Geigenschülerinnen bringen auf Kunstwerke zugeschnittene Musik zu Gehör

Klangvolles Experiment im Skulpturenpark

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Bei dem Streicherkonzert der Kreismusikschüler unter der Leitung von Ute Klitte wurde nicht nur der Wald zum Konzertsaal; das Spiel stand auch in einem Zusammenhang mit den Kunstwerken im Skulpturenpark von Franz Robert Czieslik.

Gross Ippener - Die Geigenschülerinnen von Ute Klitte, Musiklehrerin bei der Kreismusikschule in Wildeshausen, haben am Sonnabendnachmittag ein ganz besonderes Konzert unter freiem Himmel gegeben. Nicht nur die geheimnisvolle Verbindung von Musik und Natur brachten sie zum Ausdruck; ihr Spiel stand auch im Zusammenhang mit den Kunstwerken des Bildhauers und Autors Franz Robert Czieslik, in dessen Skulpturenpark und „offenem Atelier“ in Groß Ippener das Können der sieben- bis 17-jährigen Mädchen sozusagen zum Klingen kam. Das riesige Naturgrundstück mit seinen hölzernen, in schwungvollen Linien teilweise leuchtend farbig bemalten „Bewohnern“ bot den perfekten Ort für das Konzertexperiment. „Wir sind das ganze Wochenende lang in unserem Probelager im Dorfgemeinschaftshaus in Groß Ippener“, erzählte Ute Klitte. Der Ausflug sei ein Höhepunkt der Übungstage. „Die Stücke, die wir zum Großteil in Vorbereitung auf die Kulturnacht einstudieren, sind allerdings noch längst nicht ausgefeilt“, verriet sie. „Einige haben wir gestern Nacht zum ersten Mal gespielt“, berichtete sie.

Dennoch nahmen der zauberhafte Ort und das dazu passende Spiel der Streicherinnen die Zuhörer gefangen: Andächtig lauschten sie der Musik, erlebten Kunst und Klang mitten in der Natur. Der Wald wurde zum Konzertsaal, die Wiese zur Klanglandschaft. Aus verschiedenen „Verstecken“ heraus bespielten die Musikerinnen anfangs einen Klangort in der Mitte. Dann ließen sie Stücke hören, die eigens auf einige Skulpturen wie zum Beispiel den Waldgeist, die Waldkönigin oder eine ausgelassene Tänzerin zugeschnitten waren. Zum Schluss formierten die Mädchen sich noch einmal zum Orchester.

Czieslik hielt für den Nachwuchs und die Besucher eine ordentliche Stärkung bereit: „Fleischfresser“ und Vegetarier kamen beim Grillen gleichermaßen zum Zuge. „Nur weil ich neben dem Bildhauern und Schreiben in Teilzeit in einem Sauenstall arbeite und dort die Ferkel zur Welt bringe, soll es heute nicht nur Steak geben“, scherzte der Künstler und präsentierte auch noch eine gesunde Gemüsepfanne sowie selbst gemachten Kräuterquark.

Im Anschluss gab es weitere Nahrung für den Geist: Czieslik, der sich als Autor „Franz Zehnbier“ nennt, rezitierte aus einigen seiner politischen Satiren und nahm nicht nur Kanzlerin Angela Merkel gehörig aufs Korn, sondern sprach auch über „russisches Roulette“ sowie das Erinnern und Vergessen. Zudem ließ er einige Skandale der vergangenen drei Jahre wieder aufleben. Die Zuhörer bekamen ebenfalls ihr Fett weg.

Der Bildhauer widmet sich nach einer künstlerischen „Durststrecke“ seit zwei Jahren wieder vermehrt der Kunst und dem Schreiben. Eine enttäuschte „große Liebe“ inspirierte ihn zu seinen Lieblingswerken. Einige der über 30 Figuren im Skulpturenpark stechen mit einem leuchtend farbigen Anstrich hervor. „Dazu hat mich meine jahrelange Arbeit als Assistent und Meisterschüler des Malers Professor Rupprecht Geiger in München inspiriert“, so Czieslik.

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