Geld fließt in die Gleiserneuerung und die Sicherung von Bahnübergängen

DHE investiert erheblich in die Schieneninfrastruktur

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Investiert viel, erhält aber auch üppige Zuschüsse für die Schieneninfrastruktur: die DHE.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Erhebliche Mittel investiert die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) in die technische Sicherung unbeschrankter Bahnübergänge und die abschnittweise Erneuerung von Schienen und Gleisbett. Höhere laufende Kosten könnte schon bald die Freihaltung des unternehmenseigenen Schienenstrangs von Bewuchs verursachen.

In diesem Jahr darf die DHE noch das mittlerweile in Verruf geratene Glyphosat gegen Verkrautung einsetzen. Das verdankt sie einer bereits vor Mai erteilten Genehmigung. Möglicherweise muss das Unternehmen aber schon 2016 ein anderes Pflanzenschutzmittel verwenden. „Wir spritzen zweimal im Jahr – im Juni und im September. Es gibt ein Mittel, auf das wir ausweichen könnten. Es ist aber um ein Vielfaches teurer und dabei auch noch viel weniger wirksam“, erläutert DHE-Geschäftsführer Harald Wrede.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Krebsforschergremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das nachdrücklich vor der möglicherweise krebserregenden Wirkung von Glyphosat warnte. Niedersachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat sich inzwischen dafür stark gemacht, die noch 2015 auslaufende Zulassung dieses Pestizids in der Europäischen Union (EU) nicht, wie angestrebt war, um zehn Jahre zu verlängern. Ende dieses Jahres wird Glyphosat auf europäischer Ebene neu bewertet. Dann dürfte sich abzeichnen, ob es aus dem Verkehr gezogen wird. „Die Landwirtschaft betrifft das natürlich in einem viel stärkere Maße als uns“, weiß Harald Wrede.

Ein aus Sicht der DHE wesentlich erfreulicheres Thema ist die abschnittweise Erneuerung von Schienen und Gleisbett (Oberbau). Erfreulich deshalb, weil das kommunale Unternehmen für solche Maßnahmen seit ein paar Jahren erhebliche öffentliche Gelder nach dem Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetz (SGFFG) in Anspruch nehmen kann. Was verdächtig nach dem Unwort des Jahres klingt, entpuppt sich als Topf, „der uns ungemein bei der Instandhaltung unserer Schieneninfrastruktur hilft“, so der DHE-Geschäftsführer. Das in Harpstedt ansässige Unternehmen plant für dieses Jahr drei Maßnahmen: Auf dem eigenen Betriebsgelände hat der Gleiskörper durch schweren Güterverkehr merklich gelitten; dort soll ebenso (teilweise) der Oberbau erneuert werden wie im Bereich der Bahnhöfe Delmenhorst-Süd und Annenheide. Der Gesamtinvestitionsbedarf beläuft sich nach Angaben Wredes auf rund 681000 Euro. Im günstigsten Falle übernähme der Bund 50 Prozent der Kosten und das Land 40 Prozent, sodass für die DHE ein zehnprozentiger Eigenanteil verbliebe.

Fortlaufend verbessert das Unternehmen überdies die Sicherheit noch unbeschrankter Bahnübergänge entlang seiner Gleisstrecke. In diesem Herbst steht die Maßnahme Annenheider Straße in Delmenhorst an. Dort hatte 2012 bei einem Unfall ein Lastwagen eine Lok entgleisen lassen. Der bislang nur mit Blinklicht ausgestattete Bahnübergang wird demnächst mit Halbschranken versehen. Hinzu kommt eine Erneuerung der Lichtsignalanlage. Die erforderlichen Genehmigungen liegen vor. Der Auftrag für den Signalanlagenbau sei schon vergeben, so Wrede. „Die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten ist erfolgt. Submission war am Dienstag.“ Für September sei ein Abstimmungsgespräch mit allen Projektbeteiligten vorgesehen. Dann könnten die Arbeiten beginnen. Die Kosten lägen bei rund 275000 Euro. Das Land Niedersachsen, die Stadt Delmenhorst und die DHE übernähmen je ein Drittel der Aufwendungen. 2016 werde dann – wiederum mit Halbschranken und Signalanlage – der Bahnübergang „Am Großen Heerweg“ auf Stuhrer Gemeindegebiet sicherer gemacht.

Im kommenden Jahr erarbeite die DHE den nächsten Fünfjahresplan für ihre Eisenbahninfrastruktur. Grundlage für diese Prioritätenliste seien stets die Ergebnisse von Streckenbereisungen durch die Landeseisenbahnaufsicht, an denen im vierjährigen Turnus auch „unsere Eisenbahningenieure teilnehmen“, so Wrede. Dabei gehe es um den „technischen Zustand der Strecke“. In welcher Reihenfolge Bahnübergänge sicherer gemacht würden, hänge nicht zuletzt von Verkehrszählungsergebnissen ab. Vorrang hätten die Übergänge mit der höchsten Frequentierung auf Straße und Schiene.

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