Gelebte Ökumene zum Dreikönigstag

Katholische und evangelische Sternsinger sammeln 823 Euro für Kinder in Not

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823 Euro an Spenden für Kinder in Not bekamen die Sternsinger in der Samtgemeinde Harpstedt zusammen. Sie besuchten – in drei Gruppen – mehr als 50 Haushalte. Nach getaner Arbeit stärkten sie sich mit einem leckeren Spaghetti-Essen, das ein Küchenteam für sie zubereitet hatte (Bild rechts).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Anlässlich des Sternsingens wird in der Samtgemeinde Harpstedt ein Stück weit Ökumene gelebt: Jeweils zum Dreikönigstag verkleiden sich Kinder und Jugendliche aus der katholischen Christ-König- und der evangelischen Christusgemeinde, um mit geweihter Kreide den Segensspruch an Türen oder Hauswänden zu schreiben – in Form eines Kürzels, das diesmal 20*C+M+B+18 lautete.

Das Sternchen steht für die Sternsinger. Es ist fester Bestandteil des Kürzels. Ebenso die drei Buchstaben. Die bilden zusammen den eigentlichen Segensspruch. Sie spielen nicht etwa auf die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar an, sondern bedeuten vielmehr Christus mansionem benedicat, was übersetzt ins Deutsche „Christus, segne dieses Haus!“ heißt. Und die Ziffern vorn und hinten – 20 und 18 – ergeben zusammen das aktuelle Jahr.

Diesmal waren 15 Sternsinger in drei Gruppen in der Samtgemeinde unterwegs. Sie besuchten mehr als 50 Haushalte und baten jeweils um eine Spende für Kinder in Not. Insgesamt 823 Euro bekamen sie zusammen. Alle Spenden aus der diesjährigen Aktion des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ kommen Jungen und Mädchen zugute, die – schwerpunktmäßig in Indien – Kinderarbeit leisten müssen.

Viele Frauen und Männer haben Kinder unterstützt

Die Harpstedter Sternsinger bekamen für ihr großes Engagement viele Süßigkeiten geschenkt und teilten sie gerecht untereinander auf.

Ein Dankeschön zollt die katholische Christ-König-Gemeinde dem Organisationsteam: Leiterin Alexandra Meyer standen viele Frauen und Männer zur Seite, die sowohl die Kinder begleiteten und im Vorfeld der Aktion Gedichte mit ihnen auswendig lernten als auch mit ihnen dann in teils entlegene Ortsteile der Samtgemeinde fuhren. Einen Beitrag zum Gelingen leistete ebenso ein Küchenteam. Das wartete mit einem leckeren Spaghetti-Essen auf die fleißigen Sternsinger.

Geschützte Räume für von Kinderarbeit Betroffene

Die 2018 akquirierten Spenden sollen unter anderem dafür eingesetzt werden, geschützte Räume für von Kinderarbeit Betroffene zu schaffen – zum Lernen, zur Entwicklung der Persönlichkeit und zur Erfüllung eigener Wünsche. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen rund 152 Millionen Mädchen und Jungen rund um den Globus regelmäßig mehrere Stunden mit zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen. Mehr als 50 Prozent tun dies unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen – nicht selten in Steinbrüchen oder auf Plantagen. 

Oftmals verhindert Kinderarbeit einen regelmäßigen Schulbesuch und schlägt sich schädigend auf die persönliche Entwicklung nieder. Aber nicht jede Form sei ausbeuterisch, betont das Kindermissionswerk. Es setzt sich nach eigenem Bekunden massiv für die Veränderung bestehender Unrechtsstrukturen ein. Bekämpft wird mit „Partnern vor Ort“ die ausbeuterische Kinderarbeit. Die aber, so räumt das Kindermissionswerk ein, lasse sich vielfach eben nicht „von heute auf morgen abschaffen“. Ein Verbot allein helfe zumeist nicht weiter. Mitunter könnten daraus sogar Nachteile resultieren. Die betroffenen Kinder seien im ungünstigen Fall dann noch stärker von den Folgen der Armut betroffen. Oder aber sie arbeiteten unter noch schlechteren Bedingungen als zuvor.

Das Kindermissionswerk steht auf dem Standpunkt, dass die Bekämpfung von Kinderarbeit mit dem Kampf gegen die Armut in der Welt einhergehen muss.

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