Von Germanen, Frondiensten und Hügelgräbern

Geführte Fahrradtour widmet sich der Geschichte Prinzhöftes

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Gästeführerin Anke Rüdebusch (r.) und Rudi Geisler (2.v.r.) hielten jede Menge Informationen über die vorzeitliche und mittelalterliche Geschichte der heutigen Gemeinde Prinzhöfte bereit.

Horstedt/Klein  Henstedt - Von Anja Nosthoff. „Wir werden heute den Nordwesten der Samtgemeinde Harpstedt erkunden – die Gemeinde Prinzhöfte“, verkündete Gästeführerin Anke Rüdebusch am Freitagabend den Teilnehmern der geführten Feierabend-Radtour unter dem Motto „Delme-Urstromtal und Hügelgräber ‚Sieben Berge‘“.

Die Radler starteten von der Horstedter Schützenhalle aus. Neben Rüdebusch versorgte Rudi Geisler von der Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide sie an den verschiedenen Stationen mit ausführlichen Informationen. Da ging es um die vorzeitliche und mittelalterliche Geschichte von Prinzhöfte im Allgemeinen und Klein Henstedt im Besonderen.

Der Weg führte unter anderem zum Schlatt an der Wilhelmshöhe, zur alten Henstedter Schule, zu den Hügelgräbern und zur Sether Mühle. Vorbei am Delme-Urstromtal kehrten die Pedalritter schließlich zurück zum Ausgangspunkt.

„Die Gemeinde Prinzhöfte ist im Laufe der Zeit mehr oder weniger zufällig entstanden“, informierte Rüdebusch. Keimzelle sei die Gemeinde Horstedt gewesen. „Die erste urkundliche Erwähnung Horstedts datiert aus dem Jahr 1250. Der Name findet in der Bremer Brückenurkunde Erwähnung“, verriet Rüdebusch.

1360 lag Horstedt schon im Kirchspiel Harpstedt

Horstedt habe für die Bremer Weserbrücke die gleichen Beiträge zu leisten gehabt wie Harpstedt und Groß Ippener.

Die Brücke sei mit Frondiensten aus dem nahen und fernen Umland erbaut werden. „102 Orte, weitgehend auf der linken Weserseite liegend, mussten die Unterhaltungskosten aufbringen“, erklärte Rüdebusch. Die erwähnte Urkunde habe wiederum den Chronisten Johann Heinrich Redecker (1682–1764) darauf schließen lassen, dass es im Mittelalter, um 1200 herum, in Horstedt eine Kirche gab, die dem Heiligen Stephan geweiht war. „Ihr gehörten ein Pfarrhof in Horstedt, ein Hof in Klein Henstedt, Ländereien und die sogenannte ‚Popenwiese‘ an“, so Rüdebusch. Bereits 1360 werde Horstedt jedoch als „im Kirchspiel Harpstedt liegend“ bezeichnet.

In der Siedlung habe es außerdem mehrere Mühlen gegeben – Wind- und Wassermühlen. „Um 1860 wurde aus den Ortschaften Prinzhöfte, Stiftenhöfte, Schulenberg, Wunderburg und Simmerhausen die Gemeinde Prinzhöfte gebildet. Sie ging 1974 in der gleichnamigen größeren Gemeinde auf, zu der seitdem auch Klein Henstedt und Horstedt gehören“, erläuterte Rüdebusch.

Hügelgräber zeugen von der vorzeitlichen Geschichte

Von der vorzeitlichen Geschichte der Gemeinde zeugen heute noch die Hügelgräber. „Die wurden je nach ortstypischem Bodenmaterial mit Erde, Sand, Grasfladen oder Steinen überhügelt“, ließ die Gästeführerin wissen. In der Regel seien sie für Einzelpersonen angelegt worden. „Häufig wurden jedoch auch noch Nachbestattungen vorgenommen.“ Zur Befestigung und kultischen Begrenzung habe man den Hügelfuß oftmals mit Steinen eingerahmt.

Anke Rüdebusch erwähnte auch, dass die heutige Samtgemeinde Harpstedt einst im Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Chauken lag. „Sie sind das erste Volk, das hier wohnte und von dem wir den Namen wissen. Wahrscheinlich lebten sie schon zur Bronzezeit hier, also im zweiten vorchristlichen Jahrtausend.“

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