des Jubiläums „600 Jahre Weichbildrecht“. Alhelm, zu der Zeit noch Kind, entsinnt sich nur schemenhaft an die Festtage. Eine 625-Jahr-Feier in diesem Jahr hätte er sich schon gewünscht. In unsicheren Coronazeiten verschwendete aber niemand einen Gedanken an ein großes Jubiläum. Aus verständlichen Gründen. Denn ein neuerlicher Lockdown hätte alle Vorbereitungen auf einen Schlag zunichtegemacht.

„Wir haben im Verein selbst viele Ideen und sind offen für solche, die an uns herangetragen werden. Aber wir brauchen vor allem einfach Leute, die bei uns mitarbeiten und Vorhaben mit umsetzen wollen. Mehr Leute. Über Spenden würden wir uns genauso freuen wie über Beitritte. Aktuell haben wir noch 26 Mitglieder in unseren Reihen“, verrät der neue Vorsitzende.

Angehender Geschichtslehrer

Die Kontaktaufnahme in allen Belangen, die den Geschichtsverein betreffen, ist am besten per E-Mail an vorstand@geschichtsverein-harpstedt.de möglich.

Forschungsprojekte werden derweil fortgeführt. Werner Horstmann etwa widmet sich der Historie der Gaststätten in Harpstedt. Er wäre dankbar, wenn er aus der Einwohnerschaft Fotos und Infos zur Verfügung gestellt bekäme, die zu diesem Thema passen.

Friedrich zur Hellen habe sich, so Alhelm, in Kooperation mit Günter Kastendieck mit der Geschichte der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna Dünsen) befasst. Eine Veröffentlichung dazu sei für kommenden Winter geplant.

Als angehender Geschichtslehrer, der durchaus nicht abgeneigt wäre, nach Ende seines Referendariats an der Oberschule Harpstedt zu unterrichten, bringt der Harpstedter Tobias Alhelm beste Voraussetzungen für das Engagement im Geschichtsverein mit. In seiner Bachelorarbeit befasste er sich übrigens mit dem Großen Brand von 1739. Die Feuersbrunst legte Harpstedt nahezu komplett in Schutt und Asche.

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