Gericht glaubt jedoch den Zeugen

Intrige gegen den Angeklagten?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Harpstedt - Ein kaputtes Auto, eine eingeschlagene Haustür, zwei verletzte Männer und ein Angeklagter, der beteuert, daran völlig unschuldig zu sein. Nach knapp drei Stunden Beweisaufnahme im Amtsgericht Wildeshausen schenkte die Richterin aber nicht ihm Glauben, sondern den Zeugen.

Die Tat ereignete sich Ende August vergangenen Jahres in Harpstedt. Laut Anklage war der 51-Jährige, der damals noch im Flecken wohnte, nachts von zwei Männern dabei überrascht worden, wie er das Auto seiner Exfreundin mit einem blauen Schieberschild des OOWV demolierte. Bei den Zeugen handelte es sich um Bekannte der 52-jährigen Frau. Gewaltsam hatten sie den Randalierer festgehalten. Dieser hatte sich gewehrt und einen der beiden, einen Wildeshauser, leicht im Gesicht verletzt. Dann ließen die Kontrahenten voneinander ab.

Ein paar Stunden später dann der zweite Vorfall: Mit einem Stein soll der Angeklagte die Hauswand und die Eingangstür des unverletzten Zeugen beworfen haben. Der 23-Jährige wohnte damals dort mit seiner 29-jährigen Frau und ihrem kleinen Sohn. Die Ehefrau hatte die Straße schon vorher im Auge gehabt, da es schon im Vorfeld immer wieder zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen dem 51-Jährigen und seiner Exfreundin gekommen war. Sie hatte am frühen Morgen beobachtet, wie der Angeklagte einen Stein aufgehoben hatte und auf ihr Haus zuging. „Er ist immer aggressiv, wenn er trinkt“, fügte die 29-Jährige hinzu.

Dass der Mann zu dem Zeitpunkt alkoholisiert war, kann eine Blutprobe der Polizei beweisen. Obwohl sie ganze fünf Stunden nach den Taten genommen wurde, ergab der Test einen Blutalkoholwert von 1,02 Promille.

Als der Bewohner des Hauses hinunterging, um vorsorglich die Haustür zu schließen, warf der Angeklagte die Scheibe ein und den gleichen Stein darauf an den Kopf des 23-Jährigen. Der junge Mann feuerte einen Warnschuss mit seiner Schreckschusspistole ab. Es kam zu einer erneuten Schlägerei.

Der Angeklagte, der sich vor Gericht selbst verteidigte, hielt an seiner Unschuld fest. Die beiden Männer wären von seiner Exfreundin angestiftet worden, ihn zu verprügeln, erklärte er. Mit dem demolierten Auto und dem Angriff auf das Gebäude habe er gar nichts zu tun, der 23-Jährige habe zudem ohne Grund auf ihn geschossen, als er auf dem Weg nach Hause war.

Nachdem alle Zeugen übereinstimmend gegen den Angeklagten ausgesagt hatten, sah die Richterin keinen Grund, ihm zu glauben. Sie verurteilte den 51-Jährigen wegen Sachbeschädigung in zwei Fällen sowie einer einfachen und einer gefährlichen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 35 Euro.

fio

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